Schweden. Seen, Holzhäuschen, Elche. Harte Winter, helle Sommer, hübsche Menschen. Ein paar Stichpunkte zu Schweden kann fast jeder abrufen. Und wer schon mal Urlaub in Schweden gemacht hat, der kennt auch noch Kanelbullar und der weiß, wie man Kötbullar richtig ausspricht (tschöttbülla).

Ein bisschen wilder geht’s – besonders im Winter – hoch oben im Norden des Landes zu. Bevor du den ersten Schritt vor die Tür machst, erinnerst du dich an die Worte deines schwedischen Nachbarn: "This morning, when I opened the door, my ass was INSTANTLY frozen."

Hört sich vertraut an? Dann dürftest du auch das hier kennen.

Dein Weg zur Universität führt dich durch mindestens einen Wald.
Was wie ein Coworking Space aussieht ist deine Unibib.
Du wunderst dich nicht, wenn dein Kommilitone sich ein braunes Päckchen aus dem Mund zieht.
Du freust dich, dass Schweden immer Zeit haben für eine Fika-Pause. Immer.
Dein Dozent spricht dich mit Vornamen an. Und du ihn auch. Hejhej!
12.00 Uhr. Auf zum Lunch! Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit bringst du selbst eine Matlåda mit und stellst dich stolz in die Schlange für die Mikrowellen.
Das traditionelle nordschwedische Essen ist dabei ziemlich simpel und besteht aus: Mehl, Fleisch und Preiselbeeren. Das Paradebeispiel: Palt.
Und dann gibt es da noch Surströmming. Das ist entstanden, weil irgendwann irgendwer ein Fass eingelegter Heringe in der Sonne hat stehen lassen. Und so riecht es auch.
Zu gut kennst du das Gefühl, dir am Samstag Lördagsgodis zu kaufen.
Samstags konzentrierst du dich darauf, es bis 15.00 Uhr ins System Bolaget zu schaffen. Sonst gibt's wieder nur Lättöl aus dem Supermarkt.
Vorgeglüht wird in der Sauna. Is billiger.
Was du gelernt hast: Nüchtern genug wirken, um am Türsteher vorbei zu kommen und gleichzeitig betrunken genug sein, um dir im Club kein Getränk mehr kaufen zu müssen.
Sicher ist: Mindestens drei Mal pro Partynacht läuft Avicii.
Um 2.00 Uhr stehst du schon wieder vor dem Club. Licht an, Musik aus. Jetzt beginnt das Efterfest. Fester Bestandteil der Playlist: Abba.
Du fürchtest dich immer noch vor dem nächtlichen Heimweg bei 30 Grad. Minus. Deine Kommilitonen nicht: Sie wurden schließlich schon als Babys zum Nickerchen auf der vereisten Veranda geparkt.
Apropos Winter.
Taking Spaziergang to the next level: Du gehst irgendwann nicht mehr im Wald spazieren, sondern auf dem Meer. Dort gibt es sogar Grillplätze für ein Würstchen zwischendurch.
Du fragst dich, warum du plötzlich so viele Popel in der Nase hast und stellst fest: Es sind nur deine eingefrorenen Nasenhaare. Vad roligt!
Deswegen verstehst du auch, warum die Nordschweden nicht "Ja" sagen, sondern nur kurz mit spitzem Mund einatmen. Energiesparmodus.
Schließlich wartet schon das nächste Eisloch.
Oder eine zweiwöchige Expedition in den nächstgelegenen Nationalpark mit deinen schwedischen Kommilitionen.
Irgendwann zwischen Abba und Avicii leert sich dein Vitamin-D-Speicher.
Gott sei Dank gibt es die Lichträume.
Und Nordlichter (die allerdings auf deinem Handy immer nur wie Wolken aussehen).
Und dieses Gefühl Anfang Mai in zehn Zentimeter Neuschnee zu fallen.
Und trotzdem: So langsam freust du dich wirklich auf den einwöchigen Frühling.
Dann kommt sofort der Sommer, das ewige Licht und du bekommst ernstzunehmende Schlafprobleme.
Zurück in Deutschland: Bei deinem ersten Ikea-Besuch bekommst du Fernweh.

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