Wir haben mit einem der Initiatoren gesprochen.

Am 14. Oktober wählt Bayern einen neuen Landtag. In Umfragen so stark wie nie: die AfD. Die Partei liegt laut aktuellen Hochrechnungen bei  11,8 Prozent an dritter Stelle, noch vor der SPD. 

18 Rap-Acts sprechen sich nun mit einem gemeinsamen Song gegen die AfD in Bayern und gegen rechte Hetze aus. 

Jens Hellmund alias Yen aka Audijens gehört zu den Initiatoren des Rap-Tracks. Er und seine Freunde Robby Classic und RaKeem hatten die Idee zu dem Rap-Großprojekt. "Wir haben die aktuellen Umfragewerte gesehen und waren geschockt", sagt Hellmund.

Sie wollten etwas gegen den rechten Vormarsch tun: "Wir haben uns dazu entschieden, ein Lied mit möglichst vielen Münchner Rappern zu machen."

Ich habe zusammen mit 2 Freunden ein Lied gegen die AFD und die aktuelle rechte Hetze organisiert. 18% Für die AFD? WIR...

Posted by YEN - Audijens on Monday, October 8, 2018

Die Organisation lief über Facebook: Die drei fragten Freunde aus der Rap-Szene, ob sie mitwirken wollen. Das Thema hätten sie vorgegeben mehr nicht. Einzige weitere Bedingung: "Wir wollten das Lied unbedingt vor der Landtagswahl veröffentlichen." Trotz des thematischen Leitfadens sei jedes Gruppenmitglied für den Inhalt selbst verantwortklich gewesen. 18 Rapper, 18 Parts, ein gemeinsamer Song. 

Genau das hat für mich das Projekt interessant gemacht. Es hat Musiker zusammen gebracht, die im Normalfall niemals zusammen Musik machen würden - aber ein gemeinsames Ziel hat sie zusammengebracht.
Jens Hellmund alias Yen aka Audijens

Mitgemacht haben beispielsweise Blond Lak, ZLEYR oder Agent ISSO. Das gemeinsame Video wurde innerhalb eines Tages gedreht.

Hier kannst du dir das Video zu "#wirsindmehr – München gegen Rechts" anschauen:

Die Resonanz auf das Lied sei gemischt gewesen, so Jens Hellmund: 

Zum einen freuen sich viele, dass wir Fahne zeigen und uns nicht verstecken. Zum anderen haben wir gemerkt, dass AfD-Wähler bestens vernetzt sind.

In der Kommentarspalte des Videos hätten viele AfD-Anhängerinnen und -Anhänger rassistische Kommentare verfasst. Hellmund weiß, dass sein Song, AfD-Wähler kaum umstimmen wird. Allerdings hofft er, zumindest ein paar Menschen zum Wählen motiviert zu haben.

München steht für Weltoffenheit. Das sollten wir zeigen.
Jens Hellmund



Grün

Warum Klima-Label für Produkte im Supermarkt feige sind
Schlechte Idee aus Dänemark 😡

Auf den Packungen in dänischen Supermärkten soll künftig stehen, wie schädlich die Produktion für die Umwelt war. Das plant der zuständige Minister Lars Christian Lilleholt. Kundinnen und Kunden sollen lernen, klimaschädliche Produkte zu meiden. (bento)

Was für eine feige Aktion.

Es ist so: Wenn wir Menschen so weiterleben wie bisher, steigt die Temperatur in den kommenden Jahrzehnten um vier Grad Celsius an – mit verheerenden Folgen: Küstenstriche überfluten, Menschen werden vertrieben, Unwetter nehmen zu, Dürren bedrohen Ernten, Menschen müssen ihre Heimat verlassen und das ist nur der Anfang.

Das Verbrennen von Öl, Gas, Holz und sonstigem Zeugs sorgt dafür, dass sich die Atmosphäre erwärmt. Wenn wir nur noch Produkte kaufen, die möglichst wenig schädlich fürs Klima sind, helfen wir der Umwelt. Unternehmen passen sich schließlich unserem Konsumverhalten an, so die Idee.

Was dabei ausgeblendet wird: Ein Großteil der schädlichen Treibhausgase geht auf einige wenige Firmen zurück. Die Konsumentscheidung von ein paar Däninnen und Dänen ist nett. Mehr aber nicht.

Für 71 Prozent der schädlichen Emissionen weltweit sind nämlich nur 100 Firmen verantwortlich.

Das haben Forscher berechnet. Darunter sind Ölkonzerne wie ExxonMobil, Shell, BP und Chevron. (Guardian)

Aber Dänemarkt nimmt sich nicht diese großen Unternehmen vor. Stattdessen werden die Verbraucherinnen und Verbraucher vorgeschickt: Ihnen soll ein schlechtes Gewissen gemacht werden, damit sie persönlich das Klima schützen. Obwohl der Einfluss für Einzelne verschwindet gering ist.

Nudging” nennt sich das, wenn die Politik ohne strenge Vorschriften die Wählerinnen und Wähler zu einem bestimmten Verhalten anschubst. Die Politik drückt sich damit aber vor ihrer Verantwortung.

Denn wir brauchen jetzt radikale Schritte, um den Temperaturanstieg noch auf 1,5 Grad zu begrenzen. Mit klaren Ansagen an ein paar Dutzend Unternehmen wäre schnell viel mehr getan.