Bild: Privat

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ie Sorgen vergessen, stundenlang tanzen, Konfetti quer über die Tanzfläche streuen und die fetten Lasershows genießen: Das ist das Nature One. Das Elektro-Festival zieht dieses Jahr vom 4. bis 6. August wieder bis zu 65.000 Menschen nach Kastellaun auf die Raketenbasis Pydna in Rheinland-Pfalz. 

Einer der Headliner ist Elektro-DJ Cuebrick: Seine Tracks sind gezeichnet von schnellen Bässen und melodischem Gesang, die eine kurze Pause zum Durchatmen lassen, bevor die heftigen Drops kommen. 

Cuebrick produzierte dieses Jahr die Hymne des Nature One: "We call it home" heißt auch das Motto des Festivals. Die Idee: Alle sollen sich wie zu Hause fühlen. 

Was das für Cuebrick bedeutet, erzählt er im Interview: 

Vom Besucher zum Festival-DJ: Wie hast du das geschafft? 

Ich habe irgendwann mit 15, 16 Jahren angefangen aufzulegen. Erst im Kinderzimmer und dann auf den ersten Abi- und Uniparties. Es entwickelte sich alles wirklich schnell, bald spielte ich meinen ersten kleinen Festivals.

Mit der Zeit wurden die Locations immer größer. Dieses Jahr spiele ich das zweite Mal auf der Hauptbühne der Nature One. Ich habe selbst einen großen Respekt davor, wenn man bedenkt dass dort um die 65.000 Menschen feiern.

Aber um zu der Grundfrage zurück zu kommen: Es ist ein bißchen wie Fußball spielen. Je mehr du trainierst und spielst desto besser wirst du. Und letztendlich entwickelst du ein Gefühl für dein Publikum und lernst die Leute abzuholen.

Cuebrick beim Electric Love Festival in Österreich.(Bild: Privat)
Was macht für dich einen guten Auftritt aus?

Dass die Leute Spaß haben und wir auf einer Wellenlänge sind. Gemeinsam gute Musik erleben.

Wie kriegst du das hin?

Ich werd eine halbe Stunde vor dem Auftritt immer ruhiger. Ich geh dann in mich und überlege mir: Was könnte ich spielen? Ich bereite im vorhinein grob die Tracks vor, entscheide am Abend aber immer spontan was ich wirklich spiele. Dann schaue ich mir die Leute an: Wie sind die so drauf? Wie reagieren sie bei den anderen DJs? Und geh geistig noch mal meine Tracks durch.

Beim Spielen selbst merkt man ja relativ schnell, ob die Verbindung zu den Leuten da ist und ob sie die Musik so sehr feiern wie man es selbst tut.

Hattest du denn auch mal einen richtig schlechten Auftritt? 

Auf Festivals gar nicht. Aber ich wurde schonmal für einen Club gebucht und alle Leute wollten eigentlich nur Hip-Hop hören. Ich habe mich richtig fehl am Platz gefühlt. Man spielt dann aber trotzdem und denkt sich im Nachhinein: "So richtig gelohnt hat sich das gerade nicht."

Dein Song heißt "We call it home" – wo fühlst du dich zu Hause?

Auf dem Nature One auf jeden Fall. In den letzten Jahren schossen total viele neue Festivals aus dem Boden, aber die Nature One ist und bleibt etwas Besonderes, denn sie gibt es seit über zwanzig Jahren: Ich war mit achtzehn das erste Mal dabei und habe mit Kumpels auf dem Zeltplatz übernachtet. Das waren mit eine meiner ersten Berührungen mit der Festivalkultur.

So sieht es auf dem Nature One aus. (Bild: www.nature-one.com)
Was ist für dich das das Besondere an diesem Festival?

Auf der Nature One ist für jeden musikalisch etwas dabei – vom Underground bis zum Mainstream. Auch bei den Tanzflächen: Du kannst im Bunker tanzen, im Century Circus, der soweit ich weiß Deutschlands größte Techno-Stage auf einem Festival ist, oder eben auf der Open Air Stage unter freiem Himmel.

Außerdem ist es echt total abgefahren, was da auf dem Zeltplatz abgeht. Das Umland der Nature ist echt dünn besiedelt und plötzlich hast du 65.000 Menschen auf einem Zeltplatz. Die Stimmung auf diesem Zeltplatz ist sowieso einzigartig! Viele Leute bauen da kleine Mini-Stages und feiern ihre eigenen kleinen Partys.

Auf welche Kollegen freust du dich besonders? 

Wer mich sehr interessiert ist Netsky, weil ich früher selbst auch Drum'n'Bass aufgelegt habe. Und Stefan Dabruck. Er ist für mich eine deutsche DJ-Legende und feiert dieses Jahr beim Nature One seinen Abschied. Ich will mir auf jeden Fall auch Klaudia GawlasPappenheimer oder Felix Kröcher anhören. Vor allem, weil ich selbst kein Techno spiele und mich die Mukke sehr interessiert.

Tanzt du denn auch selber?

Na klar, wenn es mir richtig gut gefällt und die richtigen Leute dabei sind, dann tanze ich auch. Ich muss ja auch mal selbst da unten stehen, um wirklich Teil des Ganzen zu sein, mal den anderen Blickwinkel sehen.


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