Als Student habe ich eine unheimliche Fähigkeit entwickelt: Ich konnte überall schlafen. Andere dösen in der U-Bahn und freuen sich über eine Viertelstunde zusätzlichen Schlaf vor der Arbeit. Das ist das Beginner-Level. Irgendwann konnte ich auch auf der Treppe des Hörsaals schlafen. Kapuze auf, Augen zu. Das war wichtig, um nach einer durchgefeierten Nacht rechtzeitig zum Abend wieder fit zu sein.

Wie lange liegt der Typ dort schon?

Ein Student der University of Washington ist offenbar noch schamloser. Er legte sich im Hörsaal auf den Tisch hinter der Leinwand – und schlief ein. So zeigt es ein YouTube-Video, mehr als 600.000 Nutzer haben es bereits gesehen. Wie lange der Student dort friedlich schlief, ist nicht bekannt. Vielleicht liegt er schon seit dem Vorabend dort. Der Dozent bemerkt ihn zunächst nicht. Mitten in einer Vorlesung passiert dann der Anfängerfehler: Der Student hatte sich offenbar nicht weit genug zur Wand gedreht – und fällt vom Tisch.

Blöde Situation. Was aber tun? Der Student entscheidet sich für die ehrliche Variante, nimmt seinen Rucksack und verlässt wortlos den Saal. Seine Kommilitonen kichern, der Dozent ist sprachlos. Nachdem er sich gesammelt hat, sagt er nur: "No comment."

Seht selbst:
Ein Kommentator fasst das Geschehen noch mal zusammen:

Lass uns Freunde werden!


Gerechtigkeit

Gina-Lisa Lohfink: Warum bestraft das deutsche Recht Opfer und schützt Vergewaltiger?
Triggerwarnung: Beschreibungen sexueller Gewalt gegen Frauen

Juni 2012 in Berlin. Eine junge Frau in einer Wohnung. Ein Mann hat mit ihr Sex, der andere filmt. Dann wechseln sie sich ab. Die junge Frau scheint währenddessen bewusstlos, machtlos. Als sie zu sich kommt, ruft sie: "Hör auf." Einmal, zweimal. Dreimal. Die beiden machen weiter. (Edition F) Wer dieses Video sieht, das auf diversen Porno-Plattformen kursiert, denkt sofort: Hier geschieht etwas gegen den Willen der Frau, hier geschieht ein Verbrechen. Hier wird eine Frau vergewaltigt.

Der Polizei wird die junge Frau später erzählen, sie sei am nächsten Morgen aufgewacht und habe nicht gewusst, was mit ihr passiert sei. "Ich hab schon zweimal K.O.-Tropfen gekriegt, mit 18 und mit 23, das fühlte sich genauso an wie damals", sagt sie. Nach Hause zu gehen erlauben ihr die beiden Männer demnach nur nach einer langen Diskussion. "Wenn du Ärger machst, wirst du schon sehen, was passiert" soll einer der beiden noch gedroht haben. (stern)

Am Nachmittag klingelt das Telefon ununterbrochen. Journalisten versuchen, sie zu erreichen. Ihnen sei ein Sex-Video angeboten worden, auf dem sie zu sehen sei. So schildert es die Frau später vor Gericht. Warum die Medien bei ihr anrufen? Weil sie aus dem Fernsehen bekannt ist: Ihr Name ist Gina-Lisa Lohfink, sie war unter anderem bei "Germany’s Next Topmodel" und „Big Brother“ zu sehen.

Lohfink sagt: Erst als sie selbst das Video aus der vergangenen Nacht zu Augen bekam, habe sie verstanden, was ihr angetan wurde.

Die 29-Jährige erstattet Anzeige wegen der Weitergabe des Clips und später auch wegen Vergewaltigung. Viele, die das Video sehen, gehen von einem Verbrechen aus. Die Männer waren sich offenbar keiner Schuld bewusst. Dass sie selbst zu erkennen sind, scheint sie nicht zu kümmern. Aber das muss es auch nicht:

Denn nachdem ein Medienanwalt die Verbreitung des Videos eindämmen wollte, nachdem Gina-Lisa Lohfink bei der Polizei von einer möglichen Vergewaltigung berichtete, nachdem die Festplatten und Handys der Männer sichergestellt wurden, nachdem Gina-Lisa Lohfink Monate nach der Tat das erste Mal vor Gericht aussagte, nachdem die beiden Männer vom Verdacht der Vergewaltigung freigesprochen wurden, steht sie heute wieder vor Gericht.

Allerdings als Angeklagte.

Sie soll die Männer fälschlicherweise der Vergewaltigung und der Verabreichung von K.O.-Tropfen verdächtigt haben und deshalb 24.000 Euro Strafe zahlen.