Bild: Hendrik Breuer
Die Klassiker langweilen dich? Wir hätten da was.

Die Weihnachtszeit ist bei vielen zu Hause Spielezeit. Falls ihr euch an den Feiertagen zu Tode gekniffelt habt, und der Meinung seid, ihr braucht etwas Neues:

Wir hätten hier acht spannende und neuartige Spiele, mit denen der ungemütliche Winter garantiert etwas besser wird. 

1 A Fake Artist Goes to New York

(Bild: Oink Games)

Worum geht's?

Das Ganze ist ein Zeichenspiel, kommt aus Japan und ist eines der dort sehr populären Micro Games – also ein super kleines Spiel. "A Fake Artist Goes to New York" ist nur ungefähr doppelt so groß wie eine Zigarettenschachtel. 

Und so geht's:

Alle arbeiten gemeinsam an einem Kunstwerk – mit jeweils einer anderen Farbe. Eine Spielerin oder ein Spieler weiß allerdings nicht, was gezeichnet werden soll. Diese Person ist der "Fake Artist" und kennt nur die allgemeine Kategorie (etwa "Urlaub"). Alle anderen wissen von dem Meister der Runde, dass zum Beispiel ein "Sonnenschirm" gezeichnet werden soll. Der "Fake Artist" muss jetzt mitzeichnen, ohne als "Fake" erkannt zu werden. 

Für wen eignet sich das Spiel?

Für größere Gruppen von fünf bis zehn Spielenden, die nichts gegen Zeichenspiele und Bock auf Trashtalk haben. Den gibt’s auf jeden Fall, wenn alle anfangen, sich gegenseitig als "Fake" zu beschimpfen. "A Fake Artist Goes to New York" ist also ein astreines Partyspiel – und passt auch gut zu Silvester.

"A Fake Artist Goes to New York" von Jun Sasaki, Oink Games, fünf bis zehn Spielerinnen und Spieler, circa 16 Euro

2 Just One

(Bild: Repos Production)

Worum geht's?

Ein Spiel, bei dem ihr Begriffe erraten müsst. Könnt ihr nicht mehr sehen? Lest trotzdem weiter, denn "Just One" ist anders. Es spielen nämlich alle zusammen und versuchen gemeinsam, so viele Begriffe wie möglich zusammenzubekommen. Man jagt also einen Gruppen-Highscore. Das ist schon mal gut für die Stimmung.

Und so geht's:

Eine Person muss einen Begriff erraten, den alle anderen kennen. Die Hinweisgebenden schreiben jeweils einen Begriff auf, der weiterhelfen soll. Soll also "Sonnenschirm" erraten werden, könnten diese Begriffe zum Beispiel "Strand" oder "Schatten" sein.

Der Haken an der Sache ist, dass doppelte Hinweise dem oder der Ratenden nicht gezeigt werden. Man darf also nicht allzu offensichtliche Hinweise nehmen, weil diese eventuell auch von anderen genommen werden (und dann wegfallen). Ist man allerdings zu kreativ, könnte man die Ratende zu sehr verwirren. Eine ziemlich lustige Gratwanderung.

Für wen eignet sich das Spiel?

Eigentlich ist es für die gleiche Zielgruppe wie "A Fake Artist Goes to New York" ideal, allerdings ohne Trashtalk, da ja alle zusammen spielen. Wer keine Lust aufs Zeichnen oder Konfrontationen hat, nimmt "Just One". Am besten ist es mit mindestens vier Spielerinnen und Spielern.

"Just One" von Ludovic Roudy und Bruno Sautter, Repos Production/Asmodee, drei bis sieben Spielerinnen und Spieler, circa 25 Euro

3 Decrypto

(Bild: Le Scorpion Masque)

Worum geht's?

"Decrypto" ist ein Kommunikations- und Deduktionsspiel, bei dem zwei Teams gegeneinander antreten und versuchen, gegnerische Codes, die aus drei Wörtern bestehen, zu dekodieren und in Zahlen zu verwandeln. Wer zuerst zwei Codes knackt, gewinnt.

Und so geht's:

Jetzt wird es etwas komplizierter: Jedes Team sieht einen eigenen Sichtschirm mit jeweils vier Schlüsselwörtern. Die Hinweisgeberin oder der Hinweisgeber erhält nun einen dreiziffrigen Code und muss diesen mit drei Codewörtern für die Begriffe auf den Positionen zwei, drei und vier für das eigene Team umschreiben.

Die Herausforderung liegt darin, Begriffe zu finden, die den Gegner verwirren, aber nicht das eigene Team. "Park" (in Anlehnung an "Jurassic Park") wäre ein guter Tipp zu "Dinosaurier", der erstmal nur dem eigenen Team weiterhilft.

Für wen eignet sich das Spiel?

Das Spielprinzip klingt trocken, funktioniert aber sehr gut – wenn man es einmal verstanden hat. Auch dieses Spiel ist für größere Runden gedacht; zu viert ist es nicht schlecht, zu sechst echt gut. Ein richtiges Partyspiel ist es aber nicht, weil man doch etwas konzentrierter sein sollte als bei den ersten beiden Spielen.

"Decrypto" von Thomas Dagenais-Lespérance, Le Scorpion Masqué/Asmodee, drei bis sieben Spielerinnen und Spieler, circa 20 Euro

4 13 Tage: Die Kubakrise 1962

(Bild: Pegasus Spiele)

Worum geht's?

Ein Spiel, das es so vor ein paar Jahren noch nicht gegeben hätte und das zeigt, was sich in der Brettspiel-"Szene" so alles tut. Das Prinzip eines Vier-Stunden-Hardcore-Spiels (wie bei "Twilight Struggle") wurde hier heruntergebrochen auf ein sehr klares halbstündiges Strategiespiel für zwei Personen.

Und so geht’s:

Die Spielerinnen und Spieler übernehmen die Rollen von Präsident Kennedy und Ministerpräsident Chruschtschow während des Kalten Kriegs. Dann geht es darum, durch geschickten und vorausschauenden Einsatz von Einflussmarkern und Karteneffekten die Kontrolle über neun umkämpfte Regionen für die USA beziehungsweise die UdSSR zu sichern. Wer zu viel riskiert und einen Nuklearkrieg auslöst, verliert sofort. Passiert das nicht, geht das Spiel über 13 Tage, also 13 schnelle Runden.

Für wen eignet sich das Spiel?

Habt ihr genug vom ständigen Plättchen legen und Ressourcen handeln in anderen Spielen? Ihr wollt taktieren, euch duellieren und habt keine Angst vor einem neuen, aber eingängigen Spielsystem? Dann wagt euch an "13 Tage".

"13 Tage: Die Kubakrise 1962" von Asger Harding Granerud und Daniel Skjold Pedersen, Frosted Games/Pegasus Spiele, zwei Spielerinnen oder Spieler, circa 25 Euro

5 Roll for Adventure

(Bild: Kosmos)

Worum geht's?

Ein kooperatives Fantasy-Würfelspiel, das mal so richtig schön in die Geek-Ecke geht.

Und so geht’s:

Gemeinsam verteidigen alle Spielerinnen und Spieler ein Königreich, das aus allen Himmelsrichtungen von Monstern angegriffen wird. Wie man die Invasion stoppt? Durch cleveres Einsetzen von Würfeln in den vier Regionen des Königreichs. So kann man Monster besiegen und Machtsteine erhalten. Von den Steinen brauchen wir eine bestimmte Anzahl, um zu gewinnen. In jeder der vier Regionen werden die Würfel nach unterschiedlichen Regeln eingesetzt. Alleine reißt man gar nichts, also muss sich die Gruppe beratschlagen und auch mal auf die Würfel-Wahrscheinlichkeiten achten.

Für wen eignet sich das Spiel?

Für euch und eure nerdigen Freunde. Oder für euch und jüngere Geschwister, Neffen, Nichten oder beim Babysitting. "Roll for Adventure" ist ein cooles Spiel – man sollte allerdings Fantasy-Themen nicht grundsätzlich doof finden. 

"Roll for Adventure" von Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert, Kosmos, zwei bis vier Spielerinnen und Spieler, circa 28 Euro

6 Azul

(Bild: Plan B Games)

Worum geht's?

Um das aktuelle "Spiel des Jahres", das in diesem Jahr richtig, richtig gut ist!

Und so geht’s:

Das Thema klingt erstmal uncool: Die Spielerinnen und Spieler kacheln eine Wand in einem portugiesischen Palast. Dazu sammeln sie sehr wertige Kunstharz-Fliesen, die hier Azulejos heißen, nach einer einfachen Regel ein, die zwar schnell verstanden ist, in der Umsetzung aber zu kniffligen Entscheidungen führt. 

Dabei muss man aufpassen, dass man zum einen nicht auf zu vielen Fliesen einer Farbe sitzen bleibt und zum anderen den Mitspielenden keine Vorlagen gibt, an die richtigen Fliesen zu kommen. Idealerweise spielt man sogar ein bisschen fies, sodass die anderen die falschen Fliesen bekommen. Das Spiel ist vielschichtig, auch wenn man das in der ersten Partie meist noch nicht durchschaut. Danach werden einem allerdings ständig neue Kniffe und kleine Tricks bewusst. Das macht wirklich Spaß!

Für wen eignet sich das Spiel?

"Azul" ist ein Spiel, das ihr über die Feiertage mit eurer Familie spielen könnt, ohne euch zu langweilen. Tolles Material und eine moderne Optik; mit diesem Spiel könnt ihr bei eurer spielebegeisterten Familie punkten – und sie dann richtig abziehen!

"Azul" von Michael Kiesling, Plan B Games/Pegasus, zwei bis vier Spielerinnen und Spieler, circa 38 Euro

7 The Mind

(Bild: NSV)

Worum geht's?

Ein Spiel, das für das "Spiel des Jahres" nominiert war. Es hat den Preis zwar nicht gewonnen, ist aber so ungewöhnlich, dass ihr es euch mal ansehen solltet. Außerdem kostet es nur acht Euro.

Und so geht’s:

Auf den ersten Blick geht es bei "The Mind" nur darum, dass alle Spieler gemeinsam Zahlenkarten in aufsteigender Reihenfolge auf einen Stapel legen. Allerdings ohne miteinander zu kommunizieren - weder verbal noch sonst irgendwie. 

Ein stummer Spieleabend? Klingt komisch, aber nach einer Weile scheinen die Spielerinnen alle auf einer Wellenlänge zu funken, wenn es darum geht die Karten abzulegen. Das ist eine sehr ungewöhnliche Erfahrung. 

Für wen eignet sich das Spiel?

Für euch und eure Freunde, nicht so sehr für die Familienrunde mit kleineren Geschwistern, Tanten und Opas. Je besser man sich kennt und je offener man für so ein Experiment ist, desto eher funktioniert “The Mind”. Das heißt dann aber auch, dass das Spiel nicht in jeder Gruppe gut ankommt, und manchmal komplett floppt.

"The Mind" von Wolfgang Warsch, NSV, zwei bis vier Spielerinnen und Spieler, circa acht Euro

8 Ganz schön clever

(Bild: Schmidt Spiele)

Worum geht's?

"Ganz schön clever" ist ein "Roll-and-Write-Game", also ein Würfel- und Ankreuzspiel.  So wie "Kniffel" oder "Yahtzee", allerdings viel spannender. Außerdem gibt es bereits eine App-Umsetzung des Spiels, die süchtig macht.

Und so geht’s:

Der Ankreuzblock besteht aus fünf unterschiedlich farbigen Bereichen, in denen jeweils nach einer bestimmten Regel Nummern angekreuzt oder eingetragen werden können. In einem Bereich etwa müssen die Zahlen immer aufsteigen, bis eine Sechs eingetragen wird, dann geht’s wieder von vorne los. Zu jeder Farbe gibt es einen passenden Würfel, dazu einen weißen Joker. Ist man am Zug, darf man alle sechs Würfel würfeln und jeweils einen auswählen und eine Zahl im entsprechenden Bereich abtragen. Alles ist verschachtelt und wirklich sehr, sehr clever aufeinander abgestimmt. Die Challenge an euch: Knackt die 300-Punkte-Marke!

Für wen eignet sich das Spiel?

Das kommt darauf an: Das analoge Spiel ist super für zwei oder drei Zockerinnen und Zocker, die mal ihr "Kniffel" upgraden möchten. Digital ist "Ganz schön clever" ein klassisches, schnelles Handyspiel, bei dem man versucht, den eigenen Highscore zu knacken. 

"Ganz schön clever" von Wolfgang Warsch, Schmidt Spiele, zwei bis vier Spielerinnen und Spieler, circa 13 Euro

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Hangover in Hannover: Weihnachtsfeier der Polizei eskaliert völlig
Jetzt drohen Konsequenzen

Einmal im Jahr es mit den Kolleginnen und Kollegen richtig krachen lassen, die ganze Arbeit und den Stress vergessen. Darauf freuen sich viele Angestellte vor der Weihnachtsfeier. Zumal die Getränke ja oft umsonst sind. So ist es offenbar auch bei der Polizei. In Hannover ist die Weihnachtsfeier der Zentralen Polizeidirektion allerdings völlig eskaliert. Die Organisatoren zeigten sich entsetzt und arbeiteten die Feier in einer Mitarbeiterzeitschrift auf. Der Bericht sorgt jetzt dafür, dass die Details bekannt werden. (Haz.de)

Demnach lief die Weihnachtsparty am 13. Dezember völlig aus dem Ruder.

Auf der Veranstaltung feierten den Angaben zufolge mehrere Hundert Gäste in einem eigens errichteten Weihnachtsdorf. Zuerst friedlich, dann stieg der Alkoholpegel:

  • Ein Polizist musste in den Schwitzkasten genommen werden, damit er keine Schlägerei startet.
  • Eine junge Polizistin bekam eine Bierflasche an den Kopf und erlitt eine Platzwunde.
  • Ein Außenspiegel des Autos des DJs wurde abgebrochen.
  • Ein Polizist pinkelte gegen ein Häuschen und fiel anschließend in den Dreck.
  • Die Kasse eines Verkaufsstandes verschwand, laut Bericht fehlen mehrere Hundert Euro.

Klingt ein bisschen nach einer durchschnittlichen Abiparty, und auch bei den Polizistinnen und Polizisten soll das fehlende Geld nun durch Spenden eingetrieben werden. Der Unterschied: Am nächsten Morgen waren die Ordnungshüter sofort informiert. "Es gab einzelne Vorfälle auf der Weihnachtsfeier, die bei uns für Betroffenheit sorgen und in dieser Art nicht zu akzeptieren sind", sagte Polizei-Pressesprecher Karsten Wolff dem NDR

Eine Strafanzeige wegen der verschwundenen Kasse sei bereits erstattet worden. Zudem werde die Einleitung von Disziplinarverfahren geprüft.