"Jetzt stehen wir Nase an Nase seit 10 min"

Hannover, Freitagmorgen, Kleefelder Straße: Eine Radfahrerin und ein Kleinlaster kommen sich in der Fahrradstraße entgegen. Der Laster hat das Hindernis auf seiner Seite, muss also eigentlich warten. Trotzdem fahren beide zu, müssen bremsen, blockieren schließlich die Straße. Keiner kommt mehr durch, keiner gibt nach.

So ist es einer Hannoveraner Radfahrerin offenbar passiert. Auf Twitter berichtete Nutzerin LaSuze7 live von dem Vorfall:

Fahrradstrasse. Er will nicht warten oder ausweichen. Jetzt stehen wir Nase an Nase seit 10 min

Damit hat sie formal gesehen sogar Recht, wie die Märkische Allgemeine Zeitung schreibt. Allerdings erscheint es doch bemerkenswert stur, sich 40 Minuten lang auf eine Straße zu stellen, weil man glaubt, im Recht zu sein. Klar, als Fahrradfahrerin kann man sich leicht als schwächste Verkehrsteilnehmerin fühlen. Überall lauern Gefahren, speziell in Städten ist man eigentlich permanent damit beschäftigt zu antizipieren, wer einem als nächstes die Vorfahrt nehmen könnte. Aber so gnadenlos reagieren?

Auch die Polizei wunderte sich. Der Lkw-Fahrer hatte sie herbeigerufen und die Beamten gaben ihm Recht. Sie wiesen die Radlerin an, die Straße frei zu machen. Ihr Pech: Der Kleinlaster sollte Fahrbahnmarkierungen in dem Viertel aufbringen. Der Fahrer hatte die Radlerin nach eigenen Angaben nicht gesehen und hielt es für zu gefährlich, zurückzusetzen (MAZ). Auf Twitter beschwerte sich die Radfahrerin bitterlich.

Auch die Fahrradlobby tobte:

Der Tweet der Nutzerin verbreitete sich auf Twitter unterdessen immer weiter. Mehr als 2000 Nutzerinnen und Nutzer reagierten auf ihn. Die logische Konsequenz: LaSuze7, die Rächerin der entrechteten Fahrradfahrer, wurde zum Meme – hier sind die besten:

Der Konflikt verschärfte sich prompt auch auf Hamburger Straßen:

Wer ist hier nun schuld?

Zwei Memes in einem:

Die Fortsetzung:

Die Gamer-Variante:

Einige haben bei Nase an Nase natürlich genetische Vorteile:

Wer hier wohl die Oberhand behält?

Noch ein nerviger Radfahrer:

Auch Joko und Klaas stehen Nase an Nase:


Gerechtigkeit

Wieso Ivanka Trump nun das gleiche Problem wie Hillary Clinton hat
But her emails!

Ivanka Trump, Tochter und Beraterin von Donald Trump, soll offenbar Hunderte dienstliche E-Mails von ihrem privaten Konto aus verschickt haben. Damit hat sie wohl gegen Vorgaben des Weißen Hauses verstoßen. Das berichtet die "Washington Post".

Wie sicher können wir uns sein?

Sehr sicher, einer ihrer Anwälte hat es gegenüber der Washington Post zugegeben. Er betonte, dies sei geschehen, bevor Ivanka Trump über die Regeln zum Umgang mit E-Mails informiert worden sei. 

Laut dem Anwalt hat Ivanka Trump in den E-Mails keine vertraulichen Informationen verschickt. Sie  habe das persönliche Mail-Konto "manchmal" für logistische Fragen und terminliche Absprachen bezüglich ihrer Familie genutzt, so der Anwalt.

Wo ist dann das Problem?

Es gibt zwei:

  1. Ivanka Trumps E-Mail-Nutzung verstößt natürlich trotzdem gegen sämtliche Regeln. Es geht vor allem um den Schutz sensibler Informationen. Fremde Regierungen können sich  beispielsweise leichter Zugang zu den Mails verschaffen, wenn ein privates Konto genutzt wird.
  2. Noch viel peinlicher ist die Sache, weil Donald Trump Hillary Clinton permanent Vorwürfe wegen ihres Umgangs mit E-Mails gemacht hatte. Das Thema wurde zum Dauerbrennner im Wahlkampf, über Monate hinweg musste Clinton sich gegen die Angriffe verteidigen, geriet in die Defensive. Clinton hatte in ihrer Zeit als US-Außenministerin offizielle E-Mails über einen privaten und nicht gesicherten Server verschickt. Das FBI ermittelte deswegen, kam aber im Sommer 2016 zu dem Schluss, dass die Demokratin sich nicht strafbar gemacht hatte. Die Vorwürfe gegen Trumps Tochter klingen nun sehr ähnlich.