Ob du nun wegen der Liebe aufs Land gezogen bist oder wegen des "kreativen Umfelds" in eine andere Stadt: Zwischen deinem Bett und deinem Büro liegen jede Woche etliche Fahrstunden.

Nur: Auf den morgendlichen Berufsverkehr hat dich niemand vorbereitet. Keiner hat dich gewarnt, dass zu deinem 40-Stunden-Vertrag noch mal 20 Stunden für An- und Abreise dazu kommen. Selbst ein Jetpack würde dir jetzt nicht mehr helfen.

Aber immerhin erlebst du was, redest du dir ein, wenn du in die überfüllte Bahn steigst. Oder ärgerst dich, wenn du gelegentlich im Kopf überschlägst, was du monatlich nur für Fahrerei ausgibst. Wir haben gesammelt, was in deinem üblichen Pendler-Alltag so passiert.

Du kämpfst dich jeden Morgen schon um 5 Uhr aus dem Bett, nur um gegen 8 Uhr im Büro zu sein. Hoffentlich.
Als erstes checkst du – ALLE – Apps. Hat der Zug Verspätung? Schon eine Minute nach dem Aufwachen bist du verdammt gut informiert.
Denn Vorbereitung ist alles!
Deshalb bist du wirklich gut ausgestattet: Wer mehrere Stunden vom Arbeitsplatz entfernt wohnt, hat sein ganzes Leben in einer Tasche dabei. Externer Akku, Notfallsnacks, Nackenhörnchen? Hast du.
Denn spätestens seit deinem ersten – mitten im Hochsommer – liegen gebliebenen Zug weißt du, dass man nicht ohne einen Liter Wasser in die Bahn steigt.
Du schwingst dir also deinen perfekt gepackten Rucksack / Batgürtel um und rennst zum Bus, der dich zur Bahn bringen wird, die dich zu einem weiteren Bus bringen wird. Der fährt entweder

1. so früh, dass du ihn verpasst oder

2. so spät, dass du fast deine Bahn verpasst.

Am Gleis erfährst du, dass ein anderer Zug ausgefallen ist, deshalb fahren bei dir nun doppelt so viele Leute mit.
Mit etwas Glück bekommst du einen Platz. Aber trotz Müdigkeit schläfst du leider nicht tief ein, sondern schlummerst immer genau eine Minute, bevor dich der Fahrkarten-Kontrolleur wieder weckt.
Im Slider: Macht Pendeln krank?
Wir haben Experten gefragt: Macht Pendeln krank?
1. Was macht dauerhafter Stress mit dir?
Pendler sind oft gestresst. In solchen Situationen werden in unserem Körper die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Das führt zu Anspannung und Bluthochdruck.
Hinzukommt: Pendler kaufen oft Snacks und Fastfood. Wenn man regelmäßig zu viel Fett, Zucker und Salz zu sich nimmt, dann steigt das Risiko, frühzeitig an Arteriosklerose zu erkranken.
2. Sind Pendler anfälliger für Grippe?
"Pendeln macht auch anfälliger für Erkältungskrankheiten. Wenn man dicht gedrängt in der U-Bahn steht, dann kriegt man schon was ab", sagt Mediziner Manfred Haseloff.
3. Macht Pendeln einsam?
Wer ständig unterwegs ist, hat weniger Zeit für Hobbys und Freunde vor Ort. Zudem ist es nicht mehr so einfach, sich spontan mit Freunden zu verabreden.
Der ständige Druck kann auf Dauer deine Psyche belasten. Wer permanent unter Stress steht und sich nur wenige erholsame Phasen gönnt, der entwickelt ein höheres Risiko für Burnout.
Klingt alles ziemlich furchtbar, hm? Deswegen haben wir hier noch sieben Tipps zusammengestellt, wie du beim Pendeln entspannt bleibst.
1. Kopfhörer auf und abtauchen: Musik zu hören, entspannt dich und du fühlst dich weniger gestresst.
2. Du wolltest schon längst das Buch lesen, das du zu Weihnachten bekommen hast? Oder deine Geburtstags-Party planen? Jetzt hast du die Gelegenheit dazu.
3. Auch zum Lernen kannst du die Fahrten nutzen, zum Beispiel Texte für die Uni lesen oder mit Sprachlernprogrammen Vokabeln auffrischen.
4. Deine Mitfahrgelegenheit war gerade im Auslandssemester und dein Sitznachbar im Bus spricht fließend Arabisch? Unterwegs kannst du interessante Leute kennenlernen.
5. Immer ein Apfel in der Tasche: Gesunde Ernährung hilft dir, deine Abwehrkräfte zu stärken.
6. Am Bahnhof einfach mal die Treppe nehmen. Mit Schrittzähler-Apps fürs Smartphone kannst du deine Motivation noch steigern.
7. Wenn alles nichts hilft, tief durchatmen und an den nächsten Urlaub denken: Positive Gedanken können deine Laune heben.
Den ganzen Artikel von Frauke Suhr lest ihr hier.
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Mehr dazu:

Auf der Strecke wird immer "gerade für Sie" gebaut. Das heißt im Klartext: Weil es nur ein Gleis gibt, steht dein Zug manchmal einfach eine halbe Stunde rum.
Deine Arbeitskollegen hast du deshalb auf der Schnellwahltaste oder in einer eigenen WhatsApp-Gruppe. Darin steht oft: "Sorry, mein Zug hat Verspätung, bin bald da." Und dein Chef so:
Das Abmelden bei den Kollegen klappt aber nicht immer. Denn in der Bahn hast du fast nie Netz.
Applaus, mit nur einer halben Stunde Verspätung hast du es heute zum Zielbahnhof geschafft!
Jetzt musst du nur noch durch alle anderen Pendler zum Ausgang finden. Und schon bist du da!
Am Abend musst du das Ganze dann natürlich noch einmal machen. Und morgen früh. Und morgen Abend. Und...
Statt deinem Chef schreibst du dann deinem Partner: "Hey Babe, ich bin leider doch erst um 21 Uhr zu Hause!" Die Antwort?
Trotzdem. Morgen wirst du es wieder tun. Weil du davon einfach nicht genug bekommst. Deshalb gibt es hier noch eine kleine Belohnung:

Lass uns Freunde werden!

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Fühlen

Wir bleiben, auch wenn alle wegziehen: Diese Dorfkinder lieben das Landleben
So viele fremde Menschen, die ganze Hektik – das ist nichts für mich.

Nach der Schule ziehen viele weg aus dem Dorf, manche reisen ein Jahr um die Welt, pflücken Melonen in Australien, andere studieren in Berlin oder arbeiten in Köln.

Und manche bleiben einfach da.

Wir haben mir drei Menschen gesprochen, die sich bewusst für das Leben auf dem Land entschieden haben: Wie fühlt es sich an, wenn Freunde wegziehen – und sie bleiben? Und was denken sie über das Großstadtleben?