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Im dänischen Aarhus wartet der perfekte Job für Porno-Freunde

Wenn eine kleine Bar in einem beschaulichen Städtchen in Dänemark eine Stellenanzeige auf Facebook postet, klicken üblicherweise nur ein paar Stammkunden den "Gefällt mir"-Button. Doch die Offerte der Hornsleth Bar in Aarhus wird auf der ganzen Welt geteilt und kommentiert. Tausende wollen den Job haben - und fast alle behaupten, sie hätten "viel Erfahrung auf dem Gebiet". Gesucht wird jemand, der Audiomaterial aus Sexfilmen zusammenstellt – ein Porno-DJ. Wir zitieren den Text und kommentieren die Anzeige.

Wir suchen jemanden, der bis Ende April und den ganzen Mai über 20 Stunden pro Woche Pornos schaut. Du kriegst einen Computer, unendliche viele DVDs, Zugangsdaten zu verschiedenen Pornoseiten und ein geschlossenes Zimmer in unserem Büro. Es gilt Präsenzpflicht.

Über Pornos wird die Nase gerümpft, gestritten, gezetert und belehrt, dabei schauen Millionen hin. Wer diese Stelle ergattert, darf sein Hobby zum Beruf machen und auch noch stolz darauf sein. Ob Ihnen die Rammelei auf dem Monitor nach ein paar Tagen Dauerdröhnung noch Spaß macht, sollten Sie aber sicherheitshalber vor der Bewerbung testen.

Screenshot der Stellenanzeige auf Facebook(Bild: facebook/screenshot )
Wir brauchen viele Geräusche und Bilder aus Pornofilmen. Mehr über den Job erfährst Du in einem persönlichen Gespräch.

Wozu braucht eine Bar Geräusche und Bilder aus Pornos? Barbesitzer Kristian von Hornsleth klärt auf: Ziel sei eine Kunstinstallation auf der Toilette. "Ich bin auf die Idee gekommen, weil Toiletten in Bars und Nachtclubs der Ort sind, wo Männer und Frauen mit ihren Freunden Klartext reden", sagte er der britischen "Daily Mail" . Er habe sich einmal in einer Frauentoilette versteckt und sei schockiert gewesen, wie die Damen dort zusammen lästerten und was für versaute Sachen sie sagten. "Dieses Bild wollen wir spiegeln."

Um die Stellenanzeige richtig einordnen zu können, muss man wissen, dass Hornsleth in Dänemark als Provokateur bekannt ist. Seine Kneipen in Aarhus und Kopenhagen bezeichnet er als "intellektuelle Bars": "Kunstgalerien sind immer langweilig. Man steht herum, trinkt billigen Wein und ist deprimiert. Wir wollen Kunst zeigen und dabei Party machen."

Auf der Toilette der Kneipe in Aarhus habe er schon Bilder von Pornostars aufgehängt, berichtet Hornsleth, "aber für eine Kunstinstallation braucht man noch Geräusche". Logisch, gell?

Der "PJ", wie Hornsleth den zu besetzenden Posten in Abwandlung des Begriffs DJ nennt, solle 50 bis 60 Stunden Ton generieren und bekomme dafür ein Monatsgehalt von 2975 Euro. "Wir wollen nicht die ganze Zeit dieselbe Frau stöhnen hören oder den Ton in Endlosschleife laufen lassen, deshalb brauchen wir jemanden, der so viele Pornos wie möglich schaut und eine Tonspur zusammenstellt."

Für den PJ gelten laut Hornsleth die gleichen Anforderungen wie für einen DJ: Er müsse einen Abend musikalisch gestalten und dabei Rücksicht auf Zeit und Stimmung nehmen.

Wäre das was für Dich? Schreib uns eine E-Mail an aarhus@hornslethbar.dk und erkläre, warum Du für das Sehen und Bewerten von Pornos besser geeignet bist als Dein Nachbar.

Hornsleth sagt, er habe schon mehrere Tausend Bewerbungen bekommen. Du müsstest dir also etwas einfallen lassen, um ähm, hervorzustechen. Bedenke aber auch: Sich durch den Morast des Netzes zu wühlen, kann anstrengend werden.

Hornsleth ist übrigens egal, ob ein Mann oder eine Frau den Job übernimmt, solange er oder sie älter als 18 Jahre ist und "kreative Ideen mitbringt". Die besten Chancen hätten Bewerber, die regelmäßig Pornos gucken, aber auch in der Lage seien, sich der Materie wissenschaftlich zu nähern und mit Audioschnittprogrammen zu arbeiten. Also, worauf wartest du noch?

Dieser Text erschien zuerst auf SPIEGEL ONLINE.


Fühlen

Wie gut ist Scherensex wirklich?

Ich habe das Gefühl, die meisten heterosexuellen Menschen dort draußen haben keine Ahnung, wie zwei Personen mit Vulven wirklich Sex haben.

Die meisten denken: Das muss ungefähr so aussehen wie in Mainstream-Pornos – dort praktizieren Personen mit Vulven beinahe ausschließlich die Scherenstellung, auch Scissoring genannt.