Bild: Jens Kalaene/dpa
So klingt "In meinem Bett"

AnnenMayKantereit spielen sich langsam warm für ihr neues Album. Heute haben sie die zweite Single "In meinem Bett" veröffentlicht. Und man kann sagen: Die drei Jungs aus Köln klingen auf jeden Fall anders als früher.

Wie klingt die neue Single von AnnenMayKantereit?

Die musikalische Entwicklung, die die Band in den letzten Jahren durchgemacht hat, ist deutlich spürbar. Der neue Song klingt deutlich melodischer als früher. Ein tanzbarer Beat mit Congas, Gitarren-Riffs und eine Bass-Line, die sauber mitwippt. 

Im ersten Moment erinnert nicht viel an das letzte Album der Band. "In meinem Bett" klingt eher nach einem Kaffeehaus-Song, den man an verregneten Nachmittagen hört, um zumindest ein bisschen gute Laune zu bekommen.

Von den durchweg melancholischen, wütenden Tönen der früheren Songs ist nicht mehr viel zu hören. Die Single wird sehr glattgeschliffen, aufwendig produziert und vielleicht ein bisschen zu sehr durchdacht – irgendwie zu perfekt.

Hier kannst du den ganzen Songs hören:

Wie ist der Text?

Mindestens genauso wichtig wie die Musik, waren bei AnnenMayKantereit immer die Texte der Songs. Auch hier gibt es deutliche Unterschiede zu älteren Songs. Alles eine Spur freundlicher als früher, nicht alles so düster und melancholisch. Sänger Henning singt davon, dass er mit einer zweiten Person einen Tag im Bett verbringt. Das war es. Ein klassischer Feel-Good-Text.

"In meinem Bett" ist nach "Marie" die zweite Single des neuen Albums "Schlagschlatten". Die Platte erscheint am 7. Dezember.


Gerechtigkeit

Nadia Murad bekommt den Friedensnobelpreis – und das ist eine sehr gute Entscheidung
Metoo hat es neue Kraft verliehen.

Die Frau stoppt kurz, atmet tief ein. Es wirkt, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen. Sie tut es nicht. Spricht ruhig und betont weiter: "Sie haben uns angefasst und verletzt." Der riesige Mann, der für sie aussah wie ein Monster. Und der etwas kleinere, der von ihr verlangte, sich hübsch anzuziehen. (SPIEGEL ONLINE)

Nadia Murad ist da 21 Jahre alt und spricht vor dem Uno-Sicherheitsrat über die Vergewaltigung und Misshandlungen durch IS-Kämpfer. Es ist ein Auftritt, der die ganze Welt bewegt – und der die Jesidin zu einer Botschafterin für ihr ganzes Volk macht. Und zu einer weltweit beachteten Aktivistin gegen sexuelle Gewalt auf der ganzen Welt.

"Alle Verbrechen gegen Frauen und Kinder in Syrien, im Irak, in Somalis oder Nigeria müssen ein Ende finden", sagt sie am Ende der Rede. "Überall auf der Welt. So schnell es geht."

Heute ist Murad 25 Jahre alt, Uno-Sonderbotschafterin – und bald Trägerin des Friedensnobelpreises. 

Zum Jahrestag der Metoo-Debatte könnte es keine bessere Entscheidung geben (bento). Ihre Ehrung ist das richtige Zeichen, zur richtigen Zeit. Murad stammt aus einem Dorf im Nordirak und überlebte einen Monat in Gefangenschaft des "Islamischen Staates". Sie wurde vergewaltigt und schaffte die Flucht – weil einer der Männer eine Tür nicht abschloss. Tausende Jesiden starben, Tausenden Jesidinnen erging es wie Murad.

Jetzt redet Murad über ihre Geschichte – und macht Frauen auf der ganzen Welt Mut, frauenfeindliche Machtstrukturen aufzubrechen, gegen Vergewaltigung zu kämpfen und stark zu sein.

Neben Murad bekommt Denis Mukwege in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Auch seine Wahl ist genau die Richtige. Der kongolesische Arzt hat in den vergangenen 20 Jahren mindestens 50.000 vergewaltigte Frauen operiert – und vielen das Leben gerettet.

Metoo hat Diskussionen über Gewalt und Dominanz von Männern auf der ganzen Welt ausgelöst – aber das allein reicht nicht.

Wer will, dass die Bewegung das Verhältnis von Frauen und Männern für immer verändert, der muss immer wieder Vorbilder fördern. Und ja, der muss sie auch auszeichen. Das hat das Nobelpreis-Kommittee nun getan und damit auch der Metoo-Bewegung neue Kraft verliehen.