Darf ich mal anfassen?

Ständig mit der Optimierung des eigenen Körpers beschäftigt zu sein, macht schlechte Laune. Das dachten sich wohl auch die Macher der neuen Bergedorfer-Werbung, sie haben die herkömmlichen Neckermann-Katalog-Models kurzerhand durch Männer mit ganz normalen Bäuchen ersetzt.

(Bild: Jung Von Matt)

Die deutsche Biermarke hat sich gegen das Bild des gelegentlichen Genuss-Trinkers entschieden und bringt das aufs Plakat, was man auf Grillpartys schon immer hinter weiten Polo-Hemden vermutet hat: einen ehrlichen Ansatz!

Der normale Mann hat keine Lust mehr auf verheißungsvolle Angebote von Low-Budget Fitnesscentern und steht jetzt lieber voll und ganz zu seinem Brauch, an dem er jahrelang gearbeitet hat. "Brewed with love" – der Slogan ist Programm.

Außerdem steht so ein männlicher Bauch für Wohlstand und Luxus. Es ist gut, etwas zum Anfassen zu haben!

Das Witzigste an der Aktion ist sicherlich die Geste, mit der die Plauzen gestreichelt werden. Liebevoll und fürsorglich, wie es sonst nur Mütter tun, die nackt für die neueste Ausgabe der "Marie Claire" posieren.

Damit wird einerseits die standardisierte Pose ins Lächerliche gezogen, die man seit Jahren mit wechselnden Darstellerinnen in Zeitschriften begutachten kann. Andererseits zeigt das Unternehmen Humor: Wir nehmen uns nicht so ernst und versuchen die Kundschaft mit Authentizität zu binden.

Auch, wenn man es aus vielen Werbungen anders kennt: Hier ist ausnahmsweise wirklich alles echt!

Ladies, seht ihr diesen Bauchumfang?

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Art

Dieser Künstler stellt dir Fragen – und du kannst nichts dagegen tun
Wenn Streetart dir im Kopf bleibt

Das, was schon gegeben ist und das, was im Kopf umherschwebt: Ernest Zacharevic, 29, mischt beides, um auf den Straßen weltweit Kunstwerke zu schaffen.

Auf ein Garagentor, an dem ein Moped lehnt, malt er ein Kind mit Soldatenhelm. Nun lebt die Szene, das Kind, der Roller, es sieht aus, als würden sie sich bewegen, davon rasen.

Auf eine Hauwand malt Ernest Papageien – und einen Jungen im Papageienkostüm.

Und auf den Rollläden eines Kiosks prangt ein Schriftzug von Ernest, "Enjoy Graffiti", angelehnt an Schriftart und Slogan der Marke Coca-Cola.