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Ja, preisgekrönte Psycho-Dramen, Polit-Thriller und Fantasy-Epen sind prima. Aber manchmal ist die Realität einfach schon anstrengend und düster genug. Da möchte man nicht noch mehr davon, sondern sich unter die Decke kuscheln, ein bisschen lachen und in eine einfachere Welt abtauchen. 

Diese sieben optimistischen Serien sind perfekt dafür: 

1. "The Bold Type" – für beste Freundinnen

Die erste und zweite Staffel sind in Amazon Prime enthalten

(Bild: freeform)

Jane, Sutton und Kat sind beste Freundinnen. Die Sorte beste Freundinnen, die dich aufnehmen, wenn du wegen Bettwanzen aus deiner Wohnung musst. Die mit dir zum Arzt gehen, wenn du richtig Schiss hast und die dir sogar ein Sex Toy aus der intimsten Gegend fischen. Sie sind Mitte 20, leben in New York und arbeiten bei der Frauenzeitschrift "Scarlet". Spätestens jetzt denkt man an "Sex and the City", Girls", oder "Gossip Girl". 

Sagen wir es mal so: Auf der Skala hochglanz versus abgeranzt steht "The Bold Type" ziemlich in der Mitte. Diese Mädels essen Instant-Nudeln, teilen sich winzige Wohnungen und haben auch echte Probleme. 

Aber sie leben in einer Welt, die man sich gerne ansieht. Mit schönen Wohnungen, attraktiven Menschen für Liebes- und Sexgeschichten und der besten Chefin der Welt. Das ist Eskapismus-tauglich. Und trotzdem ist die Serie nicht banal. 

Weil es nicht nur um Jungs geht und auch nicht nur um Arbeit, sondern immer wieder auch um große, schwere, ernste Themen. Wenn Kat zögert, sich in ihrem Lebenslauf nicht "schwarz" zu nennen. Wenn Sutton nicht weiß, ob sie sich ihren Traumjob finanziell leisten kann oder wenn Jane sich auf das BRCA-Gen testen lässt, welches eine Krebserkrankung sehr wahrscheinlich macht – dann wird das besprochen und zusammen durchgestanden. Wie im echten Leben, mit echten Freundinnen. 

2. "The Good Place" – für Sinnsuchende

Die erste und zweite Staffel gibt's bei Maxdome und zum Kauf bei Amazon und iTunes 


(Bild: NBC)

Eleanor Shellstrop ist kein besonders guter Mensch. Sie pöbelt und flucht, lässt ihre Freunde hängen und verdient ihr Geld damit, alten Menschen Bullshit-Versicherungen anzudrehen. Dann wird sie überfahren und landet im Himmel. Und schnell wird klar: 

Hier ist sie falsch. 

Sie wurde verwechselt, mit einer anderen Eleanor, die jetzt zu Unrecht in der Hölle schmort.

Die Orte in der Serie heißen zwar nicht Himmel und Hölle, sondern "Good Place" und "Bad Place" – aber die Anspielung ist klar. Und die Tatsache, dass die falsche Eleanor – gespielt von der großartigen Kristen Bell (Veronica Mars) – am "guten" Ort gelandet ist, zerstört das Universum.

Wie lange kann das lustig sein? Ziemlich lange, denn die Show dreht ihre Welt immer wieder auf den Kopf und überrascht mit verrückten Twists. Aber: Im Kern dreht sie sich vor allem um eine Clique liebenswürdig-verrückter Charaktere. Da ist Tahani, eine wunderschöne britische Erbin, die noch im Leben nach dem Tod die Beste sein will. Chidi, ein ehemaliger Professor für Moralphilosophie, der versucht, aus Eleanor einen guten Menschen zu machen. Janet, eine Art übersinnliche, allwissende, allfähige Siri, die genau genommen keine Person ist. Und Michael, der Architekt der himmlischen Nachbarschaft, der alle Staffeln "Friends" geschaut hat, um menschliche Freundschaft zu verstehen. "The Good Place" ist die richtige Mischung aus Philosophie und Wortwitzen und wer Gott, Religion und das Leben nach dem Tod nicht so ernst nimmt, kann hier ordentlich Spaß haben. 

3. "Santa Clarita Diet" – für Familien

Die erste und zweite Staffel findet man bei Netflix

(Bild: Netflix)

"Santa Carita Diet" ist eigentlich eine normale, zuckersüße Familien-Sitcom über Eltern und Kinder und das Leben in der amerikanischen Vorstadt. Wäre da nicht die Sache mit dem Blut. 

Denn die Mutter (Drew Barrymore) wird halt über Nacht zum Zombie und kann plötzlich nur noch Menschenfleisch essen. Also muss die Familie zusehen, wie sie damit klarkommt. Erst bring Mama Sheila aus Versehen den Nachbarn um, dann hilft irgendwann auch ihr Mann der Nahrungsbeschaffung. Schlechte Leute sollen es sein, Nazis am besten – alleinstehende Nazis. Wenn die nur nicht so schwer zu finden wären…

Drew Berrymore war nie so witzig wie als Vorstadt-Mom mit Zombie-Hunger. Und die genießt es richtig, aus ihrem langweiligen Immobilienmaklerdasein auszubrechen. Ehemann Joel hingegen hat eher schwache Nerven, aber er reißt sich zusammen. Schließlich liebt er seine Frau. Also wischt er Blut auf, friert Körperteile ein und kocht Abendessen für sich und Teenager-Tochter Abby. 

Die quittiert das peinliche Verhalten ihrer Eltern - wie jeder Teenager - mit reichlich Augenrollen und trockenem Humor. Und nach ein paar Folgen tritt die Zombie-Nummer in den Hintergrund. Es wird normal, dass Sheila eben Menschen isst. Was Spannung und Spaß erzeugt, sind die absurden Probleme die drumherum entstehen. 

Aber: Man muss schon ein bisschen Blut sehen können. 

4. Marvelous Mrs. Maisel – Für Nostalgikerinnnen und Nostalgiker

Die erste Staffel kann man bei Amazon Prime anschauen

(Bild: Prime Video)

"The Marvelous Mrs. Maisel" war die große Gewinnerin bei den diesjährigen Emmys – und das zu Recht. "Hier gibt es die besten, schnellsten, lustigsten Dialoge. Kein Wunder, denn hinter den seitenlangen Skripten steckt Gilmore-Girls-Erfinderin Amy Sherman-Palladino. Und wer Gilmore Girls mag, sollte Maisel tatsächlich eine Chance geben. Beide Shows leben von ähnlichen Zutaten: kluge und wortgewaltige brünette Frauen, dysfunktionale und privilegierte Familien, popkulturelle Referenzen und eine verzauberte Version der Realität. 

Aber: Man kann Gilmore Girls hassen und Maisel lieben, ganz sicher. Denn der Stoff ist schon sehr anders. Midge Maisel ist eine jüdische Hausfrau im New York der 50er. Perfekt gekleidet, perfekt frisiert und immer einen Auflauf im Ofen. Doch als ihr Mann sie verlässt, steht sie plötzlich im Nachthemd betrunken auf der Bühne eines Comedy-Clubs im East Village und pöbelt rum - bis sie verhaftet wird. Das ist aber nur der Anfang. Midge - die immer schon Humor hatte - versucht, aus der Comedy eine Karriere zu machen. In einer Zeit, in der Frauen nicht auf der Bühne sondern am Herd erwünscht sind. Und es ist einfach unterhaltsam, ihr dabei zuzusehen. 

5. Superstore – Für zwischendurch

Die Serie gibt's bei Amazon, iTunes oder bei Universal TV


(Bild: NBC)

"Cloud 9" ist einer dieser gigantischen amerikanischen Mega-Stores in denen es einfach alles gibt. In dieser Wal-Mart-ähnlichen Hölle spielt "Superstore", die lustigste Arbeitsplatz-Sitcom seit "The Office" und "Scrubs". 

Im Zentrum steht Jonah, ein klugscheißender Uni-Abbrecher, der neu bei "Cloud 9" anfängt. Seine Gegenspielerin: Amy, eine junge Mutter, die schon lange dort arbeitet und versucht, das Beste daraus zu machen. Schnell entsteht eine unterhaltsame Hassliebe zwischen den beiden, die übrigens von Ben Feldman ("Mad Men") und America Ferrara ("Ugly Betty") gespielt werden. 

Um sie herum gibt es eine kleine Armee exzentrischer Charaktere, die einem sofort bekannt vorkommen: Der lachhaft inkompetente Chef, der Streber, der Zyniker und die Kollegin, die viel zu viel aus ihrem Privatleben erzählt. Es sind gewöhnliche Menschen und alltägliche Absurditäten, die im Mittelpunkt stehen. Kollegen, die sich lieben und hassen und miteinander konkurrieren. Kunden, die dumme Fragen stellen, und natürlich ein anonymer Megakonzern, der nicht mal mit einem Streik dazu gezwungen werden kann, einer Mutter nach der Geburt ein paar Tage freizugeben. Das beste: Jede Folge kann auch für sich stehen, das macht "Superstore“ zum perfekten Serien-Snack.

6. Younger – Für Karrierefrauen

Staffel Eins und Zwei kann man bei ProSieben, TNT Comedy oder Maxdome schauen


(Bild: TV Land)

Liza ist 40 und bekommt keinen Job. Denn sie war die letzten Jahre Hausfrau und Mutter in New Jersey. Also gibt sie sich als 25-Jährige aus, streicht die Pause aus ihrem Lebenslauf und wird tatsächlich als Assistentin bei einem Verlag angestellt. Und hier wird es toll. Denn Liza (Sutton Foster) trifft Kelsey, gespielt von Hillary Duff. Kelsey ist ein Millennial-Klischee, aber ein gutes. Sie ist selbstbewusst, ehrgeizig und über alle Trends informiert. Als Redakteurin im Verlag nimmt Liza sie unter ihre Fittiche, gibt ihr Tipps und hilft ihr weiter. Schnell werden die beiden beste Freundinnen und später auch Partnerinnen beim Aufbau einer eigenen Marke speziell für junge Leserinnen und Leser.

Das ist bei "Younger" erfrischend anders, denn oft dient der Arbeitsplatz in Serien nur als Kulisse. Doch ob die Influencerin den Buchvertrag unterschreibt, ob ein Erfolgsautor abgeworben wird – das ist genauso spannend, wie jedes Beziehungsdrama. Davon gibt es aber auch genug: 

Denn Kelsey weiß nicht, dass Liza eigentlich 40 ist. Und auch Josh, der Musiker und Tattoo-Künstler, der mit Liza zusammenkommt, weiß nicht, dass Liza 40 ist. Und was eigentlich nur ein Experiment war, ein verzweifelter Versuch, genug Geld für die Uni ihrer Tochter zusammenzubekommen, bringt Lizas Karriere und Freundschaften in Gefahr und setzt letztlich sogar den Verlag aufs Spiel. 


Today

Kunstaktion gegen Rechtsextreme hat rechtliche Konsequenzen

Die Aktivistinnen und Aktivisten vom Zentrum für politische Schönheit (ZPS) fahnden öffentlich nach Rechtsextremen – nun gibt es erste rechtliche Konsequenzen. Das Kunstprojekt kollidiert mit den Datenschutz-Gesetzen.

Am Montag hatte das Künsterkollektiv die Webseite "Soko Chemnitz" veröffentlicht. Sie zeigen dort Fotos und Steckbriefe von Nazis, die sich an den rechten Demos in Chemnitz beteiligt hatten und fordern dazu auf, weitere zu identifizieren. Dafür gibt es eine Belohnung von ein paar Euros. Auch in einem Büro in der Chemnitzer Innenstadt hängte die Gruppe einige Bilder aus. 

Was ist jetzt das rechtliche Problem?

  • Das ZPS hatte sich für den Online-Pranger an Fotos des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) bedient. Obwohl dies zuvor ausdrücklich untersagt worden war. Es geht um die Aufnahme eines Hitlergrußes, die das JFDA während der Vorfälle in Chemnitz gemacht hatte. Das ZPS hat mittlerweile eine Unterlassungserklärung unterzeichnet und die Bilder entfernt. (MDR)
  • Zudem hatten Polizisten am Dienstag Poster und Steckbriefe aus dem Büro im Chemnitz entfernt. Die Begründung: Über soziale Netzwerke sei zur Beschädigung des Büros aufgerufen worden. So wollte man die Gefahr abwehren. (SPIEGEL ONLINE)
  • Auch strafrechtlich könnte das Ganze Folgen haben. Weil die "abgebildeten Personen zur Veröffentlichung ihres Lichtbildes höchstwahrscheinlich keine Einwilligung erteilt" hätten, sagte die Polizei. Es gehe um Beleidigung und den Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz. Laut der Beamten "wurden bislang neun Strafanzeigen erstattet".
  • Die sächsische Landesregierung geht mit einer Abmahnung gegen das Künstlerkollektiv rund um den Philosophen und Aktivisten Ruch vor. Dabei geht es um die Nutzung des Logos der sächsischen Standortkampagne "So geht sächsisch" auf der ZPS-Internetseite.

Was sagt ein Medienrechtler zu der Aktion?