Bild: imago/Jochen Tack
Von lustig bis verstörend ist alles dabei.

Selbst wenn man allein in einer Wohnung lebt – ganz allein ist man oft doch nicht. Es gibt ja noch Nachbarn. Viel zu häufig nehmen die viel zu viel Platz im Leben ein – ob man will oder nicht. 

Ob man sich mit ihnen wegen Lärmbelästigung, nicht eingehaltener nachbarschaftlicher Pflichten oder ihrer stinkenden Haustieren streitet (laut Statista die drei häufigsten Gründe für nachbarschaftliche Reibereien) – Nachbarn können einen in den Wahnsinn treiben und den wohlverdienten Feierabend in wenigen Sekunden zunichtemachen. 

Wir haben die absurdesten Nachbarschafts-Erlebnisse von bento-Redakteurinnen und -Redakteuren zusammengetragen.

Julia, soll mit ihrem Mitbewohner Sex gehabt haben – und bekam dafür "Katzenzungen".

Mein Mitbewohner und ich hatten eines Tages einen Zettel an der Tür, der uns etwas ratlos zurückließ: Eine Nachbarin wies uns freundlich darauf hin, dass sie unser "lauter Geschlechtsverkehr zu sehr später Stunde" störe. Noch seltsamer wurde es, weil sie eine Packung "Katzenzungen" dazulegte. Wollte sie uns bestechen? Wir wissen bis heute nicht, was sie gehört hatte –  aus unserer Wohnung kam das Geräusch jedenfalls nicht.

"Wir sind beide berufstätig!"(Bild: Privat)

Und wie kommst du mit deinen Nachbarn klar?

Kannst du Verrücktes berichten, wenn es um deine Nachbarn geht? Ist in deinem Haus schon mal etwas passiert, das dich richtig nervte? Schreib uns deine Geschichte an fuehlen@bento.de. Deine Daten behandeln wir vertraulich.

Caro, klagte über zu laute Musik und fand sich plötzlich in einer intensiven SMS-Beziehung mit ihrer Nachbarin wieder.

Fast ein halbes Jahr sagte ich nichts. Ich wollte ja nicht spießig sein und mich über laute Musik beschweren. Da saß ich also, in meiner Ein-Zimmer-Wohnung, vier Wände, kein Entkommen. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Ich ging rüber. Eine Frau mit verwuschelten Haaren, etwa Mitte 20, machte die Tür auf. Unser sehr freundliches Gespräch endete mit ihrem Fazit: "Die Musik ist mein Leben." Was sollte ich dagegen sagen?

Unsere Lösung sah so aus: Ich schickte ihr meinen Uni-Stundenplan und meine Arbeitszeiten, damit sie genau wusste, wann ich außer Haus war und sie den Bass hochdrehen konnte. Außerdem schrieb ich ihr eine SMS, jedes Mal, wenn ich das Haus verlies. Jedes. Mal. 

"Bin eine Stunde beim Sport. Kannst aufdrehen."

"Bin einkaufen, in 30 Minuten wieder da."

Manchmal schickte sie mir auch Nachrichten, die lasen sich dann so: "Caro, ich brauche morgen zwischen 18 und 20 Uhr die Wohnung. Geht das klar?" 

(Bild: Giphy)
Jan, fand Kothaufen im Treppenhaus.

In dem Moment, als unser Nachbar klingelte, hatte ich schon viel gesehen in unserem Viertel. Dass sich jemand fast nackt an die Milchglasscheibe meiner Wohnungstür drückte, war aber auch für mich neu. Der Mann, barfuß und in roter Badehose, wollte sich einen Kochtopf von uns leihen. Er war Mitte 30, sein Atem müffelte, er hatte ein bleiches Gesicht und eine dürre Statur. Er erklärte: "Unser Topf ist verschimmelt und Geld kommt erst wieder heute Nachmittag." Was für ein Satz.

Das war das erste Mal, dass wir merkten: Bei unseren Nachbarn läuft etwas schief. Die Hinweise verdichteten sich. Plötzlich lagen Kothaufen im Treppenhaus. Nicht einmal, sondern öfter. Tagelang Partylärm. Irgendwann kamen wir zu dem Ergebnis: Die WG über uns muss ein Drogenproblem haben. Wir vermuteten Crystal Meth. Das war für uns die einzig mögliche Erklärung für den unkontrollierten Stuhlgang und die temporäre Geldknappheit, die sich an Nachmittagen auflöste.

Irgendwann erhöhten die Eigentürmer die Miete, unsere Nachbarn zogen aus. Ich frage mich heute noch manchmal, was aus ihnen wohl geworden ist.

(Bild: Giphy)
Leni, versteht nicht, was ihre Nachbarn für ein Problem mit dem Müll haben.

Meine aktuellen Nachbarn entsorgen ihren Müll auf ungewöhnliche Art: Die Frau wirft den Beutel vom Balkon und der landet dann unten vor meiner Haustür. Irgendwann kommt sie nach unten, sammelt den Müll ein und wirft ihn in die Tonne – als ob eine Mülltüte so schwer wäre, dass man sie nicht das Treppenhaus runtertragen könnte.

In einer anderen Wohnung, in der ich wohnte, war das mit dem Müll ebenfalls so eine Sache: Unter mir wohnte ein ehemaliger Polizist, der sich wohl selbst zum privaten Müllsheriff erklärt hatte. War er der Meinung, dass ich den Müll nicht korrekt getrennt oder in einem unpassenden Behältnis entsorgt hatte, legte er ihn zurück auf meine Fußmatte – dafür kam er auch jedes Mal in den fünften Stock hoch. Er machte sich dabei natürlich nicht die Mühe, mich persönlich auf mein vermeintliches Fehlverhalten hinzuweisen, sondern legte die Beutel still und leise vor meiner Tür ab. Dass er dahinter steckte, wusste ich nur zufällig – weil ich einmal durch den Türspion sah, als er davonschlich wie der Müllgrinch.

(Bild: Giphy)
Basti, wollt den Nachbarn nur helfen, kam aber leider vier Jahre zu spät.

2014 piepte bei den Nachbarn über mir der Feueralarm. Über mehrere Stunden, mitten am Tag. Ich ging nach oben und schaute, ob es brannte.  Aber alles war okay, ich bemerkte weder Rauch noch Hitze. Ich kannte meinen Nachbarn nicht richtig, hatte keine Handynummer von ihm, also schrieb ich ihm eine Nachricht bei Facebook: "Hey, bei euch piept der Rauchmelder, scheint aber alles ok zu sein." 

Leider waren wir bei Facebook nicht befreundet, weshalb er die Nachricht nicht sofort bekam – sondern erst vier Jahre später, im März 2018. 

Immerhin gab's dafür leicht verspätet einen Daumen hoch:

(Bild: Privat)
Korinna, lernte dank eines Kleiderschranks ihre Nachbarn lieben.

Das erste Haus, in dem ich wohnte, bestand nur aus Wohngemeinschaften. Wir hatten nicht wirklich etwas miteinander zu tun und lebten still nebeneinander her. 

Eine Bewohnerin aus dem dritten Stock kaufte sich eines Tages einen Kleiderschrank, bedachte dabei aber nicht, wie eng unser Treppenhaus war. Darum musste sie in jedem Stockwerk bei der mittleren Wohnung klingeln und erklären, dass sie kurz den Flur der jeweiligen Wohnung brauchte, um die Kurve zu kriegen: Sie musste in jeder Wohnung mit dem langen Paket ein Stück in die Wohnung hinein, um dann hoch in das nächste Stockwerk zu kommen.

Ihr war das sehr unangenehm, wir nahmen es mit Humor und halfen gerne. Anschließend lud sie alle Nachbarn zu sich auf ein Dankeschön-Bier ein. Ich wohne seit zehn Jahren nicht mehr in dem Haus – aber wir haben bis heute Kontakt.

(Bild: Giphy)

Streaming

Das sind die ersten Bilder der neuen Serie des Simpsons-Machers
Typisch Matt Groening.

Nach den Simpsons und Futurama kommt Matt Groening mit einer neuen Animationsserie um die Ecke: "Disenchantment". Die Serie soll schon am 17. August mit zehn Folgen bei Netflix an den Start gehen. Und: Eine zweite Staffel mit weiteren zehn Folgen ist bereits bestellt. (Variety

Als Vorgeschmack gibt es jetzt die ersten Bilder mit drei Charakteren.

Das zum Beispiel.