Bild: Markus Kluemper/dpa

In Nordrhein-Westfalen wollte die Polizei eigentlich die Wohnung eines Rockers stürmen. Die schwer bewaffneten Beamten rammten vergangenen Donnerstag in Lüdenscheid frühmorgens die Türen ein und zündeten auf dem Balkon eine Blendgranate – nur um schließlich eine überrumpelte 88-jährigen Frau in ihrem Bett vorzufinden. Offensichtlich hatte sich das Spezialeinsatzkommando (SEK) an der Tür geirrt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, der Frau gehe es gut, sie habe gefasst auf den Einsatz reagiert. Wie das regionale Portal "come-on.de" berichtet, habe sich die Frau nach dem ersten Schock dann erst einmal um ihre Gäste gekümmert – mit Kaffee aus dem guten Weihnachtsgeschirr

Der Sachschaden sei noch am selben Tag ersetzt worden. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen, wie es zu dem Irrtum kommen konnte. 

Wer wurde eigentlich gesucht?

Hintergrund des Großeinsatzes, bei dem parallel Razzien in Hagen, Dortmund, Unna, Witten und im Märkischen Kreis liefen, war laut Staatsanwaltschaft ein versuchtes Tötungsdelikt im Rocker-Milieu. Der eigentlich gesuchte Lüdenscheider aus der Rockergruppe "Freeway Riders" soll im vergangenen Oktober in Hagen ein Mitglied einer rivalisierenden Rockergruppe durch einen Schuss lebensgefährlich verletzt haben.

Trotz der Panne war die Razzia letzten Endes erfolgreich: Der gesuchte Rocker aus Lüdenscheid sowie 12 weitere Männer in NRW konnten festgenommen werden, die Polizei beschlagnahmte Schusswaffen und Drogen.

Mit Material von dpa


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Trump droht damit, die Regierung lahmzulegen, sollte er nicht seine Mauer bekommen
Tag 691

Eine Mauer an der Grenze zu Mexiko – wohl kaum ein Thema schien Donald Trump im Wahlkampf wichtiger zu sein, sein Tenor war stets: Die US-Steuerzahler müssten keinen Cent dafür bezahlen. Stattdessen sorge er dafür, dass Mexiko die Mauer bezahle. Nun ist Trump seit knapp zwei Jahren US-Präsident, doch eine Mauer gibt es bislang nicht. 

Sein Versprechen hat er unterdessen offenbar vergessen. Am Dienstag traf sich Trump mit den Fraktionschefs der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi und Chuck Schumer. Seine Forderung: Er will fünf Milliarden Dollar für den Bau der Mauer – und drohte mit einem Shutdown der Regierung. Vor laufenden Kameras lieferte sich eine hitzige Diskussion mit den demokratischen Politikern.

Worum geht es bei dem Streit?

Eigentlich sollte das Gespräch hinter verschlossenen Türen stattfinden. Vor Beginn machte Trump aber seine Position bereits deutlich: "Wenn wir keine Grenzsicherung haben, werden wir die Regierung schließen", sagte er. "Ich bin stolz darauf, die Regierung für Grenzsicherung zu schließen." Trump meint damit eine Haushaltssperre, welche die Regierung lahmlegt – einen sogenannten Shutdown. Mitarbeiter würden dann in den Zwangsurlaub geschickt werden, Ämter und Behörden geschlossen.

Der Übergangshaushalt der US-Regierung wurde vom Kongress vergangenen Donnerstag verabschiedet – die von Trump geforderten fünf Milliarden für den Mauerbau sind darin nicht enthalten. Bis Freitag hat der Präsident nun Zeit, das Paket zu unterzeichnen. 

Trumps Problem: Obwohl die Republikaner aktuell noch in beiden Häusern des Kongresses die Mehrheit haben, benötigt er im Senat die Unterstützung einiger Demokraten für den Bau der Mauer. Konkret müssten 60 Senatoren dafür stimmen, allerdings sind nur 51 der Abgeordneten Republikaner. (CNN)

Hier ein Ausschnitt des Streits im Oval Office: