Kein Scherz!

Wie soll die Traumwohnung aussehen? Hell, geräumig, Einbauküche. Ach, und ein Balkon wäre schön. Aber wer braucht den schon an der frischen Luft? Eine Freiburger Vermieterin zeigt jetzt, dass Balkone doch auch einfach innerhalb der Wohnung liegen können!

Ein Innenbalkon?

Allerdings. Wer bei zu viel Sonne Angst um seine Haut hat oder befürchtet, dass die Wäsche auf dem Balkon zu schnell trocknet, der sollte sich vielleicht mal Gedanken über einen Innenbalkon machen. 

Okay, optisch hat es etwas von einem Terrarium mitten in der Wohnung. Oder von diesen Raucher-Kabinen auf Flughäfen. Aber hey: Man kann sich sicher sein, dass kaum ein anderer so eine architektonische Besonderheit hat.

BZ-Digitalredakteur Konstantin Görlich hat die Anzeige zu dieser Wohnung entdeckt und getwittert:

Die Anzeige für die Wohnung ist auf einem bekannten Immobilienportal erschienen. Die Ein-Zimmer-Wohnung liegt in Freiburg, in Zentrumsnähe. Für die 27 Quadratmeter mit Pantryküche und Bad müsste der Mieter 485 Euro warm zahlen. Gar nicht mal so günstig – dafür bietet die Wohnung aber eben den einzigartigen Innenbalkon.

"Der Innen-Balkon ist ein schöner Aufenthaltsort an heißen Sommertagen" (sic!), heißt es in der Anzeige. 

Das können wir uns vorstellen. Das "Fenster" (oder Loch in der Wand?) sieht nicht so aus, als würde es besonders viel der womöglich viel zu heißen Sommerluft in den Balkon lassen. Und schattig ist der Platz natürlich auch. Nur Vorteile!

Aber wie kam es überhaupt zu diesem Innenbalkon? Sabine Edelmann, die Vermieterin der Wohnung, erklärt auf Nachfrage von bento: "Ich denke der Innen-Balkon (den ich so genannt habe, ich weiß nicht, ob der in der Fachsprache auch so heißt) ist vermutlich dem Denkmalschutz zuzurechnen. Dabei darf die Außenansicht eines Gebäudes nicht verändert werden." 

Aha. Das erklärt, warum außen kein Balkon angebaut werden durfte – allerdings nicht, wie man darauf kommt, einen ins Zimmer zu setzen. 

Die Reaktionen auf Twitter zeigen zumindest: Der Innenbalkon bewegt die Welt.

Untervermieten? Gute Idee! In Berlin könnte man den Innenbalkon sicher untervermieten!

Ob der praktische Innenbalkon das Interesse an dieser Wohnung eher steigert oder senkt, lässt sich allerdings nur erahnen.


Trip

Das sind die schlimmsten Dinge, die wir in Airbnbs und Hostels erlebt haben

"Zentral, sauber, günstig, alles ganz familiär, total toll": Die Bewertung des Hostels oder der Airbnb-Wohnungen liest sich perfekt, die Bilder sehen toll aus. Also schnell gebucht, die Freude über das Schnäppchen ist groß – bis zur Ankunft. Es folgt vor Ort: die herbe Enttäuschung

Der Traumurlaub in der Traumunterkunft wird zum Horrortrip.

Vier bento-Redakteurinnen und -Redakteure erzählen von ihren schlimmsten Airbnb- und Hostel-Erlebnissen.

Moritz: Das Hostel, in dem alles lebte

Das Hostel "Krishna*’s Dream" (*die Gottheit wurde von der Redaktion geändert) im südlichen Nepal sollte eher "Krishna’s Nightmare" heißen. Das Hostel war vor Ort am günstigsten, deshalb hatte ich es gebucht. Es versprach eine Klimaanlage, WLAN-Router, Warmwasserleitungen. Als ich ankam, musste ich feststellen: Das alles war frei erfunden. Hinzu kam noch, dass die Tür so verbaut war, dass man sie nicht abschließen konnte, es gab kaum Licht, sodass ich nach Sonnenuntergang kaum etwas sehen konnte. Und das Bad war überschwemmt.

Neben einer italienischen Backpackerin in einem anderen Zimmer war ich der Einzige im ganzen Hostel. Eigentlich super, ich konnte mir das beste Bett aussuchen. Ich hatte die Wahl: lange Haare, Blut und Schimmel auf dem einen oder eine halbe Ameisenkolonie auf dem anderen Bett. "Da bewegt sich wenigstens nichts", dachte ich, und wählte ersteres. Weit verfehlt. Das "Fenster" im Bad gewährte Mücken freien Eintritt. Das löchrige, blutverschmierte Moskitonetz über dem Bett zeugt wahrscheinlich bis heute von meinem Kampf gegen die Mückeninvasion, aber irgendwann verließen mich die Kräfte. Morgens kamen dann noch Bettwanzenbisse dazu.

Selbst nach dieser Nacht entschied ich mich zu bleiben, denn ich hatte ja schon bezahlt. Aber am nächsten Tag wurde es noch schlimmer: Mir wurden 4500 Rupien aus dem Zimmer geklaut und die Ameisenkolonie vom anderen Bett fand ihr neues Zuhause in meinem Rucksack. Da half nur noch Bier. Ich empfehle "Everest" statt "Nepal Ice".

Jan: Das Fenster, das nur mit Spaghetti schloss

Am Ende meines Erasmus-Semesters in Madrid musste ich kurzfristig ein paar Tage früher aus der Wohnung ziehen. Ich suchte mir ein Airbnb-Zimmer in der Nähe und nahm mir vor, die restlichen Tage mit Weißwein und Freunden im Park zu verbringen. Doch daraus wurde nichts. 

Denn so schön das Zimmer im Erdgeschoss eines schicken Altbaus war: Die Fenster gingen nicht richtig zu. Der alte Holzrahmen klemmte und quietschte, bei jedem stärkeren Windstoß gingen die Fensterflügel auf. Auf dem Holzboden war bereits ein modriger Fleck, der nach Abwasser roch. Nach zwei Tagen kam ich das erste Mal gerade noch rechtzeitig herein, um meine Bettdecke und vor allem meinen Laptop vor dem Regen zu retten. Die Matratze war bereits nass. Ich schlief die Nacht verkehrt herum und hing alles zum Trocknen auf. 

Doch was tun?