Drei Zitate zeigen, wie dieser Mann drauf ist.

Manche Menschen leben ihre Leidenschaft. Zum Beispiel Chen San-yuan aus Taiwan. Der 70-Jährige ist ein leidenschaftlicher "Pokémon Go"-Spieler – und jagt mit neun auf sein Fahrrad montierten Handys gleichzeitig.

Das beeindruckendste an ihm ist aber, mit wie viel Liebe er von diesem Spiel spricht.

Vorweg: Auf dem Fahrrad Pokémon Go zu spielen, ist gefährlich. Tu es nicht. Auch nicht in Deutschland. Und auch nicht, wenn du wirklich süchtig bist.

Im Sommer 2016 war "Pokémon Go" eine große Sache. 

Mehr als 500 Millionen Mal wurde das Spiel allein in den ersten 60 Tagen nach Erscheinen heruntergeladen (FAZ). Doch für die meisten ist der Hype inzwischen vorbei.

Nicht so für Chen San-yuan, der eigentlich als Feng-Shui-Meister arbeitet. Der taiwanische Nachrichtensender EXP.GG ist im Juni auf Chen aufmerksam geworden und hat ihn mit der Kamera begleitet. Zu dem Zeitpunkt hatte er neun Handys auf sein Fahrrad montiert und zwei zusätzliche Handys dabei. Denn auf sein Fahrrad kommen nur Handys mit Accounts, in denen er mindestens Level 30 erreicht hat.

Natürlich at Chen sich inzwischen gesteigert. Wie Channel News Asia berichtet, habe er inzwischen elf Handys an sein Fahrrad montiert und vier weitere dabei, auf denen er mit Accounts spielt, die noch unter Level 30 liegen.

Hier kannst du Chen bei seiner Pokémon-Jagd auf dem Fahrrad sehen:

Dein Taiwanesisch ist wahrscheinlich ähnlich schlecht wie unseres. Zum Glück hat die Seite Channel News Asia das Interview mit Chen ins Englische übersetzt. Die Zitate zeigen, was für ein extrem sensibler Mensch dieser Pokémon-Go-Fan ist. 

Mit so viel Gefühl haben wir selbst 2016, als "Pokémon Go" noch Ersatzreligion war, nicht an das Spiel gedacht.

In dem Interview erklärt Chen zum Beispiel, warum er andere Spieler in Pokémon Go nicht zu Kämpfen herausfordert:

In eine Arena zu gehen, verletzt die Gefühle anderer... Ich werde nicht in einer Arena kämpfen, das macht andere nur unglücklich.
Chen

In einer Arena können Spieler ihre Pokémon gegeneinander kämpfen lassen, bis eines erschöpft zusammensackt. Mit Verabreichen einer virtuellen Medizin ist das Pokémon innerhalb von Sekunden wieder voll bei Kräften.

Aber selbst das ist zu viel für Chen.

Die Gefühle für seine Pokémon offenbart Chen in diesem Zitat:

Ich liebe jedes einzelne von ihnen. Ich habe sie alle selbst gefangen. Alle selbst, ich habe nie jemanden um einen Gefallen gebeten.
Chen

Es gibt in Pokémon Go die Möglichkeit, Pokémon zu tauschen. Aber nicht mit Chen. Er verteilt stattdessen lieber Lockmodule.

Wenn man bei Pokémon Go an einem Pokéstop ist, kann man dort ein Lockmodul aktivieren. Das lockt für 30 Minuten gezielt Pokémon an – und zwar nicht nur für einen selbst, sondern für alle Spieler in der Nähe. Eine selbstlose Tat, die Chen 330 Dollar (ungefähr 280 Euro) im Monat kostet.

Und warum spielt er überhaupt so viel Pokémon Go?

Es macht so viel Spaß! Ich lerne neue Menschen kennen und kann gleichzeitig Alzheimer vorbeugen.
Chen

Einen Zusammenhang zwischen Pokémon Go und Alzheimer wurde bisher zwar nicht nachgewiesen, aber fit hält Chen sich durch seine Leidenschaft auf jeden Fall. Hauptsache er baut keinen Unfall.


Today

Neue Räder für 69 Euro: So enden Tausende Leihräder nach der "Obike"-Pleite
Was mit den Fahrrädern nun passiert – in drei Punkten.

Fast ein Jahr lang standen 10.000 neue Fahrräder in einer Lagerhalle vor den Toren Hamburgs. Der Grund: Der Start des Leihrad-Anbieters "Obike" in mehreren deutschen Städten war gescheitert. Im Juli meldete der Fahrradverleih aus Singapur Insolvenz an (bento). Nun muss der Besitzer der Lagerhalle die Räder loswerden.