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Tanzbar, emotional, eingängig – das waren seine größten Hits.

Ein weiterer Tag auf der Arbeit, die Krawatte kneift, die Laune ist im Keller. Und plötzlich ist da dieser Beat. Du kannst dich nicht gegen ihn wehren, fängst an zu tanzen – vergisst das triste Büro um dich herum.

Das Video zu "Levels", Aviciis erstem großen Hit, trifft ziemlich genau das, was die Musik des schwedischen Star-DJs mit uns zu machen vermochte. Seine Songs waren eingängig, ewige Ohrwürmer, oft nach einem simplen Prinzip geschneidert – und immer unwiderstehlich tanzbar. 

Gestern wurde Avicii, mit bürgerlichem Namen Tim Bergling, im Oman tot aufgefunden. Er wurde nur 28 Jahre alt (bento). Doch seine Lieder werden bleiben. Denn sie sind massentaugliche Tanzmusik in Perfektion.

Mit "Levels" fing alles an.

Jeder, der im Jahr 2011 einen Club besucht hat, hatte wohl einen "Levels"-Moment. Der Song wurde pausenlos gespielt, überall. Und irgendwie konnte niemand dazu stillsitzen. Zu stark war der Impuls, zum "Düdüdüdüdüdüm" auf und ab zu springen. Selbst diejenigen, die sonst vornehm an der Bar sitzen bleiben, mussten zu "Levels" zumindest mit dem Fuß wippen – und konnten ihre Begeisterung immerhin damit rechtfertigen, dass Avicii die legendäre Etta James featurete.

Mit "Wake me up" gelang ihm endgültig der Durchbruch.

2013 veröffentlichte Avicii sein Album "True". Die erste Single daraus machte gleich klar, wohin es gehen würde: Ohne Umschweife an die Spitze der Charts.

"Wake me up" war so ein Song, dem sich niemand entziehen konnte. Nicht einmal die, die solche Musik eigentlich furchtbar finden. 

Der gefühlvolle Gesang von Aloe Blacc, die eingängige Melodie, der mitreißende Beat – Avicii hatte einen fast perfekten Track produziert. Weltweit stürmte der Song die Charts.

Von da an wurde jede neue Avicii-Veröffentlichung zum Hit.

"Hey Brother" zum Beispiel.

Ein Song, der "Wake me up" sehr ähnelt: Ein langsamer Anfang, eine eindringliche Männerstimme, und dann irgendwann kommt der Beat – mit diesem Erfolgsrezept funktionierten einige von Aviciis folgenden Hits.

So auch "Waiting for Love":

Der Song war die erste Single aus Aviciis zweiten Album, "Stories". Wie zu erwarten, wurde auch dieses Album ein riesiger Erfolg.

Umso überraschender war es für seine Fans, als er kurz darauf bekannt gab, keine Live-Auftritte mehr geben zu wollen. Zu wenig Zeit für sich selbst, so die Begründung, auch gesundheitliche Probleme hätten bei der Entscheidung eine Rolle gespielt. 

Avicii machte dennoch weiter Musik – bloß eben nicht mehr auf der großen Bühne.

Einer seiner letzten Hits: "Lonely Together"

Diese Zusammenarbeit mit Sängerin Rita Ora erschien im August vergangenen Jahres. Es ist ein etwas ruhigeres Lied, nicht wirklich für den Club geeignet. Und trotzdem ein typischer Avicii – er verwebt Rita Oras emotionalen Gesang mit elektronischen Beats, heraus kommt wieder mal ein Song, den man tagelang nicht aus dem Ohr bekommt.

Für seine Fähigkeit, mit einfachen Rezepten ständig neue Ohrwürmer zu schaffen, haben Avicii viele auch verflucht – fanden seine Songs zu einseitig, sein Erfolgsrezept allzu simpel.

Doch eines steht fest: Er hat es geschafft, den Geschmack der Massen zu treffen – und Millionen Menschen dazu gebracht, zu denselben Liedern zu tanzen. Den langweiligen Alltag für ein paar Stunden zu vergessen.

Auf den Dancefloors dieser Welt wird Avicii uns deshalb auch nach seinem Tod begleiten.


Future

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