Ihr könnt doch nicht den Bahnverkehr zwei Wochen lang sperren!

Was passiert, wenn man eine Stadt mit 350.000 Einwohnern mitten in NRW für zwei Wochen vom Bahnverkehr abschneidet? Was wie ein Sozialexperiment klingt, ist ab Samstag Realität in Wuppertal. Für zwei Wochen wird die Stadt komplett gesperrt. 

Kann die Bahn nicht bringen? Doch. Ein neues Stellwerk soll gebaut werden, bestätigte die Bahn bento auf Nachfrage. Die Bahn selbst bezeichnete das als "Herkulesaufgabe" – innerhalb der zwei Wochen und noch einmal sechs Wochen im Sommer soll das Bauprojekt umgesetzt sein. "Die Arbeiten laufen unter extremen Zeitdruck, um die Sperrpausen, in denen kein Zug fährt, bestmöglich auszunutzen", sagt die Bahn.

Über 32 Millionen Euro soll das neue Stellwerk kosten (Deutsche Bahn). Auch wenn die Baumaßnahme notwendig sein mag – wir finden: Ohne Wuppertal fehlt dem Bergischen Land etwas.

4 Dinge, die wir vermissen werden, wenn der Bahnverkehr lahm liegt:

1. Das Bierchen im Luisenviertel

"Fahrgäste sollten mit Verspätungen rechnen", sagt die Bahn zu bento. Akut davon bedroht: Unser Feierabendbier. Ab Samstag heißt es deswegen: Festsitzen im Zug statt in der Köhlerliesel oder der Viertelbar im Luisenviertel. Wir werden das Bierchen in der Abendsonne vermissen!

Und auch dieses Frühstück entgeht ab morgen leider allen, die nicht direkt next door wohnen, sondern erst in eine Bahn steigen müssten. Unverschämtheit!

2. Den Wuppertaler Wald

Ja, richtig gelesen. Wupppertal ist nicht nur Industriestadt. Der Kothener Wald in Wuppertal ist alles andere als Industriekultur. Freiheit für alle, die am Wochenende gerne ihr Fahrrad einpacken und eine Runde durchs Grüne drehen oder durch die BMX-Strecken heizen. 

Dank der Bahnsperrung müsst ihr jetzt vorher durch die ganze Stadt fahren, um ans Ziel zu kommen. Wem das zu weit ist, der muss in der nächsten Zeit auf das hier verzichten: 

3. Auf die Clubkultur

Okay, tagsüber gibt es Schienenersatzverkehr. Aber nachts? Was wir also vermissen werfen: Das Nachtleben. 

Den kleinen Kitchen Club, in dem man immer bekannte Gesichter trifft. Oder auch das Butan, was deutschlandweit bekannt ist. Wo sonst meistens Techno-Partys sind, es dieses Wochenende aber mal wieder eine Themenparty gibt. Schade!

4. Die Schwebebahn

Selbst wenn die Schwebebahn von den Sperrungen nicht direkt betroffen ist, ist es ratsam, auf eine Fahrt am Wochenende zu verzichten. Denn während du aus dem Fenster auf die Stadt schaust, drängen sich hinter dir die Leute dicht an dicht

Du warst nicht der Einzige, der die Idee hatte, ab dem Wochenende auf die Schwebebahn umzusteigen. Gruppenkuscheln in luftiger Höhe – können wir drauf verzichten. 

Vermissen werden wir die Bahn trotzdem. Ungeklärt bleibt auch die Frage, wie wir unsere Elefanten in der kommenden Zeit transportieren – das klappt halt nur in der Schwebebahn so richtig gut.


Retro

Wie gut erinnerst du dich an die Lieder von Rolf Zuckowski?
The-, lieber The-e-e-eo, mach mir ein Bananenbrot.

Mit ihm haben wir die Jahreszeiten gelernt, beim Keksebacken gesungen und zu den Verkehrsregeln getanzt: Rolf Zuckowski hat für viele Menschen in Deutschland den Soundtrack ihrer Kindheit geschrieben. Wer in den Achtziger- und Neunzigerjahren noch klein war - oder schon Kinder hatte - kam um seine Songs so gut wie nicht herum. 

Seit einigen Jahren ist Rolf Zuckowski eigentlich im Ruhestand. Doch offenbar kann er einfach nicht ohne die Musik. 

Deshalb bringt er nun, kurz vor seinem 70. Geburtstag, ein neues Album heraus. Mit dem Album "Rolfs Neue Vogelhochzeit" geht er ab Mai auf Tour. Thema: 40 Jahre Rolf-Musik.