Die Medien reißen sich um sie, doch sie bleibt verborgen hinter ihrem Twitter-Account: Frau Kepetry. Wir haben die polarisierende Politikerin dennoch zum exklusiven Interview bewegen können.

In den letzten Wochen gab es einige Machtkämpfe in der Parteispitze der AfD. Wie sehen Sie Ihr Standing in der Partei?

Ich bin zuversichtlich, weiterhin die Führerin der AfD bleiben zu können. Ich bin nämlich gerne eine Führerin. Außerdem glaube ich nicht, dass die AfD auf mich verzichten kann – ich bin mit meiner dämonenhaften Schönheit das freundliche Gesicht der Partei.

Wozu wären Sie bereit, um an der Macht zu bleiben?

Grundsätzlich bin ich zu allem bereit und mir für nichts zu schade. Aber inhaltliches, sachliches Diskutieren lehne ich kategorisch ab.

Wir werden aus dem AfD-Programm nicht ganz schlau: Gehört die Frau nun an die Parteispitze oder an den Herd?

Wir von der AfD schreiben in unserem Parteiprogramm, dass der Staat seine Bürger gefälligst nicht zu bevormunden hat. Wir finden es sehr wichtig zu betonen, dass die Freiheit der Bürger nicht eingeschränkt werden darf. Gleichzeitig möchten wir den Bürgern das Leitbild der traditionellen Familie vorgeben – da wir uns aber selbst nicht daran halten, haben wir uns zweimal selbst widersprochen. Deshalb ist es insgesamt schlüssig: Frauen sind frei und gehören an den Herd. Und für mich gilt das nicht.

Was ist denn eigentlich ihr Ideal-Frauenbild? So ganz privat?

Privat bin ich eigentlich für die Frauenquote, aber nur heimlich. Also nicht weitersagen. Für unser Parteiprogramm haben wir einfach die Positionen von Trixie von Storch zur Familienpolitik übernommen – teilweise Wort für Wort. Ich habe mich dann lieber nicht eingemischt, um nicht so viel Aufmerksamkeit auf meine Scheidung zu lenken.

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Und wie läuft's mit Marcus, ihrem Lebensgefährten und Parteikollegen?

Marcus hat selbst vier Kinder, zusammen haben wir also acht – und trotzdem finden wir beide noch die Zeit, das gesellschaftliche Klima durch Panikmache und Hetze zu vergiften.

Alexander Gauland fällt immer wieder mit rassistischen Aussagen auf, die er dann nicht so gemeint haben will. Ist die AfD eine rassistische Partei?

Wir sind in keinster Weise rassistisch! Wir finden nur, dass einige Menschen besser sind als andere. Und die Deutschen sind eben zufällig die besten von allen.

Und dass von Facebook- und Twitter-Accounts von AfD-Kreisverbänden immer wieder menschenverachtende Hetze gepostet wird, ist nicht unsere Schuld. Das waren wahlweise Praktikanten, Hackerangriffe oder jemand ist auf der Maus ausgerutscht.

Der Islam gehört nach Meinung der AfD nicht zu Deutschland. Wohin gehören dann die gut vier Millionen deutschen Muslime?

Wir haben uns bemüht zu betonen, dass die gut integrierten Muslime sehr wohl zu Deutschland gehören. Und mit "gut integriert" meinen wir, dass sie dem Staat nicht auf der Tasche liegen und gleichzeitig keinem Deutschen den Arbeitsplatz klauen. Außerdem finden wir, dass man zur Ausübung des Islam eigentlich keine Moschee braucht – wir müssen es wissen, denn wir kennen uns mit dem Islam und Religionsfreiheit sehr gut aus.

Welche Antworten haben Sie auf die Flüchtlingsfrage?

Wir finden, dass die Grenzen sofort abgeriegelt werden müssen. Dann können die Flüchtlinge nicht mehr nach Deutschland einreisen und wenn sie nicht hier sind, dann sind sie nicht unser Problem. So einfach ist das.

Alle, die schon hier sind, schieben wir einfach wieder ab. Die sind schließlich alle illegal eingereist und somit kriminell. Und wer straffällig wird, hat kein Recht auf Asyl. Problem gelöst.

Wo hört bei Ihnen der – in Ihren Worten – "Asylbetrüger" auf und fängt der echte politisch Verfolgte an?

Unserer Ansicht nach hat niemand ein Recht auf Asyl in Deutschland, weil wir finden, dass die Dublin-3-Verordnung noch gilt und somit jeder Flüchtling in dem EU-Land Asyl beantragen muss, das er zuerst betreten hat. Wir halten das für eine gute Lösung – aus den Augen, aus dem Sinn.

Mal angenommen, der bundesweite Volksentscheid würde eingeführt: Was wäre Ihr erster Abstimmungsvorschlag?

Ich würde vorschlagen, die Religionsfreiheit aus dem Grundgesetz zu streichen, damit unsere Forderung nach einer Aussetzung des Asylrechts für Muslime nicht mehr verfassungswidrig ist. Und wenn wir schon dabei sind, könnten wir doch auch gleich die Pressefreiheit, die Meinungsfreiheit, die Kunstfreiheit und diesen ganzen Diskriminierungsquatsch rauswerfen. Das braucht sowieso niemand.

Was würden Sie tun, wenn sich eines Ihrer Kinder als homosexuell outet?

Meine Freundin und Parteikollegin Trixie von Storch betreibt mit ihrem Mann einen homophoben Verein namens "Zivile Koalition", der mit seiner "Initiative Familienschutz" die Verschwulung der Gesellschaft aufhalten will. Da bekomme ich bestimmt ein paar wertvolle Ratschläge für geeignete Therapiemaßnahmen. Und ansonsten gilt wie immer: Der Schusswaffengebrauch als ultima ratio darf nicht ausgeschlossen werden.

Einige Twitter-Nutzer sind davon überzeugt, dass es sich bei Ihrem Account um einen Fake handelt. Wie reagieren Sie darauf?

Das ist eine böswillige Verleumdung, die Teil der Hetz-Kampagne des Altparteienkartells und der linksgrünversifften Lügenpresse gegen die AfD ist.

Lass uns Freunde werden!


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Warum Pokémon Go den Hype nicht verdient

Der Hype hatte mich schon vor dem Release in Deutschland gepackt: Ich wollte wieder Pokémon sammeln und gegen andere Trainer kämpfen. Ich erinnerte mich an die Tage in meiner Kindheit, in denen ich stundenlang versucht hatte, endlich gegen die Top Vier anzutreten.

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Doch schnell stellte ich fest: Dieses Spiel verdient den Hype nicht.