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Als professioneller Onlinejournalist habe ich mich oft über die Motivation von Kommentatoren gewundrt, deren einzige Diskusionsbeiträge die Frage “Habt ihr eigentlich niemanden, der redigiert?“, oder Vorschläge wie „Stellt endlich einen Redakteur ein!“ sind. Vergangene Woche verwies Gizmodo auf eine neue Stuide, die Antworten auf die Frage liefern könnte, wie diese Komentatoren ticken.

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Forscher der Universität von Michigan zeigten einer Gruppe von 83 Menschen zwei verschiedene Texte: einer war gespikt mit typographischen Fehlern, der andere mit verbreiteten Grammatikfehlern. Der Inhalt der Nachrichten war identisch. Die Forscher wollten herausfinden, wie die Studienteilnehmer die Verfasser der jeweiliegen Texte im Anschluss beurteilen. Wie sehr stöhren sie die Rechtschreib- und Grammatikfehler und wie hängen ihre Reaktionen mit ihrem Profil beim Big Five“-Persöhnlichkeitstest zusammen?

Aus den Ergebnissen folgerten die Forscher, das sich weniger verträgliche Personen eher an Grammatikfehlern stören, während gewissenhaftere und weniger offene Personen empfindlicher auf Rechtschreibfehler reagieren. Extrovertierte Menschen seien in beiden Fällen nachsichtiger, introwertierte dagegen besonders kritisch gegenüber Tippern.

„Das ist die erste Studie, die zeigt, dass Persönlichkeitsmerkmale die Intrepretation von Sprache beeinflussen“, resümiert Julie Boland, Linguistikprofessorin und Leiterin des Forschungsprojekts. Die Autoren weisen darauf hin, dass Lerser im Netz häufig über Schreib- und Grammatikfehler urteilen. Je mehr wir über Social Media kommunizieren, desto verbreiteter seien die Einsätze dieser Grammatikpolizei.

Frühere Forschungen zeigen, wie Menschen Autoren mit einer Rechtschreibschwäche beurteilen: Wir neigen dazu, sie als „weniger gewissenhaft, intelligent und vertrauensvoll“ einzustufn. Diese neue Studie liefert nun eine konkrete Beschreibung für solche „Grammatik-Nazis“, denen wir alle online begegnen: unverträglich genug, um „intoleranter gegenüber Normverletzungen“ zu sein, extrovertiert genug, um sich gemein darüber auszulassen.

Oder, wie der Leie sagen würde: einfach Arschlöchr!

Dieser Beitrag von ist zuerst auf The Daily Dot erschienen. Übersetzung: Katharina Schmidt

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