Bild: Screenshot Youtube

In Russland stand bei einer Veranstaltung für Jugendliche zum Thema Robotik auch ein "Roboter" auf der Bühne – beim Staatssender "Russia-24" waren die etwas unbeholfen wirkende Tanzbewegungen der Maschine zu sehen. 

Im russischen Fernsehen wurde "Roboter Boris" direkt gefeiert – er habe schon tanzen gelernt und sei darin "gar nicht so schlecht", hieß es in dem Bericht (Guardian).

Nur: Es handelte sich gar nicht um einen Roboter, sondern um einen Mann im Kostüm. 

Dabei wollte eigentlich niemand irgendwem vorgaukeln, dass es sich tatsächlich um einen Roboter handelte: Das mehr als 3000 Euro teure Kostüm "Alyosha der Roboter" ist mit Mikrofon und diversen Displays ausgestattet und soll zwar die Illusion eines echten Roboters erzeugen – doch das war wohl bei der Veranstaltung allen klar. Nur wohl dem russischen Staatsfernsehen nicht.

Blogger einer russischen Webseite fielen dann Ungereimtheiten in dem TV-Bericht auf. Warum macht der "Roboter" beim Tanzen so viele unnötige Bewegungen? Und wo sind seine ganzen Sensoren untergebracht? Auf Twitter wurde schließlich ein Foto gepostet, auf dem ein Mann beim Anziehen des Kostüms zu sehen ist:

Laut "Guardian" verschwand der TV-Bericht am Mittwochmorgen zwischenzeitlich vom YouTube-Kanal des Senders – war aber später wieder erreichbar.


Gerechtigkeit

NRW verabschiedet umstrittenes Polizeigesetz – die SPD will zustimmen
Die Grünen sind weiterhin dagegen.

Seit dem vergangenen Jahr verschärfen fast alle Bundesländer ihre Polizeigesetze – in Bayern wurde im Mai ein besonders hartes beschlossen, dort können etwa sogenannte "Gefährder" ohne Anklage in Haft genommen werden, theoretisch über viele Monate hinweg. Auch Sachsen hat eine Verschärfung beschlossen.

Nun soll auch Nordrhein-Westfalen ein härteres Polizeigesetz bekommen – nach Kritik war der Gesetzentwurf der schwarz-gelben Regierung allerdings überarbeitet worden. Jetzt will auch die SPD dafür stimmen, während die Grünen das neue Polizeigesetz weiter ablehnen. Sie erwägen, dagegen zu klagen.

Was steht in dem neuen Polizeigesetz?

  • Um unmittelbar bevorstehende Straftaten zu verhindern, sollen Gefährder laut aktuellem Gesetzentwurf maximal 14 Tage ohne Klage in Haft genommen werden dürfen. Dieser Zeitraum darf einmal verlängert werden. Anders als beispielsweise im bayerischen Polizeigesetz darf dies nicht ohne konkreten Verdacht geschehen.
  • Wer sich weigert, seine Identität preiszugeben, darf maximal eine Woche in Gewahrsam genommen werden – statt bislang zwölf Stunden.
  • Verschlüsselte WhatsApp- oder Telegram-Chats dürfen von der Polizei ausgelesen werden – solange der dafür verwendete "Staatstrojaner" den Anforderungen des Bundeskriminalamts entspricht.
  • Die elektronische Fußfessel soll auch zur Gefahrenabwehr verwendet werden dürfen – terroristische Gefährder dürfen damit überwacht werden, unter bestimmten Voraussetzungen gilt dies auch für Sexualstraftäter oder Stalker. (Neue Westfälische)

Welche Kritik gibt es noch daran?

Am Samstagnachmittag gingen trotz der Entschärfungen zwischen 3000 und 5000 Menschen in Düsseldorf gegen das Polizeigesetz auf die Straße. Die Grünen kritisieren, es sei bei der Überarbeitung "nicht substanziell geändert" worden. Es stelle eine "deutliche Verschärfung" gegenüber der geltenden Rechtslage dar, sagte die Grünen-Innenexpertin Verena Schäffer. 

Die Möglichkeit, Menschen zur Identitätsfeststellung eine Woche lang in Gewahrsam zu nehmen, hält sie für verfassungswidrig, auch das Mitlesen von WhatsApp- und Telegramchats wird kritisiert. (WDR)

Der erste Gesetzentwurf von CDU und FDP war massiv kritisiert worden. Anschließend wurde er von Verfassungsrechtlern überarbeitet, auch die SPD beteiligte sich eng daran. (WDR)