Sie zeigt, wie absurd der Fall inzwischen ist.

Ein Hund hat seine Besitzerin und deren Sohn totgebissen und wurde daraufhin vom Amt eingeschläfert (SPIEGEL ONLINE). Der Fall aus Hannover ist tragisch.

Und um ihn hat sich eine merkwürdige Dynamik gebildet: Eine, in der Mahnwachen für einen toten Hund, aber nicht für die getöteten Menschen gehalten werden (SPIEGEL ONLINE); und eine, aus der Verschwörungstheorien entstehen à la "Die da oben lügen uns doch an!", "Chico war es gar nicht, seht euch die Spuren an!" (Welt)

Chicos Anhänger tragen Shirts mit Aufdrucken wie "Free Chico" und "Chico Guevara".

Der Hund taucht sogar in fast jeder Kommentarspalte auf – egal worum es dort eigentlich geht. Syrienkrieg: "Ohhh und was ist mit Chico?!" DJ Avicii stirbt: "Dann trifft er Chico im Himmel". 

Das Ganze ist ziemlich absurd.

Die Autoren beim Satire-Magazin Postillon sehen das offenbar auch so, denn dort entschied man sich am Dienstag für eine sehr – äh – bissige Schlagzeile.

"Kurz nach Ankunft im Himmel: Kampfhund Chico beißt Engel tot"

"Nicht schon wieder!", beginnt der Text, "Ein Engel ist heute im Himmel vom frisch eingetroffenen Staffordshire-Terrier-Mischling Chico angefallen und tödlich verwundet worden." Der Engel habe gerade auf einer Privatwolke Harfe gespielt, als der Hund ihn attackierte. 

Dass der Postillon sich mit seinem Spaßtext an die Chico-Verfechter wendet, wird spätestens im nächsten Absatz klar. Darin heißt es, derzeit müsse geklärt werden, wie der Hund überhaupt in den Himmel gekommen sei. Doch es gebe Hinweise, "dass sich Himmelspförtner Petrus bei seiner Gefahreneinschätzung für Chico an den Aussagen irdischer Hundefreunde orientierte, die erklärten, dass den Hund keine Schuld an seinen Taten treffe, sondern allein seine Besitzer, welche daher in die Hölle kamen."

Autsch. Der Hieb gegen die #freechico-Menschen sitzt.

Und was sagen die dazu? Sie finden es gar nicht witzig. 

"Satire hin - Satire her. Diesmal kann ich darum echt nicht lachen, Sorry!", schreibt eine Leserin unter den Facebook-Post. Ein anderer findet: "Ihr habt doch echt nen schatten der hund ist nicht schuld das er so abgerichtet wurde der mensch ist dran schuld und erlich gesagt ich bemittleide die 2 toten menschen nicht denn sie haben vergessen ihn vernünftig zu erziehen meine Meinung ps also los zerreisst euch mal eure dummen fressen dadrüber."

Aber es wäre nicht die Facebookseite des Postillon, wenn nicht andere Leser sofort eine zynische Antwort parat hätten. So wie diese von einem Leser: "Ich finde euren Artikel furchtbar! Der arme Chico! Könnt ihr euch nicht lieber über namenlose, misshandelte Straßenhunde in Südosteuropa lustig machen? Für die interessiert sich doch eh keine Sau!"

Und wie geht es jetzt mit Himmels-Chico weiter?

Er sei bereits mehrere Male von den himmlischen Behörden eingeschläfert worden, heißt es. "Da er jedoch jedes Mal wieder vor der Himmelspforte auftauchte, wo er wartende Seelen verängstigte, soll er nun in einem Zwinger auf einer abgelegenen Wolke eingesperrt bleiben, bis die himmlische Verwaltung über einen Antrag zur Einrichtung eines Limbus für gewalttätige Hunde entscheidet."

Auch im Himmel wird der Fall also noch eine Weile Schlagzeilen machen.


Style

Dieses Kleid wurde nur aus Müllbeuteln gebastelt
"When people call you trashy, make a dress out of trash bags."

Was macht man, wenn man zum Abschlussball muss, aber leider komplett pleite ist? Genau – man bastelt sich einfach ein Abendkleid aus einem Müllsack. Besser gesagt aus mehreren Müllsäcken. Genau das hat Amber Scholl gemacht.

Und so ist es ihr gelungen: