Oder bist du zu wack?

Alt bist du nicht dann, wenn du nach dem Feiern drei Tage brauchst, um dich zu erholen – alt bist du erst, wenn du die Jugendworte nicht mehr kennst. Könnte man zumindest meinen. 

Heute endet die Online-Abstimmung des Langenscheidt-Verlags für das Jugendwort des Jahres. Und wieder mal kann man sich fragen: Reden junge Menschen wirklich so – oder ist das doch nur geschickte Eigenwerbung des Verlags, um im digitalen Zeitalter noch ein wenig Aufmerksamkeit zu erhaschen?

Noch drängender ist allerdings eine andere Frage: 

Was sollen all diese "Jugendwörter" eigentlich bedeuten? 

Im Quiz kannst du testen, ob du die Sprache der Jugend beherrschst!


Future

Christina ist Bürgermeisterin – und damit als Frau klar in der Minderheit. Warum ist das so?
100 Jahre Frauenwahlrecht: Ist Politik immer noch Männersache?

Wenn Christina Rählmann zu ihrem Büro will, muss sie vorbei an vielen weißen, alten Männern. Sie hängen im Flur, eine Galerie ihrer Vorgänger. Am 12. November 1918 wurde Frauen in Deutschland das Recht eingeräumt zu wählen und sich zur Wahl zu stellen. In der Kleinstadt Mettingen im Tecklenburger Land, irgendwo zwischen Rheine und Osnabrück, gab es trotzdem weitere 96 Jahre nur männliche Bürgermeister. Erst 2014 wurde die damals 34-jährige Christina Rählmann als erste Frau in Mettingen zur Bürgermeisterin gewählt. Sie ist damit auch heute bundesweit in der absoluten Minderheit: Nur 9,6 Prozent der Kommunen werden von Frauen geführt.

Ein hundertjähriges Jubiläum zu feiern ist einfach. Es gibt Kuchen, jemand hält eine Rede, man denkt zurück an das, was war. Das Jahr 1918: Frauen sollten einen Ehemann wählen, keine Partei. Politik war Männersache und den Frauen gehörte der Haushalt. 

Wie viel sich doch verändert hat seit damals, Grund, sich mal anerkennend auf die Schulter zu klopfen, und dann zurück zu gehen an die Arbeit – weitermachen im Alltag 2018?

Wohl kaum. Dieses Jubiläum ist auch eines, das schmerzt.

Frauen sind in Deutschland in der Politik unterrepräsentiert. Im Bundestag sowie in allen 16 Landtagen, aber auch in den Ministerien im Land wie im Bund sind Frauen in der Minderheit. Und das, obwohl sie im Bevölkerungsdurchschnitt sogar in der Mehrheit sind. 

Am gravierendsten ist die Situation jedoch auf der untersten Ebene, in den Kommunen. Da, wo Christina Rählmann arbeitet.

"Als ich 2014 für die SPD im Wahlkampf antrat, wurde ich noch unterschätzt", sagt die Bürgermeisterin. "Das passiert mir heute nicht mehr." Rählmann ist zierlich, trägt Jeans und hohe Schuhe. Ihre Gegenkandidaten im Wahlkampf waren Männer mit Anzug, Krawatte und: einem Auto. Rählmann lieh sich ein Elektrofahrrad, um damit von Tür zu Tür zu fahren, sie entwarf einen eigenen Flyer, in dem Fotos von ihr zu sehen waren, mit Bürgern, aber auch Kohlekumpels des Steinkohlebergwerks. Sie war engagiert, jung und eine Frau – die sich am Ende durchsetzte.

"Am Anfang habe ich mich schon gefragt, ob ich das machen soll", sagt Christina Rählmann. "Immerhin hatte ich damals zwei kleine Kinder." 

Die Themen "Frauen in der Politik" und "Familienrollen" sind eng verbunden. Das war 1918 so und daran hat sich offenbar auch 100 Jahre später nicht viel geändert. Aber Rählmann brach die klassischen Vorstellungen auf: "Mein Mann und meine Eltern haben sich bereit erklärt, sich mit um die Kinder zu kümmern", sagt Christina Rählmann. Ohne diese Unterstützung wäre eine Kandidatur kaum möglich gewesen.