Fabian Köster ist 21 und der witzigste Typ bei der "heute Show"

Fabian Köster hat Humor und ist extrem schlagfertig. Besonders, wenn er mit Politikern spricht, wird es lustig. Das kann man gerade bei der "heute Show" beobachten, bei der Köster seit einiger Zeit als Praktikant arbeitet – zumindest gibt er sich vor der Kamera als solcher aus.

Wenn er für die Show mit Politikern, Promis und Bürgern spricht, dann werden die Videos dazu hundertfach kommentiert und geteilt. Erst kürzlich traf Köster auf dem Treffen der Jungen Union in Paderborn den CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer:

Wenn Köster Leute interviewt, entlarvt er dabei immer auf lustige Weise, wie die Menschen, mit denen er spricht, wirklich denken.

In Paderborn traf es Scheuer. "Was ist der Unterschied zwischen einem Senegalesen und einem Doktortitel?", fragte Köster ihn. Und antwortete prompt: "Den Doktortitel kriegt man wieder weg."

Mit diesem Witz, natürlich nicht ganz ernst gemeint, wollte Köster Scheuer provozieren. Der Politiker hatte sich schon mehrfach abfällig über Flüchtlinge geäußert.

Und wie hat Scheuer reagiert? Der fands "witzig, top, besser gehts nicht." Und fragte: "Haben wir jetzt die Sendezeit gefüllt für die 'heute Show'?"

Köster darauf: "Sie können auch gern noch was Rassistisches raushauen."

Ein Brüller, der Tausenden bei Facebook gefällt.

Wer ist dieser Köster?

Zumindest ist er nicht, wie er immer sagt, Praktikant. Er ist 21 Jahre alt,
Autor der Show – und lässt sein Studium in Sozialwissenschaften gerade ruhen. Er begann 2009 mit dem Poetry Slam, stand später bei der Comedy-Sendung "Night Wash" und dem "Quatsch Comedy Club" auf der Bühne.

Schon beim Besuch einer Pegida-Demo fiel Köster auf. Dort war in der Rolle eines "Kinderreporters" für RT Deutsch im Einsatz:

Ob ihm sein jugendliches Aussehen bei der Politcomedy hilft? Wir haben ihn gefragt.
Bist du nicht total nervös vor diesen Auftritten?

Ehrlich gesagt: Nein. Ich steh schon seit 2009 auf Bühnen. Man bereitet sich gut vor und dann klappt das ganz gut. Aber vor meinem Reporter-Einsatz bei Pegida war ich definitiv aufgeregter als vor dem bei der Jungen Union. Da treffe ich zumindest auf Leute, die genau wie ich, an die Demokratie glauben. Vielleicht mit Ausnahme von Herrn Scheuer. (lacht)

Ist es ein Vorteil, wenn man jung ist und einem nicht zugetraut wird, fiese Fragen zu stellen?

Also bei der Pegida-Demo war es definitiv besser, jung zu sein. So bin ich noch nicht als Lügenpresse durchgegangen. Auch bei der Jungen Union war es gut. Ich konnte den Leuten alterstechnisch auf Augenhöhe begegnen.

Außerdem kennen Politiker mittlerweile die heute-show-Reporter und versuchen, sich wegzuducken. Da ist es natürlich gut, wenn man noch unbekannter ist.

Was magst du daran, die Politiker ein wenig zu verarschen?

Ich finde "verarschen" ist das falsche Wort. Ich will Politiker nicht diffamieren. Wir zielen darauf ab, politische Inhalte zu vermitteln und zu zeigen, was falsch läuft in der Politik. Wir wollen hinterfragen und Politik spannender machen.

Kann man Politik heute nur noch durch Witze spannend machen?

Sicherlich auch. Aber nicht nur. Als allererstes müssten Politiker aufhören, nur in Floskeln zu reden. Aber an die Politikverdrossenheit der jungen Leute glaube ich übrigens nicht. Wir gehen halt nur nicht mehr wie die 68er auf die Straße. Gerade in Zeiten der AfD erleben wir, wie wichtig es ist, Demokratie mitzugestalten.

Gibt es einen Politiker, der vor der Kamera besonders witzig ist?

Also Sigmar Gabriel ist jemand, der gut kontern kann und charismatisch ist. Und er ist jemand, der viel Angriffsfläche bietet – das ist jetzt kein Dickenwitz (lacht). Wenn man sich seine Reden genauer anguckt, fährt er einen Zickzackkurs. Er sagt erst das Eine, dann wieder das Andere. Etwas, das mich an Politikern sehr ärgert. Aber rhetorisch ist er eben nicht unbegabt.

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