Bild: dpa/Montage: bento
Reinhard Grindel hatte schon bessere Tage.

Mesut Özil hat sich in einem dreiteiligen Manifest verteidigt und dem DFB Rassismus vorgeworfen. Während sich Presse und Bürger vor mehr oder weniger differenzierten Meinungsäußerungen überschlagen, schweigt der Fußballbund bisher zu den Vorwürfen. 

Nun liegt bento eine exklusive Chronologie der Ereignisse aus der DFB-Zentrale vor:

DFB-Hauptquartier, Otto-Fleck-Schneise 6, Hermann-Neunerger-Haus. 

8 Uhr – DFB-Sekretariat 

Noch ist Grindel nicht in Sicht. Wie immer stemmen sich die Mitarbeiter mit der besten Bezahlung und der größten Verantwortung gegen den Shitstorm.

9 Uhr – Ankunft Reinhard Grindel:

Der DFB-Präsident hält an der Empfangs-Schranke. Zu spät merkt er, dass heute der Pförtner mit Migrationshintergrund im Dienst ist. 

9.15 Uhr – Grindel betritt das Gebäude

Grindel betritt die Empfangshalle. Kein Mensch ist zu sehen. Selbst die sonst so freundlichen Sicherheitsbeamten sind wie vom Erdboden verschluckt.

9.30 Uhr – Grindel trifft auf seine Kollegen

Die Treppen in den dritten Stock sind geschafft. Die grauen Büromauern und der beige Auslegeteppich geben Grindel das erste Mal wieder das Gefühl von Geborgenheit. Bereit, sich auf die mediale Schlacht mit Özil vorzubereiten, betritt er den Konferenzraum. Die Kollegen sind fast genauso kampfbereit wie er.

9.45 Uhr – Konferenzraum:

Grindel versucht es mit einem Appell, schließlich geht es hier um ein Team! Da hält man zusammen! Und lässt den anderen nicht einfach so hängen, nur, weil er mal eine etwas kontroverse Meinung geäußert hat. 

Ungefähr so stellt er sich die Reaktionen vor: 
(Bild: Giphy )
Ungefähr so sieht sie aus: 
(Bild: https://giphy.com/gifs/mutiny-1154Lx9A5e0lAQ)

10.30 Uhr – Jetzt helfen Grindel nur noch Kaffee...

...und subtile Überzeugungstaktiken

12 Uhr – Büro von Grindel:

Die Kollegen lassen sich nicht überzeugen, die Krisenkommunikations-Beauftragten sind auf Betriebsausflug, und Grindel ist überzeugt, dass sich noch nie ein einziger Mensch auf der ganzen weiten Welt so einsam gefühlt haben kann, während mediale Anfragen über ihn hereinbrechen und Kommentare über ihn und seine Fähigkeiten in ganz Deutschland Gesprächsthema sind. 

14.30: Das Presseteam des DFB verschickt eine Erklärung aus der Mittagspause. 

"Wir sind keine Rassisten", lässt sie sich sinngemäß zusammenfassen. Aber einer wird nicht namentlich erwähnt: Reinhard Grindel. 

(Bild: Giphy )

Nachdem Grindel vier Gläser Williamsbirnenschnaps (ein Geschenk von Heribert Bruchhagen) inhaliert hat und die zweite Schachtel Zigaretten anbricht, senkt sich sein Puls wieder etwas. Entschlossen, sich jetzt alleine dem Sturm zu stellen, setzt er sich an seine Schreibmaschine und beginnt zu tippen.

Ob und wann Reinhard Grindel eine persönliche  Stellungnahme veröffentlicht, ist noch nicht absehbar. bento hält euch selbstverständlich auf dem Laufenden – und rechnet mit einer siebenteiligen Stellungnahme auf Twitter. 


Sport

DFB antwortet auf Özil, will von Rassismus nichts wissen
Die vier wichtigsten Zitate aus dem Statement

Mesut Özil ist als Nationalspieler zurückgetreten – und wirft dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) Rassismus vor. Im Rückblick auf die Kontroverse rund um sein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan attestierte Özil deutschen Medien "rechte Propaganda", der DFB habe ihn gleichzeitig nicht ausreichend geschützt. (bento)

Vor allem DFB-Präsident Reinhard Grindel ging Özil an: