Bild: Daniel Silva Gaxiola/Unsplash (bento-Montage)
"Laaast Christmaaaas I gave you my heaaart!"

Es gibt Menschen, die Weihnachten nicht besonders mögen. Der Stress beim Geschenke kaufen, überfüllte Innenstädte, "Last Christmas" im Radio – Gründe dafür gibt es viele.

Es gibt aber auch Menschen, die sich so sehr auf Weihnachten freuen, dass sie es nicht bis Dezember abwarten können, um die schönen Dinge der Weihnachtzeit zu genießen. Wie den Duft nach Zimt und Mandarinen, kuschelige Weihnachts-Pullover oder "Last Christmas" im Radio zum Beispiel.

Kommt dir das bekannt vor? Du liebst Weihnachten?

Diese zwölf Situationen kennst du bestimmt, wenn du dich schon im November auf Weihnachten freust. 

Oder bist du die Person, die einen solchen Menschen kennt, der sie von nun an in den Wahnsinn treiben wird?

1Es ist Anfang November. 

Du steckst die Halloweendekoration in eine Kiste, löschst die Gruselfilme aus deiner Merkliste auf Netflix und bist ab heute in Weihnachtsstimmung.

2Endlich fühlst du dich nicht mehr total seltsam, wenn du gedankenverloren "Rudolph the Red Nosed Reindeer" vor dir her summst und bemerkst, dass dir jemand zuhört.

Aber auch "Alle Jahre wieder" und die komletten Weihnachtsalben von Rolf Zuckowski lassen sich sehr gut summen.


3Ja, klar, die Lebkuchen und Zimtsterne hast du schon im August gesehen. Aber Weihnachtsgebäck im Sommer ist nicht weihnachtlich genug. 

Sobald die Tage kürzer werden, deckst du dich mit allem ein, was der Einzelhandel so hergibt und lädst deine Freunde ein. Die perfekte Gelegenheit für dich Tee und Kaffee aus deinen Weihnachtstassen zu servieren und Plätzchen anzubieten. 20 Grad Celsius Außentemperatur und Sonnenschein? Egal. Mehr Zimt!


4Beim Einkaufen fragst du deine peinlich berührte Freundin, ob sie ein Foto von dir und einer, in einem Laden aufgestellten, Weihnachtsmann-Figur macht.

Sie macht auf dein Zurufen hin zwanzig Fotos auf denen du die Szene so richtig fühlst und als Weihnachtswichtel dem Weihnachtsmann Geschenke reichst.

5Du gibst deinen Freunden und deinen Eltern immer wieder eindeutige Hinweise, dass du dir einen gebastelten Adventskalenderwünscht. 

Dafür willst du auch nichts zu Weihnachten. Oder zum Geburtstag. Wirklich!

6Du fragst ständig in deinem Bekanntenkreis nach, ob schon jemand einen Glühweinstand gesehen hätte und bist immer auf der Suche nach dem ersten Weihnachtsmarkt in der Gegend. 

Sobald einer öffnet, rufst du alle deine Freunde an bis du jemanden findest, der mit dir dort einen ganzen Abend verbringt.

7Die Playlists von letztem Jahr hast du neu sortiert und hörst acht Wochen lang Weihnachtsmusik.

Deine Freunde drehen durch, sobald das erste Mal "Last Christmas" im Radio läuft. Sobald sie merken, dass du gerade alle deine Kraft aufbringst, um nicht mitzusingen, fragen sie dich fassungslos, wie du dieses Lied gut finden kannst. Du wirst beleidigend.

8Die ganzen Lied-Texte beherrscht du sowieso im Schlaf. Und das beweist du auch, sobald du irgendwo ein Weihnachtslied hörst. 

Deine Freunde hören auf, dich Musik aussuchen zu lassen. Du klaust ihre Ladekabel. Es endet mit absurden Abmachungen darüber, wie viele "normale" Songs zwischen zwei Weihnachtsliedern laufen dürfen.

9Spätestens am ersten Dezember hast du einen Weihnachtsbaum in der Wohnung stehen.

Wochen vorher planst du genau, wo er stehen wird und schleppst die Weihnachtskiste in die Wohnung. Wenn du Besuch hast und dieser den folgenschweren Fehler begeht, dich zu fragen, woher du denn die schöne Eichhörnchen-Christbaumkugel hast, erzählst du ihnen präzise alles über deinen Weihnachtsbaum.

10Du trägst deine Weihnachtspullover mit Stolz auch wenn deine Freunde fragen, ob du auch noch irgendwelche anderen Klamotten besitzt.

Ja, das tust du. Obwohl du machmal wirklich ins Schwitzen kommst. Aber du hast sowieso genügend weihnachtliche Accecoires um jedes noch so schlichte Kleidungsstück zu veredeln.

11Aber du musst doch auch so früh mit der Weihnachtvorfreude anfangen. Schließlich gibt es so viele tolle Musik zu hören und so viele schöne Filme zu sehen.

Und die siehst du wirklich alle: Von den "Peanuts" und "Eine schöne Bescherung" bis hin zu "Polarexpress" und "Tatsächlich Liebe". 

12Du hörst beim Arbeiten ganz leise "All I want for Christmas is you" aus den Kopfhörern deiner Kollegin klingen. Du starrst sie mit glitzernden Augen an und ihr wisst beide: ihr seid nicht allein. 


Future

Arrangierte Ehen: Wie es ist, wenn dir die Familie deinen Partner aussucht

Wer will schon seine Eltern beim ersten Flirt, beim ersten Kennenlernen dabeihaben? 

Sarah und Amal wollten das. Sie haben sich ihre Partner nicht selbst ausgesucht, ihre Familien haben das für sie getan. Dabei ist wichtig: Arrangierte Ehen bedeuten nicht gleich Zwangsheirat. Amal und Sarah haben sich freiwillig dazu entschlossen. 

Die Partnerin oder den Partner auf diesem Weg kennenzulernen war zwar auch in Deutschland mal alltäglich – aber das ist lange her. In der heutigen Zeit? Wählen wir selbst unsere Partnerin oder unseren Partner.

Die beiden Frauen haben uns erzählt, wie das Kennenlernen mit dem Mann verlief, den nicht sie, sondern ihre Familien für sie aussuchten – und wie sie sich in ihre Partner verliebten. Sarah und Amals Ehemänner wollten leider nicht mit bento sprechen, waren aber einverstanden, dass ihre Partnerinnen uns von ihren arrangierten Ehen erzählen.

Sarah ist 24 und Krankenschwester. Momentan ist sie im Mutterschaftsurlaub. Ihr Mann ist 33 und arbeitet im Vertrieb. Das Ehepaar lebt mit einem kleinen Sohn in der Nähe von Karlsruhe.

Als ich meinen Ehemann kennenlernte, war ich 20, er 29. Meine Schwester hatte sich damals verlobt und sollte demnächst heiraten. Ihr damaliger Verlobter und heutiger Mann hatte einen Freund, von dem er fand, dass er und ich sehr gut zusammenpassen würden. Er ist Muslim, wohnte in der Nähe und stammt ebenfalls ursprünglich aus Marokko – das war meinen Eltern sehr wichtig. 

Der Verlobte meiner Schwester wollte, dass wir uns auf der anstehenden Hochzeit kennenlernen. Ich war zu dem Zeitpunkt schon einmal verlobt gewesen mit einem Mann, den ich selbst kennengelernt hatte. Es hatte nicht geklappt, wir hatten uns getrennt.

Deshalb war ich zu dem Zeitpunkt sehr vorsichtig, was die Partnerwahl betraf. Meine Schwester und ihr Mann überredeten mich aber. Ich traf meinen zukünftigen Ehemann also das erste Mal auf der Hochzeit meiner Schwester.

Wir redeten kaum an dem Tag, aber tauschten Handynummern aus und trafen uns danach. Uns war von Anfang an klar: Wenn es funktioniert, heiraten wir. Die Hochzeit stand immer im Mittelpunkt. 

Ich wollte das Kennenlernen aber nicht überstürzen und es langsam angehen – auch weil meine Beziehung davor gescheitert war.