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Trump und Clinton everywhere! Kurz vor der Wahl in den USA sind die Gesichter der beiden Präsidentschaftskandidaten allgegenwärtig. Und wenn das schon dem ein oder anderen Deutschen zu viel wird, wie muss es dann erst einem echten Amerikaner gehen?

Alexander Dudley ist so ein waschechter Amerikaner und es gibt ein paar Fragen, die "keksen" ihn richtig an, wie er sagt. Vor sieben Jahren ist der 27-Jährige aus Missoula in Montana nach Deutschland gekommen: In der baden-württembergischen Kleinstadt Esslingen hat er Deutsch gelernt, Maschinenbau studiert und einen Job als Ingenieur gefunden.

Nach so langer Zeit in Deutschland erzählt Alexander bento, welche Fragen er als Amerikaner nicht mehr hören kann.
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1. Und, wen wählst du? Clinton oder Trump?

Das ist allererste Frage, die wir Amerikaner von den Deutschen wirklich immer hören: Clinton oder Trump? Diese Frage nervt mich zur Zeit am meisten, weil der ganze Wahlkampf mich nervt. Ich antworte dann, dass ich Hillary wählen werde, obwohl ich sie eigentlich ohne Ende hasse! Aber ich hasse sie eben nicht so sehr wie Trump.

2. Bist du eher Demokrat oder Republikaner?

Selbst wenn keine Wahlen sind, werde ich in jedem Gespräch gefragt, was ich wählen würde. Auch das nervt mich. Denn eigentlich würde ich gerne die Republikaner wählen, hätten die nicht so einen Vollpfosten als Kandidaten.

Ich bin von der Grundeinstellung her eher konservativ: In den USA bedeutet konservativ nämlich, dass sich der Staat eher aus dem Leben der Menschen raushält, dass der Gedanke der Selbstbestimmtheit und Selbstversorgung eine größere Rolle spielt. Die Demokraten sind hingegen eher dafür, dass sich der Staat in alle Lebensbereiche einmischt. Das mögen die Europäer ja auch ganz gerne, aber ich mag das nicht.

3. Dein Vater ist bestimmt in der Armee, oder?

Das höre ich auch sehr, sehr oft. Alle gehen davon aus, dass meine Eltern zum Militär gehören und wir deshalb hier stationiert wurden – und dass ich als Kind dann hierhin geschleppt worden bin. Ja, solche Amerikaner gibt es natürlich auch in Deutschland. Ich habe mich aber selbst dazu entschieden, weil ich unbedingt in Deutschland studieren wollte – und meine Eltern waren zum ersten Mal in Deutschland, als sie mich hier besucht haben.

4. Aber du hast sicher deutsche Vorfahren?

Wenn ich meinem Gesprächspartner versichert habe, dass meine Eltern nicht zum Militär gehören, werde ich meistens direkt nach meinen deutschen Vorfahren gefragt. Und ich antworte dann: Nee, hab ich nicht! Und machmal fange ich laut an zu lachen – bei so vielen Stereotypen.

Meine direkten Vorfahren sind nicht deutsch: Das sind alles Amerikaner. Irgendwo in meinem Stammbaum gibt es natürlich Deutsche. Ich glaube, jeder Amerikaner hat irgendwelche deutschen Vorfahren – in irgendeiner Generation. Das hat sich ja irgendwann alles vermischt, in unserem Meltingpot.

5. Du schaust doch bestimmt "How I met your mother"?

Oder "The Big Bang Theory“? Alle gehen davon aus, dass ich ein Serienjunkie bin. Aber um ehrlich zu sein: Ich mag gar keine Serien – ich bin überhaupt nicht so der Fernsehgucker.

Letztens habe ich mir dann zum ersten Mal "How I met your mother" angeschaut, weil mich so viele Deutsche darauf angesprochen haben. Aber es gibt ja noch tausend andere Serien. Wie soll ich da hinterherkommen? Das einzige, was ich mal ganz gut fand, war "Game of Thrones". Und "House of Cards" wurde mir jetzt auch schon sehr oft empfohlen.

6. Warst du schonmal in New York? Da wollte ich auch schon immer hin – am besten über Weihnachten!

Das fragen wirklich alle und ich weiß gar nicht warum! Jeder erzählt mir dann von dem tollen Weihnachtsgefühl, das es dort geben soll. Und wie schön das wäre, einmal New York an Weihnachten zu erleben.

Dieses Quiz verrät dir, ob New York zu dir passt:
7. Gibt es da eine Spezialität, wo du herkommst? Hamburger oder sowas?

Die Frage höre ich auch extrem oft. Und noch bevor ich irgendwas antworten kann, kommt meistens prompt ein Vorschlag: Hamburger oder sowas? Also, wenn es etwas gibt, für das unsere Region bekannt ist, dann ist das Elk Meat, Rothirsch!


Grün

Dieser Bio-Supermarkt geht jetzt gegen Kükenschreddern vor

Der Bio-Supermarkt und Lebensmittelproduzent Alnatura setzt sich für den Tierschutz ein. Ab sofort sollen nur noch Eier von Hennen angeboten werden, deren männliche Geschwister nicht getötet wurden. Der Supermarkt nennt das die "Bruderküken-Initiative".

Normalerweise werden männliche Küken in vielen Zuchtbetrieben nach der Geburt in einen Häcksler geworfen oder vergast. Der Grund: Die Tiere sind für Züchter nahezu wertlos, da sie später keine Eier legen und auch nicht viel Fleisch ansetzen. In Deutschland ist diese Massentötung erlaubt, zuletzt bestätigte im Mai ein Gericht die Praxis (bento).