Bild: imago/snapchat-photography/K.C.Kombe

Bauchläden, Peniskostüme und fröhlichen Exzess verbinden die einen mit ihnen. Vollgekotzte Toiletten, geklaute Gläser und sexuelle Belästigung die anderen: Junggesellenabschiede (JGA). Etwa zwanzig Kneipenbesitzer in Regensburg haben es jetzt satt: Sie verbieten JGA in ihren Kneipen. 

Seit Neustem klebt ein Sticker an ihrer Tür:
Junggesellenabschiede raus!(Bild: Martin Stein)

Die Aktion ist einmalig: denn schon vorher verboten einzelne Kneipen wie der Augustinerkeller in München JGA, aber nie so viele auf einmal. 

Die Kneipenbesitzer würden lediglich von ihrem Hausrecht gebraucht machen, so die Pressestelle der Stadt Regensburg. Die Stadt begrüße die Aktion, denn sie richte sich gezielt gegen JGA, die unangenehm auffielen. Regensburg könne "Gruppen nicht willkommen heißen, die schon volltrunken ankommen und dann grölend durch die Stadt ziehen, dabei Anwohner stören, öffentlich urinieren und Schäden durch Vandalismus hinterlassen." Sie sieht aber von einem offiziellen Verbot in der ganzen Stadt ab. 

Warum entscheiden sich die Kneipenbesitzer dazu?

Wir fragten den Initiator, Martin Stein von der Wunderbar, warum die Kneipenbesitzer gegen die JGA sind:

„Die Junggesellenabschiede reisen zum Teil aus dem Umland an und ziehen eine Schneise der Verwüstung hinterher.“
"Sie rechnen sich nicht — auf einen Euro Umsatz folgen drei Euro Zerstörung."
"Sie pissen bewusst daneben oder überschwemmen die Toiletten. Und sie klauen: ein Stück unseres Rollos fanden wir mal außerhalb der Kneipe — einfach, weil sie es lustig fanden, es mitzunehmen."
"Auch sexuelle Belästigung kam schon öfters vor. Die wenigsten sagen leider etwas."
"Jede Bar hier hat ihre eigenen Horrorgeschichten zu erzählen."
1/12
Plakate brachten nichts

Die Kneipenbesitzer überlegten schon vor etwa einem halben Jahr, was sie tun konnten. Sie entwickelten gemeinsam mit der Stadt eine Plakatkampagne, die jedoch wenig Erfolg zeigte.

(Bild: Stadt Regensburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Die Situation verbesserte sich aber nicht. So entschlossen sich die Kneipenbesitzer für das Verbot"Gott sei dank, endlich!" sei laut Martin die Reaktion vieler Gäste gewesen. 

Auch die Besitzerin der Filmbühnen-Bars, Karin Griesbeck berichtet, dass die meisten Gäste das Verbot "positiv empfanden". 

Aber es gebe "auch nette Junggesellenabschiede", so Karin: das Verbot richte sich "aber gerade an die, die auffällig sind und kostümiert und betrunken durch die Stadt wanken."

Martin sieht das ähnlich. Er spricht von einem JGA, der "ganz schüchtern" zu ihm gekommen sei und gefragt habe, ob er bei ihm feiern könne. Das ginge natürlich, sei aber nicht die Regel. 

Laut Martin jedenfalls ist die Politik jetzt an der Reihe zu handeln: Beispielsweise indem sie gegen Ruhestörung angehe oder das Pinkeln in der Öffentlichkeit. Pissoirs seien da eine Methode, um den Schaden einzudämmen. Denn "gegen das, was vor der Kneipe passiert, können wir wenig machen."

Die Kampagne könnte aber ein Zeichen sein, die JGA generell aus der Stadt fernzuhalten. 


Gerechtigkeit

Warum Abschiebungen aufhören müssen

Abschiebungen werden oft dargestellt als seien sie alternativlos. Als müssten Menschen Deutschland verlassen, weil unsere Wirtschaft nicht alle Zuwanderer tragen könne.

Dabei ist das Unsinn – denn Abschiebungen kosten ein Vermögen.