Was sind schon all die Schmollmünder mit schneeweißen Zähnen, in Wirklichkeit ist das doch alles Fake. Viele Frauen, die Selfies auf Instagram posten, wirken auf ihren Bildern stundenlang zurechtgemacht. Dazu ein aufreizender Blick.

Michelle Liu hat keine Lust mehr darauf – und will mit ihren Fotos dagegenhalten. Sie zeigt, wie elendig das ewige Wetteifern um das beste inszenierte Urlaubsfoto ist. 

Auf ihren Selfies verzichtet sie auf Hundeblick und Duckface. Stattdessen guckt sie mit schräger Mimik in die Kamera. Und zeigt immer: ihr Kinn. Für Instagram gab sie sich den Namen "Chinventures", was wohl so viel bedeutet wie Kinn-Abenteuer. 

Was man mit dem eigenen Doppelkinn anstellen kann, geht gerade ohnehin rum in sozialen Netzwerken: Unter #chinning posten Menschen Fotos, auf denen sie ihr Kinn in die Kamera halten. Botschaft: Das Norm-Selfie kann mich mal.

Auch Michelle macht sich mit ihren Grimassen lustig – über Leute, die sich zu Hause oder im Urlaub viel zu ernst nehmen.

Dabei kommt raus: ein wohltuender Kontrast zur Pseudo-Heile-Welt auf Instagram.
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Michelle mit Doppelkinn, Michelle mit Spucke im Mundwinkel, Michelle, die aussieht, als würde sie gerade dreckig lachen: Wegen dieser Posen hat die Amerikanerin mittlerweile mehr als 42.000 Follower bei Instagram. 

"Mein Gesicht so in die Kamera zu halten, das unterhält meine Freunde schon seit der Grundschule", sagt Michelle zu Mic. "In der High School und im College haben sie meine Fotos so gefeiert, dass ich beschloss, meinen Instagram-Account öffentlich zu machen."

Es sei sehr entspannend, auf Fotos einfach dumm auszusehen, sagt Michelle. "Wer ständig doof guckt, der fühlt sich irgendwann wohl in seiner Haut – und vergisst den Druck, gut aussehen zu müssen."

Auf Bilderplattformen und bei Facebook erzählen Menschen immer wieder, wie sie es geschafft haben, sich aus Schönheitsdruck und Schlankheitswahn nichts zu machen. Daneben stehen aber noch immer viele Fotos, die neidisch machen.

Du liegst am Pool und hast dir einen Badeanzug auf den Körper sponsern lassen?

Deine Schuhe sind Prada, und du packst den Vintage-Filter drauf?

Du hast dir dein Haustier nur wegen Insta angeschafft?

Du tanzt nur in dem Moment, in dem sich dein Video-Button dreht?

Es nervt und es langweilt, kontert Michelle Liu mit ihren Fotos – denn wirklich interessant werden Menschen doch immer noch erst, wenn sie keinen Badeanzug tragen und keine Schuhe und wenn sie ihr Gesicht mit überhaupt keinem Filter verzieren. Sich aber trotzdem lieben.


Grün

Umweltverschmutzung tötet jährlich 9 Millionen Menschen

Weltweit sterben jedes Jahr Millionen von Menschen wegen Umweltverschmutzung. Das geht aus einer umfassenden neuen Studie hervor. Allein für das Jahr 2015 zählten die Forscher etwa neun Millionen Todesfälle – aufgrund von Schadstoffen in der Luft, im Wasser und im Boden. Aber auch wegen verschmutzter Arbeitsplätze sterben demnach viele Menschen.

Die Studie ist die bislang umfangreichste Untersuchung zu den globalen Folgen von Umweltverschmutzung. Sie zeigt, wie extrem sich unser schädlicher Umgang mit der Natur auf unsere Gesundheit auswirkt: Wir machen nicht nur die Umwelt kaputt, sondern auch uns selbst.