Bild: ARD; Montage: bento

Eines der liebsten Feindbilder der AfD sind – neben Flüchtlingen – die öffentlich-rechtlichen Medien. Die Rundfunkgebühren nennt die Partei "Zwangsgebühren", das Programm ist für sie "Propaganda". Dass bei ARD und ZDF unabhängige Journalisten sitzen – für die Rechtspopulisten ausgeschlossen.

Nach Ausstrahlung der jüngsten Folge "Polizeiruf 110" fühlte sich die AfD nun endgültig bestätigt.

  • Was war los? In einer Szene ist im Hintergrund für wenige Sekunden ein "FCK AFD"-Aufkleber zu sehen. Er klebt an einer Pinnwand neben anderen Aufklebern, die sich gegen Atomkraft und Nazis richten, im Büro der Ermittlerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau).

Die Idee der Setdesigner war also: Der Zuschauer soll gleich erkennen, dass hier eine äußerst linke Polizistin ihren Dienst tut. In den Augen der AfD war das aber keine Kunstfreiheit – sondern, eben, "Propaganda". Auch die Junge Union beschwerte sich. Für einen staatlichen finanzierten Sender ginge das zu weit. (Neue Westfälische)

  • Was machte die ARD? Sie gab klein bei. Für die Version in der Mediathek wurde die Szene bereinigt, der AfD-Aufkleber wegretuschiert.

In der Erklärung der ARD heißt es dazu:

"Der NDR-Film 'Für Janina' aus der Reihe 'Polizeiruf 110' ist für eine weitere Ausstrahlung einer digitalen Bildbearbeitung unterzogen worden. In einigen sehr kurzen Sequenzen war unbeabsichtigt im Hintergrund ein kleiner Anti-AfD-Aufkleber zu sehen."

Die Geschichte könnte hier vorbei sein – wäre da nicht Twitter.

Viele Nutzer finden das Kleinbeigeben der ARD peinlich. Unter dem Hashtag ARDbearbeitungen treiben sie die Retuschearbeit daher auf die Spitze – und erfinden weitere Vorfälle, in denen die ARD nachträglich Filme und Serien veränderte.

Das sind die besten Tweets:

Bei nachrichtlicher Berichterstattung wird für ein feines Äußeres gesorgt:

In Wahrheit sind die Jedi auch nur Fundamentalisten:

Guido Knopp erzählt die deutsche Geschichte noch mal neu, ohne den "Vogelschiss":

"Bambi" wird endlich erträglich, und "Inglorious Basterds" hingegen unerträglich:

Vor allem Filme über den 2. Weltkrieg müssen komplett neu gedacht werden:

Und über den Holocaust sowieso:

Aber das muss man nun halt aushalten...

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Trip

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Der Kölner Dom, das Hamburger Rathaus, das Brandenburger Tor in Berlin – Städte an ihren Wahrzeichen zu erkennen, ist keine Kunst. Wahrzeichen bleiben im Kopf, weil sie außergewöhnlich und – zumindest häufig – sehr schön sind. 

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