Hier erkennt sich wirklich jeder wieder.

Müll trennen, Schlange stehen, Nutella essen: Deutsch zu sein bedeutet nicht, Lederhosen zu tragen und erst recht nicht, die Fahne zu schwenken. Vielmehr sind es die kleinen Eigenheiten – skurril aber liebenswert –, die uns miteinander verbinden. 

Wer ehrlich ist, findet bei sich mindestens eine Verhaltensweise, die etwas zu deutsch ist.

Ein Jodel-Nutzer oder Nutzerin hat gerade genau das zusammengetragen. Die Person rief in einem Post dazu auf, den Satz "Ich bin so deutsch, dass ..." zu vervollständigen. In den Antworten der anderen Nutzer erkennst auch du dich bestimmt wieder.

Mehr über Jodel

Die Kommunikation auf Jodel verläuft über Text- und Bildposts, die von anderen Usern hoch- oder runter gevotet und kommentiert werden können. Damit es lokal bleibt, sieht man nur Beiträge, die innerhalb eines 10-Kilometer-Radius verfasst wurden. Einen Account braucht man dazu nicht, alles ist anonym.

Anders als andere soziale Netzwerken bleibt Jodel dabei weitestgehend frei von Hass: "GoodVibesOnly" ist das Motto, jeder User muss vor dem Posten Nettigkeitsgrundsätzen zustimmen, und mit Hilfe von Moderatoren und der Community werden nicht-nette Beiträge aus dem Feed entfernt.

Mehr über Jodel und seine Gründer liest du hier bei uns

Der Ursprungsjodel zielt gleich auf ein sehr heikles Thema des deutschen Alltags ab: Die Trenner auf dem Kassenband.

Also das kann ja wohl jeder nachvollziehen – oder?! Genau wie die folgenden Momente, die von den Leuten auf Jodel gesammelt wurden.

Ich bin so deutsch, dass ...

"... dass ich um 2 Uhr morgens an der roten Ampel stehen bleibe."
"... dass ich mich kriminell fühle, wenn ich ohne etwas zu kaufen an der Kasse vorbei gehe."
"... dass ich jede Rechnung mit meinen Freunden exakt auteile."
"... dass ich mir die ganze Zeit Sommer wünsche und wenn wir endlich welchen haben, mich nur über die Hitze und die Mücken beschwere."
"... dass ich nervös werde, wenn ein Kontrolleur kommt – obwohl ich eine Fahrkarte habe."
"... dass ich anfange, vor Wut zu schwitzen, wenn Menschen ein Arbeits-Meeting mit Smalltalk starten. Ich will da effizient, ohne viel zu reden wieder raus!"
"... dass ich niemals das mittlere Pissuar nutze." Nachdem ein anderer User ihn korrigiert hat: "Ich bin so deutsch, dass ich mich in einer anonymen App für meinen Rechtsschreibfehler in Grund und Boden schäme."
"... dass ich Fahrradfahrer, die auf dem Fußweg fahren, obwohl einen Meter weiter ein Radweg ist, böse anschaue und zurechtweise."
"... dass ich Angst habe, dass es anfängt zu piepen, wenn ich einen Laden verlasse."
"... dass ich immer, bevor die Putzfrau kommt, putze, damit es nicht so dreckig ist."
"... dass ich bei einer Busfahrt zwei Fahrkarten gestempelt habe, weil ich bei der vorherigen Busfahrt das Abstempeln vergessen hatte."
"... dass ich Leute verscheuche, die im leeren Kinosaal auf meinen Plätzen sitzen."
"... dass ich im Urlaub immer Unterwäsche im Handgepäck habe, falls mein Koffer verloren geht."
"... dass die Laustärke meines Fernsehers immer durch zwei teilbar sein muss."
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Aber eine Person hat die wichtigste Frage: 

"Gibt es eine Genehmigung für diese Art der Befragung und wer hat sie erteilt?"


Gerechtigkeit

Böhmermanns Anti-Troll-Armee projiziert Liebes-Botschaft auf Dresdner Frauenkirche
Ganz zufällig vor der nächsten Pegida-Demo.

In den vergangenen Jahren galt für Dresden: Montag ist Pegida-Tag. Die fremdenfeindliche Bewegung meldet für den Tag ihre Demonstrationen an, das weltoffene und tolerante Dresden blieb hingegen nahezu unsichtbar. Für diesen Montagabend hat Pegida unter anderem den AfD-Politiker André Poggenburg und den rechten Verleger Jürgen Elsässer geladen.

Allerdings gibt es regelmäßig Tausende Demonstranten, die sich Pegida entgegenstellen. Und die bekommen nun von prominenter Seite Unterstützung: von Jan Böhmermann.

Böhmermanns Anti-Troll-Armee hat in der Nacht Durchhalte-Parolen an die Dresdner Frauenkirche projiziert.