Rollenbilder des Schreckens

Es gibt Produkte, die sind so schrecklich, dass man gar nicht fassen kann, dass es sie überhaupt gibt. Wie wohl die Marketing- und Produkt-Verantwortlichen mit ihren Chefs zusammen sitzen und solch absurde Ideen pitchen?

In diesem Fall geht es um den Ladyball, laut Beschreibung ein Ball speziell für Frauen. Zu den von der Marketing-Abteilung sorgfältig ausgewählten Attributen zählen: soft touch, eazi play, fashion drive.

Wie es um das Weltbild des potentiellen Publikums bestellt ist, wird in sogenannten Testimonials auf der Website ersichtlich:

  • "Ladyball hat meine Technik signifikant verbessert. Mein Selbstvertrauen hat einen Sprung gemacht - auf und neben dem Platz" - Stacy, 22
  • "Meine Tochter liebt den Ball! Jetzt können endlich alle meine Kinder zusammen Ball spielen - und es bleibt nicht mehr nur den Jungs vorbehalten" - Marie, 39
  • "Endlich ein Ball, der auch zu meinen Schuhen passt" - Emma, 19
Satire?

Bei so viel konservativem Rollenverständnis und fürchterlichen Stereotypen müsste man eigentlich annehmen, dass es sich um Satire handelt.

Dem ist aber wohl nicht so: Denn auf der Website wirbt auch der irische Fußballer Ger Brennan für das Produkt.

Und weil Brennan selbst bereits mit eher mittelalterlichen Weltbildern auf sich aufmerksam gemacht hatte - er sprach sich öffentlich gegen gleichgeschlechtliche Ehen aus - muss man annehmen, dass es sich tatsächlich nicht um einen schlechten Scherz handelt.

Nun denn. Dann hoffen wir einfach mal, dass dieser rosa Fußball einfach ein Ladenhüter wird. Denn diese Rollenklischees gehören wirklich in die Tonne.