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Das "Sag es nicht"-Meme in neun Tweets.

Manchmal geraten wir in Situationen, in denen wir gerne etwas sagen würden – es aber WIRKLICH lieber nicht tun sollten. Unser Gehirn rät uns in solchen Fällen oft, einfach die Klappe zu halten. Manchmal hören wir auf unser Gehirn, aber manchmal auch nicht.

Auf Twitter erzählen gerade Leute von Situationen, in denen sie einfach nicht die Klappe halten konnten. Das Meme: "Sag es nicht".

Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer haben lustige Situationen aus ihrem Alltag geteilt, die vielen von uns bekannt vorkommen könnten: unangenehme Begegnungen mit ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschülern, Blamagen an der Kasse oder infantiles Gelächter bei zweideutiger Sprache.

Oder eben solche Momente im Auto:

Jetzt mal ehrlich: Das passiert uns leider viel zu oft.

Klassiker:

Stimme aus dem Off: "Er wird nicht schreiben."

Es wird politisch.

Jeder Mensch, der mal im Einzelhandel tätig ist/war, weiß genau, wie nervig diese Frage ist. 

Für die Klammerer unter uns.

Smalltalk für Noobs.

Norddeutsche kennen das Problem.


Gerechtigkeit

Die Bildungsministerin findet, die Einführung der Ehe für alle war "so nicht richtig"
Eine Studie soll außerdem klären, welche Auswirkungen es für Kinder in Regenbogenfamilien gibt.

Bildungsministerin Anja Karliczek hält die Einführung der "Ehe für alle" für übereilt. In einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv äußerte die CDU-Politikerin Bedenken über die Art und Weise, in der die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt wurde. Außerdem möchte Karliczek mit einer Langzeitstudie klären, welche Auswirkungen es für Kinder hat, in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft aufzuwachsen. (n-tv)

Wie erklärt Anja Karliczek ihren Standpunkt?

Karliczek hat im Juni vergangenen Jahres gegen das "Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts" gestimmt. In dem Interview betonte sie, dass sie die Einführung für überstürzt hält. Man könne gesellschaftliche Strukturen nicht "mal eben so im Federstrich" verändern, sagte sie im Interview mit n-tv. Sie hätte sich gewünscht, das Thema breiter zu diskutieren und so "Akzeptanz und Zusammenführung von Gesellschaft von verschiedenen Polen" zu gewährleisten. 

2017 begründete sie ihre Stimme gegen die Ehe für alle damit, dass es noch keine Langzeitstudien zu den Auswirkungen auf Kinder gibt, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft aufwachsen. Das möchte sie jetzt nachholen. 

Denn die Bildungsministerin ist der Meinung, der Einfluss homosexueller Paare auf Kinder sei nicht genug erforscht. "Solange wir nicht wissen, ob es was verändert oder nicht, solange muss man doch diese Entscheidung nicht treffen", sagte sie dem Moderator auf Nachfrage. Es gehe nicht um Glück oder gute Erziehung. Aber Frauen und Männer hätten unterschiedlichen Einfluss auf Kinder. Es sei für Kinder wichtig, das "emotionale Spannungsfeld" zwischen Mutter und Vater zu erleben. Männer gingen beispielsweise an Wettbewerb "ganz anders ran als Frauen." "Wir verändern grundsätzlich Strukturen in unserer Gesellschaft mal eben so mit einem Federstrich. Und das ärgert mich."

Wie sind die Reaktionen?

Politiker von FDP, SPD und Grünen kritisierten die Ministerin für ihre Äußerungen. Jens Brandenburg, zuständiger Sprecher der FDP im Bundestag, nannte ihre Forderung nach einer Langzeitstudie “absurd”. “Kinder in Regenbogenfamilien leiden nicht unter ihren Eltern, sondern unter den Vorurteilen anderer”, sagte er. Seit Jahrzehnten komme die Forschung immer wieder zum selben Ergebnis: “Die Kinder mögen etwas toleranter sein, unterscheiden sich aber sonst nicht von anderen.” (Queer.de)

Die SPD forderte eine Entschuldigung von Anja Karliczek. In einer Pressemitteilung verwies Johannes Kahrs Queer.de zufolge darauf, dass die Ehe für alle lange debattiert worden sei. “Da frage ich mich, wo war Anja Karliczek die letzten Jahrzehnte?” Kahrs ist der SPD-Beauftragte im Bundestag für die Belange von Lesben und Schwulen. Karliczek warf er vor, fundierte Studien zu ignorieren. Kahrs sagte weiter zu Queer.de: “Ich fordere daher Frau Karliczek auf, sich bei den Betroffenen zu entschuldigen. Ihre Äußerungen waren eine sechs, setzen!” 

Sven Lehmann, Bundestagsabgeordnete der Grünen, hatte am Dienstag bereits auf Twitter reagiert. Er schrieb: “Ich fordere vielmehr eine Langzeitstudie, inwieweit sich eine hinterwäldlerische und diskriminierende Haltung auf die Amtsausübung auswirkt!”