Ein Gespräch mit dem puren BWLer-Klischee.

"Gel-Frisur und Polohemd – BWL Student." Sich über andere Fachrichtungen lustig zu machen, gehört einfach dazu. Ganz vorne dabei: der Klischee-BWLer. Klar, meist sind die Eigenschaften nicht mehr als plumpe Vorurteile, aber irgendwie scheinen wir das Ritual lieb gewonnen zu haben.

Bei Jodel, wo anonym meist lustige Sprüche gepostet werden, ist der Klischee-BWLer mittlerweile ein Star – jetzt erobert er auch Facebook.

Dürfen wir vorstellen? Justus, 19, MacBook-Liebhaber und Sohn eines reichen Vaters.

Über 77.000 Menschen gefällt die Seite. Die Sprüche der Kunstfigur bekommen regelmäßig tausende Likes. Richtig gut läuft es aber erst, seit auf den Bildern nicht nur ein Spruch sondern auch das Bild des grinsenden Justus zu sehen ist.

Justus' beste Sprüche in der Fotostrecke:
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Justus studiert TUM-BWL. Das steht für Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre. Dort studieren, so besagt es das Klischee, die völlig Verwöhnten unter den Verhätschelten.

Hinter dem Account steckt ein Mann, der anonym bleiben möchte. Er hat nicht wie Justus TUM-BWL studiert, sondern Medienmanagement. Erst im Finance-Master sei ihm der ein oder andere Justus begegnet, sagt er zu bento. Er selbst bedient das Klischee nach eigener Aussage nicht. Mit seiner Facebook-Seite macht er sich aber nicht nur einfach über BWLer lustig. Die völlig überzeichneten Sprüche der Kunstfigur machen erst so richtig deutlich, wie absurd viele Vorurteile gegenüber BWL-Studenten sind.

Öffentlich auftreten will der Kopf hinter der Seite trotzdem nicht – aus Angst, "die Magie der Figur" zu zerstören, wie er sagt. Stattdessen haben wir mit Justus persönlich gechattet:

Hand aufs Herz, Justus: Wie reich bist du wirklich?

Wenn sich morgen die Benzinpreise verdreifachen würden, würde das viele Menschen sehr verärgern. Mich nicht! Ich könnte mit meinem 911 Turbo direkt bis zur Zapfsäule durchfahren – ganz ohne Warteschlange.

Viele Studenten müssen neben dem Studium arbeiten und haben wenig Zeit für die Uni. Was rätst du ihnen?

Seinen Lebensstil einmal komplett zu überdenken. Vater sagt immer, wer für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

Du studierst TUM-BWL. Was ist das Besondere an der Studienrichtung?

Der signifikante Unterschied zu anderen BWL-Studiengängen ist, dass Vater die Dozenten seit Jahren kennt.

Was willst du nach dem Studium machen?

Das gleiche wie alle anderen Studenten auch. Mich erst einmal auf meinen Lorbeeren ausruhen.

Über 77.000 Menschen gefällt dein Profil auf Facebook. Wie erklärst du dir deinen Erfolg?

Ganz einfach: hast Du Geld, hast Du Autos, hast Du Frauen, hast Du Anerkennung.

Was hältst du von Geisteswissenschaftlern?

Viele sind ganz gut – am Glas. Das war’s dann aber auch. Spaß bei Seite: Die muss es in einer funktionierenden Gesellschaft natürlich auch geben. Genau wie Müllmänner.

Justus kommt aus München. Vielleicht wohnt er sogar in diesem (realen) Studentenwohnheim:


Grün

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Biotüten sind nicht die Lösung.

In den mehr als 3000 Rewe-Supermärkte in Deutschland soll es künftig keine Plastiktüten mehr zu kaufen geben. Die dünnen, durchsichtigen Obsttüten gibt es aber weiterhin – obwohl diese meist kostenlosen Tüten besonders umweltschädlich sind, weil sie schnell einreißen und meist nur einmal verwendet werden.

Warum verzichtet Rewe auf einige Plastiktüten?

Die Europäische Union will den Verbrauch von umweltschädlichen Plastiktüten reduzieren. Eine Verordnung hält die Mitgliedstaaten dazu an, den Pro-Kopf-Verbrauch zu senken. Wie die Länder das machen, bleibt ihnen überlassen. Frankreich hat die Tüten zum Beispiel verboten, Irland erhebt eine Steuer von 15 Cent pro Tüte.