Vier Tweets, die nicht jeder verstanden hat

Weil die Sportmarke Nike aktuell mit dem politisch engagierten Football-Quarterback Colin Kaepernick wirbt, rufen viele Amerikaner unter dem Hashtag #NikeBoycott dazu auf, die Marke zu boykottieren. Einige zündeten sogar ihre Nike-Produkte an. Auch Phil Braun alias "Mustard" – scheinbar zumindest. 

Was ist passiert?

Im August 2016 protestierte Kaepernick als erster NFL-Spieler mit einem Kniefall und erhobener Faust im Stadion gegen Polizeigewalt und die Diskriminierung von Schwarzen. Die Geste löste damals viel Empörung aus. Donald Trump bezeichnete kniende Spieler daraufhin als "Hurensöhne" – und kritisierte seitdem immer wieder die NFL und die politisch engagierte Spieler. Kaepernick riet er damals, er solle aus den USA ausreisen. (bento)

Colin Kaepernick bekam später keinen Vertrag mehr. 

Am Montag wurde dann bekannt, dass er Teil der neuesten "Just Do It"-Werbekampagne von Nike ist. (bento)

Wie kam es dann zum #NikeBoycott?

US-Präsident Donald Trump sagte daraufhin in einem Interview mit dem The Daily Caller, es sei eine "furchtbare Botschaft" des Unternehmens, die in dieser Form nicht gesendet werden sollte. 

Der Aktienkurs von Nike rutschte nach der Bekanntgabe der Kampagne mit Kaepernick am Dienstag um zwischenzeitlich mehr als drei Prozent ab. 

Und in den Sozialen Medien riefen Menschen unter dem Hashtag #NikeBoycott zum Boykott und zum Zerstören von Nike-Produkten auf. (Süddeutsche Zeitung)

Einer trieb #NikeBoycott mit vollem Körpereinsatz auf die Spitze.

Der Twitter-Nutzer Phil Braun wollte auch ein Bild davon posten, wie er seine Nike-Schuhe anzündet – allerdings ohne sie vorher auszuziehen...

Kurze Zeit später postete er folgendes Bild:

Doch die Aktion war anders, als von vielen vermutet: Der Mann ist Satiriker. Die Bilder sind eine Parodie. Allerdings glaubten ihm viel zu viele Menschen und begannen sich über ihn lustig zu machen.

Unter seinen Tweets fanden sich viele gehässige Kommentare wie: "Das passiert, wenn Geschwister sich fortpflanzen", "Wie dumm kann man sein?" oder "So wird es dir in Zukunft schwer fallen, dich bei der Nationalhymne zu erheben."

Als "Funny or Die"-Autor Michael Tannenbaum auf die Geschichte stieß und sie teilte, verbreitete sie sich erst richtig viral. 

Allerdings stellte auch er schon fest: "Dass so viele Menschen nicht sicher sagen können, ob diese Geschichte wahr ist oder nicht, zeigt wie Amerika 2018 aussieht.

Die Seite Dailydot.com nahm schließlich Kontakt zu Phil Braun auf. Der Satiriker konnte selbst kaum glauben, dass ihm so viele seinen Scherz geglaubt haben.

Er schrieb in einer Nachricht an die Seite: "Ich verspotte diejenigen, die gegen Nike protestieren, indem ich ihre Form des 'Protestes' imitiere. Die Tatsache, dass die Leute denken, dass das echt sein könnte, sagt ziemlich viel über unsere aktuelle Gesellschaft aus. 

Mein Beitrag ist eher ein Kommentar dazu, was ich denke, wie dumm manche Menschen sind, indem ich vorgebe, selbst dumm zu sein. 

Ich unterstütze Colin Kaepernicks Recht zu protestieren, und unterstütze sein Anliegen, einen Dialog über Rassismus zu schaffen."



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