Hat es wenigstens funktioniert?

Ein Swipe nach rechts, zwei Swipes nach links, immer und immer wieder. Tindern wird schnell langweilig. Vor allem, wenn sich mit nach dem Matche kein richtiges Gespräch entwickelt – oder wenn es einfach ganz ausbleibt.

Wenn sich gar keine Matches ergeben, hängt das oft mit dem Profil zusammen. Denn bei dem Überangebot an Bekanntschaften, ist es schwer herauszustechen. Ein unvorteilhaftes Foto und ein langweiliges Profil? Das lädt schon zum Swipe nach links ein.

Ein Nutzer hat sich etwas anderes überlegt, um auf Tinder erfolgreich zu sein. 

Jake Arredondo hat mehr als über 60 Profile erstellt – und die sind ziemlich lustig. Ungefähr die Hälfte der Profile teilt der 28-Jährige auf seinem Instagram-Account mit mittlerweile 22.200 Followern. bento hat mit Jake gesprochen.

Das Konzept: 

Jake kopiert sein Gesicht auf Fotos mit Prominenten wie Kendall und Kylie Jenner und Taylor Swift  oder stellt berühmte Filmszenen nach. In die Profilbeschreibung kommt ein – oft sehr flacher – Spruch:

"Der Winter und ich haben etwas gemeinsam – alle reden darüber, dass wir früh kommen."

"Ladies, wenn ich das mit Leo machen kann, dann stellt euch mal vor, was ich mit euch machen kann."

"Du bist auf der Suche nach einem Superhelden-Freund? Ich habe es versucht, aber das Team wollte einen 'anderen schnellsten Mann der Welt'. Ich war nicht in ihrer Liga, aber werde hoffentlich in deiner sein."

Er verbringe "viel zu viel Zeit" damit, die Accounts zu erstellen, sagt Jake zu bento. "Der schwierigste Teil sind die Sprüchen. Oft frage ich meine Freundinnen und Freunde nach Input und gucke, ob sie lachen oder irgendwelche Verbesserungsvorschläge für mich haben". 

Bis zu 50 Mal schreibe er die Sprüche um, sagt Jake. Das Bearbeiten der Bilder dauere dann nochmal etwa 30 Minuten.

"Es heißt, Wonder Womans Lasso entlockt dir die Wahrheit. Du kannst es bei mir versuchen, aber ich würde dich nie anlügen. Außerdem haben wir beide mehr Spaß, wenn du mich woanders fesselst."

Aber warum macht er das eigentlich?

Bevor er sich für die Fakeprofile entschied, nutzte Jake Tinder ernsthaft. Etwa ein halbes Jahr lang habe er über Tinder Frauen gedatet. Er merkte schnell, dass es nicht ganz einfach ist, auf diese Art eine feste Freundin zu finden.

"Die Profile waren eine gute Möglichkeit, aufzufallen", sagt Jake. Außerdem bringe er gern Menschen zum lachen. Ein paar Frauen hat seine Art tatsächlich gefallen. "Vor allem mit dem Taylor-Swift-Profil hatte ich großen Erfolg."

Nicht alle Reaktionen waren positiv. Profile, auf denen er sich über US-Präsident Trump lustig gemacht habe, kamen dagegen nicht so gut an. Und auch von Frauen, die das Dating "etwas ernster" nehmen, kam Kritik, sagt Jake. "Die meinten, ich würde es zu angestrengt versuchen oder es nicht ernst meinen."

Dazu komme, dass er sehr wählerisch sei. "Die Frau muss viele Kriterien erfüllen. Mir ist aber auch bewusst, dass ich ein ganzes Stück Arbeit bin." Die große Liebe wird Jake sowieso nicht mehr bei Tinder finden - seine Profile wurden mittlerweile allesamt gesperrt.


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