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“Anti“ kommt. Endlich. Rihanna veröffentlicht - wenn die Gerüchte stimmen am Freitag - ihr neues Album. Auf dem Cover der achten Platte: eine Arbeit des israelischen Künstlers Roy Nachum, die RiRi als Kind mit goldener Krone auf dem Kopf abbildet. Von allen Covern, die sie bisher gemacht hatte, sei das ihr Liebstes. Nachum arbeitete Gedichte von Chloe Mitchell in Blindenschrift ein, die auch schon bei der im März erschienenen Single “Bitch Better Have My Money“ zum Konzept gehörte.

(Bild: Albumcover "Anti")

Rihanna ist Sängerin. Internet. Pop. Sie prägte den Stil einer ganzen Generation modischer Exzentriker und sorgte für radiotaugliche Dauerbrenner. 2012 wurde die barbadische Leistungsträgerin vom Billboard Magazin zur erfolgreichsten Künstlerin des Jahrzehnts gekürt. Und weil niemand an Robyn Rihanna Fenty vorbeikommt, gibt es passend zur visuellen Runderneuerung der Künstlerin einen historisch wertvollen Beitrag über die vergangenen zehn Jahre Frisuren- und Stilwechsel. Enjoy.

2005: Jingle Ball Los Angeles

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Glossy Lippen, geglättete Haare und Hüftjeans. 2005, also lange bevor Rihannas Instagram Account wegen zu viel nacktem Po offline musste, und das Hanfblatt zu einem ihrer liebsten Motive avancierte, war RiRi alles andere als BadGal. Manch einer erinnert sich noch, in der Dorfdisco zu "Pon De Replay“ an der Stange getanzt zu haben. Die Debütsingle erscheint auf "Music of the Sun“ und wird Rihannas erste Top-5-Single in den USA.

2006: MTV Europe Music Awards Kopenhagen

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Ein Jahr später erscheint bereits RiRis zweites Studioalbum: “A Girl Like Me“. Als zweite Single wird "Unfaithful" veröffentlicht, die Single erreicht in 18 Ländern die Top 10 der Charts, in Kanada und der Schweiz sogar Nummer eins. Zur Erinnerung: Wir schreiben das Jahr 2006. Eine Zeit, in der man den Erfolg einer Musikerin noch an den physisch verkauften Tonträgern festmachte, und Twitter gerade erst gelauncht wurde. Rihanna gewinnt den "Best R&B Award“ bei den MTV Europe Music Awards. Sie liebt: enge Glitzerfummel und Standard-Wallemähne.

2007: Bambi Awards Düsseldorf

“Let it rain, I hydroplane into fame.“ Danke dafür und dass du Rihanna entdeckt hast, Jay. Das Video zu “Umbrella“ hat alles, was man an 2007 nicht vermisst: Smokey Eyes, enge Lederklamotten, asymmetrische Bobs und einen Refrain, dessen Nervigkeitsgrad kaum zu überbieten ist. Rihanna. Good Girl Gone Bad, das üben wir noch ein bisschen!

2008: American Music Awards Los Angeles

Schon besser. Rihanna hat sich Sterne in den Nacken tätowieren lassen und lässt im Video zu Disturbia zum ersten Mal andeuten, in welche Richtung sie sich persönlich entwickeln möchte. Darker soll es werden, härter. Die Haare sind kurz, die Fesseln schneiden in ihre Haut. Präsentiert hat RiRi den Track zum ersten Mal, wie soll es auch anders sein, bei den MTV Video Music Awards 2008 in Los Angeles. Ursprünglich war der Track für Chris Brown gedacht. Das Ende der Story kennt man ja inzwischen.

2009: Hammerstein Ballroom New York

Jedes Jahr ein neues Album, das gilt auch für 2009. Es wird gemunkelt, dass sie mit der aggressiven Selbstdarstellung die Beziehung mit Chris Brown inklusive Prügel-Attacke vor der Grammy-Verleihung verarbeiten möchte. “Rated R“ erscheint im November des Jahres und ist - zumindest kommerziell - deutlich erfolgreicher als die Vorgänger. 2010 wird “Rated R“ mit Platin für 1.000.000 verkaufte Exemplare ausgezeichnet. Fünf Jahre später ist keiner der Tracks mehr relevant. Schnelllebigkeit für das Business, das hört man der Platte an.

2010: MTV Europe Music Awards Madrid

Schöne Menschen können jede Haarfarbe tragen. Braun, blond, schwarz. Zur Abwechslung rot. Passt auch zum Filter, der über das Wüstenvideo geklatscht wurde. Der Track ist die erste Singleauskopplung aus Album Nummer fünf: “Loud“ und wurde von Crystal Johnson geschrieben. 2011 bekommt Rihanna dafür einen Grammy - trotz oder dank der Eurodance Elemente, diese Frage wurde bis heute nicht geklärt.

2011: Festival in Hylands Park

(Bild: gettyimages.de / Ian Gavan)

Auch hier wird wieder so lange auf den Synthesizer gedrückt, bis David Guetta neidisch wird. Imitiert ist nicht nur der Aufbau des Tracks, auch beim Video hat die eigene künstlerische Vorstellungskraft offensichtlich nicht gereicht. Rihanna wird von David LaChapelle beschuldigt, die Ideen und Posen zu "S&M“ von seinen Bildern kopiert zu haben. Der umstrittene Fotograf ist bekannt für seine anzüglichen Fotos und wirft Rihanna vor, Komposition, Konzept, Gefühl, Ton, Stimmung und Thema geklaut zu haben.

2012: NBA Games Los Angeles

Drei Jahre nach dem Vorfall sind Rihanna und Chris Brown wieder für kurze Zeit zusammen. 2013 trennen sie sich erneut. Als Vogue-Muse mit 53 Millionen Followern möchte man meinen, die Dame hätte freie Wahl. Im Cover-Interview spricht sie offen über ihre Sehnsüchte: "I haven't been having sex or even really seeing anybody. I don't want to wake up the next day feeling guilty. I mean I get horny − I'm human, I'm a woman, I want to have sex.“

2013: American Music Awards Los Angeles

(Bild: gettyimages.de / Kevin Winter)

2013 gibt es kein neues Album. Während den American Music Awards in L.A. bekommt Rihanna den AMA Icon Award von ihrer Mutter Monica Braithwaite Fenty überreicht. Liebe in Bildern.

2014: Diamond Ball Beverly Hills

Das Handtattoo wurde erweitert, der Stern im Ohr ist mit der Zeit verlaufen. Rebelle fleur auf der linken Halsseite bleibt: grammatikalisch falsch.

2015: Hollywood

Mit “American Oxygen“ und “Bitch Better Have My Money“ hat Rihanna gleich zwei epische Videos am Start. Rihannas blutüberströmtes Gesicht in "Bitch Better Have My Money" erinnert an die Verfilmung von Stephen Kings "Carrie". Die Hauptfigur in dem von Brian De Palma inszenierten Horrorklassiker aus dem Jahre 1976 wird nach einer manipulierten Wahl zur Ballkönigin gekrönt und anschließend mit Schweineblut übergossen, da sich ihre Mitschüler gegen sie verbünden.

In American Oxygen gibt sich Rihanna politischer als bisher, immer wieder werden kontroverse Fotos aus der Geschichte Amerikas eingeblendet. Rihanna sieht keinen Tag älter aus als 17 und trägt nippelfrei.

2016 startet Rihannas “Anti“ Tour in Amerika. Für Deutschland sind fünf Stopps geplant.


Danke, RiRi.