Heute: die "never leave your comfortzone"-Edition

Wer will bei diesem Wetter schon freiwillig vor die Türe? Niemand, also bleib einfach zu Hause, schließe deinen Laptop an die Anlage an, und die "Sets für's Wochenende" erledigen den Rest.

Freitagabend
Bild: Mareh Festival

Tim Sweeney & Eric Duncan


Die Ost-Küste Brasiliens, ein Boot, zwei DJs, 150 Tänzerinnen und Tänzer und sechs Stunden Discohouse mit beschwingtem Klaviergeklimper – so sah der 27. Dezember 2015 für Tim Sweeney & Eric Duncan aus. Im Rahmen des Mareh Festivals schipperten die zwei US-amerikanischen DJs und Produzenten vor der brasilianischen Küste zu funkigen Latin-House- und Disco-Tracks mit sehr viel Herz und Soul durch die Gewässer.

Während der drei Stunden des Sets, die in der New Yorker Radiosendung "Beats in Space" vom 28. Dezember liefen, machte das Disco-Boot an einer kleinen Insel fest und verwandelte den Strand in eine Beach-Party.

Tipp: Caipirinha mixen, Heizung auf Stufe Sechs drehen, Badehose anziehen und die Augen schließen, während du dir dieses Set zu Gemüte führst.

Samstagmorgen
(Bild: Promo)

Maher Daniel

Das Set zum Aufwachen, Teekochen und den 13 Uhr Frühstückstisch richten, kommt von Montreal über London in deine Küche. Der in San Francisco geborene und in Kanada lebende DJ und Produzent Maher Daniel gilt seit Jahren als eine Art Geheimtipp für low key-House und Techno.

Als Resident im Stereo Nightclub in Montreal gelang ihm 2011/12 der Einstieg in die globale Szene der elektronischen Musik. Sein Set für "Deep House London" ist eine auf den ersten Ton unscheinbar wirkende Sammlung ambienter Housetracks. Die Sounds bleiben ruhig und tragend, weshalb nach den ersten zehn Minuten die Gefahr bereits groß ist, das vor sich hin bratende Spiegelei zu vergessen, und stattdessen leicht wippend zu tiefenentspannter Housemusik durch deine Bude zu tänzeln.



Samstagnachmittag
Bild: Adlan Mansri

Call Super

Es überrascht immer wieder, wie fit man sein kann, wenn der Freitag zu Hause und ohne Gäste vonstatten ging. Gepackt von diesem Enthusiasmus greifst du zu Jacke und Schal, um einkaufen zu gehen. Nach zwanzig Metern und zehn Kilo Schneematsch in deinen Sneakern, reicht die Motivation leider nur bis zum nächsten Kiosk. Dort gibt’s zum Glück auch Bier und Pizza - und mit denen kannst du es dir zu diesem wirklich genialen Set vom Londoner Elektronik-Spezialisten Call Super für den Londoner Sender NTS-Radio auf der Wohnzimmercouch gemütlich machen.

Die ersten 25 Minuten sind so ambient, gemütlich und melodisch, dass sich dein Ärger über den Schneematsch in deiner Wohnung in Luft auflöst, und du die restlichen 1,5 Stunden vollkommen genießen kannst. Weniger Techno, mehr House. Weniger schnell, dafür mehr sphärische Klänge. Deine Feierstimmung erwacht dadurch garantiert - höchste Zeit also, deine Freunde zu dir nach Hause einzuladen!



Samstagabend
(Bild: Promo)

Bicep

Du hast Glück: Deine Freunde sind nicht so wasserscheu wie du und antworten auf deine Einladung mit "Was willst du trinken?". Jetzt muss alles relativ schnell gehen: Pizzareste vom Wohnzimmertisch kratzen, stoßlüften und noch schnell ein bisschen Wohlfühlsound anschmeißen.

Der After Hour Mix von "Feel my Bicep" für den britischen Radiosender BBC Radio 1 ist so vielseitig, dass er nicht nur für die Morgenstunden nach einem Clubbesuch geeignet ist. Die Boys aus Irlands hässlichster Stadt, Belfast, haben ein smoothes Downbeat-House-Set gebastelt, das deine Gäste vergessen lässt, dass du ihnen in Jogginghose die Tür geöffnet hast. In den 40 Minuten des Sets wirst du so viel Lust auf mehr tanzende Menschen bekommen, dass du kurzerhand zu einer Hausparty bei dir einlädst.




Samstagnacht Part.I
(Bild: Promo)

Jean Nipon

Was du gegen 22 Uhr brauchst, sind nicht noch mehr Gäste, sondern Musik, die die Anwesenden mit Tanzen beschäftigt, und sie so davon abhält, deine Inneneinrichtung zu zerstören. Dazu reichen dir zwei Sets aus der französischen Hauptstadt. Das erste stammt von Jean Nipon und führt langsam weg von deeper Housemusik und hin zu knatterndem Techno.

Der Pariser Szene-DJ Jean Nipon ist ein Virtuose hinter den Plattenspielern, er spielt bei seinen Sechs-Stunden-Sets gerne auch Hardcore Platten oder packt Pink Floyd-Klassiker aus. Gepaart mit Techno, dürfte das deine Musik-Nerd-Freunde glücklich machen – und deine Mainstream-Gäste verstummen lassen. Der Podcast für das in Brooklyn basierte Label "L.I.E.S." ist purer Underground.

Samstagnacht Part.II
(Bild: LIL)

Anetha

Wir bleiben in Paris und schalten um auf dunklen, einfallsreichen Techno. Anetha, ein Noch-Underdog der Pariser Techno-Szene, hat Ende vergangenen Jahres ihre erste Platte veröffentlicht und ist bisher hauptsächlich als Resident der berühmten Paris "Blocaus"-Partys bekannt geworden.

Ihre Musik ist voller Kraft und Energie – ohne durch zu überladenen Sound irgendwen vor den Kopf zu stoßen. Definitiv die richtige Wahl, um eine Hausparty im kleineren Kreis richtig krass werden zu lassen.




Sonntag

Über die Künstlerin hinter diesem Podcast ist so gut wie nichts bekannt. "LNS" lebt an Kanada’s Westküste, genauer in Vancouver, veröffentlicht am 22. Januar ihr erstes Tape auf dem Kanadischen Label "1080p" und wird von DJ Fett Burger als "Homegirl" bezeichnet. Das war’s auch schon.

Ihr Set für "Trushmix" wird der Sound deines Sonntages sein – egal ob mit dröhnendem Schädel beim Aufräumen oder bei Tee und Kuchen über einem Buch. LNS spielt gefühlvoll gemixte elektronische Musik die frei von blechernen Tönen und anstrengenden Beats ist.


Tipp: Den Bass gut aufdrehen, das Set kommt tief und sphärisch.



Alle Sets in einer Liste: