Alles über "What Do You Mean". Was soll uns dieses Video sagen?

Selbst Verehrer der Kunst von Justin Bieber müssen zugeben: Irgendwas stimmt nicht mit diesem Video. Es scheint, als hätte Justin Bieber mit drölf verschiedenen Regisseuren an drölf verschiedenen Konzepten gearbeitet, die dann alle jeweils zu einem Drölftel in das endgültige Video integriert wurden. Beängstigend: Die drölfhundert Millionen ZuschauerInnen des Videos auf Youtube scheint das nicht zu stören. Schauen wir uns das Video mal etwas genauer an.

Blade Runner starring Justin Bieber

Direkt zu Beginn des Videos inszeniert sich Justin Bieber erstaunlicherweise ausgerechnet in einer Schriftart, die durch den Film “Blade Runner” 1982 berühmt geworden ist.

Es ist düster, es regnet aus Eimern – wie auch in Blade Runner. Wäre es bei so vielen Parallelen nicht cool gewesen, direkt noch den Hauptdarsteller von damals im Video zu featuren? Harisson Ford hätte bestimmt mitgemacht.

Drive starring Justin Bieber

Na, Drive, ihr wisst schon. Dieser Film, der aussah, wie mit Instagram-Filter gefilmt. Durch den Ryan Gosling 2011 trotz dieser extrem geschmacklosen, weiß-silbernen Jacke mit Skorpion drauf endgültig in die Liga der extraordinären Sex-Symbole aufgestiegen ist.

Genug Mut für eine hässliche Jacke hatte Justin offenbar nicht – also dafür umso sexier in die Kamera schauen? Der sexy Blick geht irgendwie in die Hose und kommt trotz der farbigen Hintergrundakzente im Drive-artigen Pink arg gezwungen rüber.

SO geht das. Ryan Gosling Swag (c) by Ryan Gosling.

Softporno Unterbuchsen Product Placement starring Justin Bieber

Da musste Justin wohl noch irgendeine offene Rechnung mit seinem Unterwäschesponsor begleichen. Gar nicht so richtig unterschwellig streckt er Hintern und Höschen in die Kamera.

Die Softporno-Sequenz, bei der Justin sich gefühlt immer wieder aus- und wieder anzieht, dauert insgesamt über eine Minute lang. Kurzfassung: Justin und seine Gespielin haben sich abwechselnd entweder voll dolle lieb oder streiten sich.

Justin Bieber gegen ein paar Maskenmänner

Mit wem Bieber da Stress hat, ist nicht so richtig klar und wird weder in der zu langen Liebeszene noch im zu langen Intro des Videos erklärt.

Ist es Marsimoto?

Ne, der ist eigentlich zu chillig drauf.

Ist es Anonymous? "Change The World" lautet eins der Mottos der mysteriösen Organisation. Ob dafür ausgerechnet Justin Bieber der richtige Einstieg ist? Ja, der Typ nervt. Aber gibt’s nicht größere Baustellen auf der Welt?

Oder ist es vielleicht Sido? Seit seiner naiven Li-la-Launebär-Hymne für die ARD-Themenwoche Heimat darf wohl bezweifelt werden, dass sich Sido überhaupt noch über irgendwas aufregt. Wer Deutschland so rosa sieht, kann bei Justin nicht schwarzsehen.

Endgültig klären lässt sich die Identität der drei Angreifer vorläufig nicht. Ist auch egal. Die beiden Turteltäubchen landen im Kofferraum, werden verschleppt, können sich aber befreien, werden verfolgt und es kommt zur:

B-Movie Stunt Parade starring Justin Bieber

Eine besonders schöne Szene mit wehendem Bieberschen Vogelhaar.

Achtung, Absprung vorwärts:

Uuund da landen sie. Auf dem Hintern.

Nicht die Spur einer Falte oberhalb des Biebers Spalte
Wilhelm Busch

Den Anschlussfehler hat der Continuity Supervisor wohl übersehen – weil er damit beschäftigt war, Justins Unterbuchse zwischendurch immer wieder faltenfrei zu bügeln. Besser so. Hätte dem Sponsor auch wirklich nicht gefallen, nur als Clvin Kln, avin Kli oder Can Kein im Video präsent zu sein.

Bromance Überraschungsparty starring Justin Bieber

Das große Happy End: Die Handlungsfäden laufen zusammen: Der Maskenhauptmann war Justins Kumpel aus dem viel zu langen Intro des Videos. Die anderen sind irgendwie auch Freunde oder so. Und irgendwie ist alles eine Art Überraschungsparty. Und Justin Bieber schenkt seinem Kumpel ein Feuerzeug mit einem Fuchs oder sonst einer Gravur drauf. Und dann niest er sich in die Hand und schlägt mit der gleichen (vollgeniesten) Hand mit seinem Kumpel ein. Aus Gründen.

EDM meets Skate Contest Event meets Mode Shooting

Ja und dann ist da noch das große Finale, das mit knapp anderthalb Minuten wieder deutlich zu lange geraten ist. Justin Bieber profiliert sich von seiner käsigsten Seite. Optisch sieht das Ganze aus wie ein Animationsvideo auf Basis einer Collage, die Siebtklässler im Religionsunterricht zum Thema "Identität" angefertigt haben: Mit Schnipseln aus einem C&A Katalog für "Kids" von 1998 und aus dem H&M Lookbook von 2007.

Ekstatisch hocheuphorisierte Teenager in selbstverliebter Profilierungsrage auf der Tanzfläche und zwischendurch Skateboardprofis. Klassiker.

Apropos Teenager in selbstverliebter Profilierungsrage: Die Google Bildersuche zu "bird funny haircut" während der Recherche für diesen Artikel hat deutlich mehr Spaß gemacht, als das wiederholte Ansehen des Bieber-Videos. Mein Vorschlag: Vergnügt euch mit lustigen Vogelbildern und zieht euch dann das liebevoll gemachte Loop-Remake von "What do you mean" dieser zwei Hipster rein. Der Kühlschrank-Bassline gehört die Zukunft!

Du willst lieber richtige Musik hören, dann schau Dir doch mal den Artikel von uns über K.I.Z und AnnenMayKantereit an.