Spoiler: Manchmal sind wir auch glücklich

Wir sind verkorkst, beziehungsgestört und können kein Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen. Unsere Kindheit war im Großen und Ganzen ziemlich traurig und die einzige Leidenschaft, die unsere geschiedenen Eltern miteinander teilten, war die passionierte Streitsüchtigkeit. Und jetzt die große Überraschung: Das stimmt nicht so ganz

Wir Scheidungskinder teilen uns eine große Schublade voller Klischees, die zum Teil stimmen, zum Teil aber auch etwas überdramatisierend sind. 

Diese 12 Dinge kennst du nur, wenn deine Eltern getrennt leben: 

Ständig möchte Papa wissen, was Mama so macht, und Mama möchte wissen, was Papa so macht.

Wenn Mama fragt, ob Papas neue Freundin auch dabei war, du aber nie eine neue Freundin erwähnt hast.

Unsere nervigen Eigenschaften werden immer dem anderen Elternteil zugeschrieben.

"Deine Mutter hat ihr Auto auch immer so verdrecken lassen!", "Du bist genauso stur wie dein Vater!" (Die guten Gene stammen aber selbstverständlich von ihnen selbst.)

In den Familienalben gibt es keine Fotos mehr von Papa, weil Mama auf einem Feng-Shui-Trip mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen hat.

Die Fotos liegen jetzt bei Papa, nachdem du sie ihm damals in einem Briefumschlag zurückgebracht hast. 

Papa schlägt vor, du könntest dich an Halloween ja als Mama verkleiden.

Du wolltest aber eigentlich als depressiver Dauer-Single gehen. 


Den Prozess ihrer Scheidung kennst du besser als die Geschichte, wie sie sich kennengelernt haben.

6 Du weißt nicht, nach wie vielen Jahren man Silberhochzeit feiert...

...oder dass es Menschen gibt, die freiwillig so lange zusammenbleiben. Dafür weißt du aber, was unbedingt in einem Ehevertrag stehen sollte, und wie sich das mit dem Sorgerecht verhält.


Den mitleidigen Blick, wenn du deinem Gegenüber erzählst, dass deine Eltern seit Jahren geschieden sind.

Oder der irritierte Blick, wenn du dann anschließend noch sagst, dass du trotzdem eine tolle Kindheit hattest. Wie soll das denn bitte gehen?! 

Du wirst ständig gefragt, warum sich deine Eltern haben scheiden lassen.

Du fragst dich vielmehr, warum sie überhaupt zusammen gekommen sind.

Wenn du Single bist, hat das für Außenstehende definitiv damit zu tun, dass du beziehungsgestört bist. 

Du kannst kein Vertrauen fassen oder Nähe zulassen. Schließlich hat dir ja auch nie jemand vorgelebt, wie man eine gute Beziehung führt. Dafür kannst du gut mit Katzen umgehen.

10 Und wenn du dich tatsächlich in einer Beziehung befinden solltest, dann klammerst du extrem...

...weil du Verlustängste hast. Deswegen hast du auch noch Kuscheltiere im Bett und heiratest mit 23 (und trennst dich mit 25).

11 Wenn du keine Kinder kriegen möchtest, liegt das laut Gesellschaft ebenfalls an deinem tragischen Schicksal.

Denn Kinder sind toll und du bist verkorkst! Schließlich bist du dafür prädestiniert, dass deine zukünftige Ehe ebenfalls scheitert. 



12 Eigentlich ist dir das aber alles herzlich egal, weil du es besser weißt – und deine Familie so liebst, wie sie ist!

Ja okay, das war jetzt ein bisschen cheesy. Aber es ist doch so: Keine Kindheit läuft perfekt. 

Wir alle haben unsere Macken. Sei es, weil sich unsere Eltern getrennt haben, oder weil wir sie beim Sex gehört haben. Weil Mama immer nur gearbeitet und Papa uns mit sechs Jahren Jurrassic Park gezeigt hat. Weil es immer Dinge gibt, die uns verletzen und enttäuschen, wenn zwei oder mehr Menschen zusammenkommen und Beziehungen führen – in welcher Hinsicht auch immer. 

Aber es gibt auch die vielen Erinnerungen an wunderbare Momente, die man gemeinsam geteilt hat und nie vergessen wird. Ein ganz persönliches Fotoalbum – mit all seinen Facetten (und ohne Feng-Shui).

 Und jetzt mal ehrlich: So ein bisschen verkorkst sind wir doch alle, oder? 


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