I believe I cat fly!
Mit aufgerissenen Augen schweben sie durch die Luft, strecken die Beine aus, das Fell weht im Wind. Auf den Fotos von Julia Christe fliegen Katzen durch Räume. Britische Kurzhaar, Canadian Sphynx, norwegische Waldkatze, alle segeln.

Die Fotografin Christe hat diese Momente, verrückte Posen und Gesichtsausdrücke, für ihr Buch "Flying Cats" festgehalten.

Auf Christes Fotos sind alle Katzenrassen vertreten. Mit ihrer eigenen Hauskatze schoss die Fotografin die ersten Test-Fotos, merkte aber schnell, dass sie viel besser mit Profis arbeiten kann: Normale Hauskatzen seien einfach zu schreckhaft.

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"Die Katzen für meine Fotos habe ich auf Katzenshows gecastet. Sie sind es gewohnt, fotografiert zu werden. Sie kennen Blitzlicht und den Trubel und bleiben auch in fremder Umgebung entspannt", sagt Christe. Ob die Tiere den Zirkus mögen, sei dahingestellt – immerhin verkauft er sich.

Seit einigen Jahren sind Katzen – in Videos, GIFs oder Memes – ein Netzphänomen. Zunächst teilte sich einfach alles, was den sogenannten Cat Content enthielt. Mittlerweile gibt es in jedem ernstzunehmenden Klamottengeschäft T-Shirts mit Katzen drauf zu kaufen. Und es gibt zahlreiche Gadgets: Katzen-Handyhüllen, Katzen-Tassen, Katzen-Taschentücher.


Die Leute lieben die flauschigen Tiere: Geliked wird alles, was eine wahlweise schnurrende, lieb guckende oder sich tollpatschig anstellende Katze zeigt. Und wer kennt sie nicht, die legendäre, grimmig blickende "Grumpy Cat", die genauso aussieht, wie wir uns nach einer harten Woche fühlen? 

(Bild: Julia Christe / Knesebeck Verlag)

Julia Christe hat verstanden, dass der Inhalt zieht. 

Zwischen Gehaltsgespräch mit dem Chef, dem Stau auf der Autobahn und dem Schlangestehen im Supermarkt sind es eben Katzen, die belustigen – und beruhigen. Und weil es eben schon alles mit Katzen gab, nur keine Fotos von fliegenden Katzen, bedient Christe hiermit eine Marktlücke.

Ein bisschen geschummelt habe sie ja schon, sagt sie. Katzen seien zwar athletisch und sehr gelenkig, aber für das perfekte Foto im Flug brauche man viel Geduld und manchmal eben auch Photoshop. Auch, um die Katzen "fliegen" zu lassen, musste sie tricksen.

"Der Besitzer hielt die Katze fest und ließ sie aus sehr niedriger Höhe auf eine Matratze fallen. In der Tierfotografie mit sehr schnellen Objekten liegt das Geheimnis in einer Kamera mit vielen Auslösungen pro Sekunde bei hoher Auflösung. Man hat zwar Einfluss auf ein schön gesetztes Licht, die schnellen Bewegungen einzufangen bleibt aber dem Zufall überlassen und man sieht erst hinterher, was man hat", erzählt die Fotografin. 

Für einige Fotos habe sie dann letztendlich eine Hand oder ein Stück Fußboden nachträglich aus dem Bild geschnitten.

In diesem "Behind the Scenes"-Video kannst du sehen, wie die Fotos enstanden sind:

Die Idee zu der Fotostrecke hatte Julia Christe schon vor über zehn Jahren. Damals arbeitete sie an einem Semester-Projekt, setzte Katzen in Szene.

Es folgten Arbeiten mit fliegenden Hunden, die sich über Blogs und soziale Medien in aller Welt verbreiteten. Schließlich landeten Christes "Flying Dogs" in einem Bildband. Der Nachfolger: Katzen.

Obwohl Christe sowohl mit ihren Bilderstrecken von Hunden als auch von Katzen Erfolg hatte, hat sie privat einen Favoriten: "Ich bevorzuge Hunde, ganz klar", sagt die Fotografin. "Die kann man mit Leckerlies bestechen und sie sind nicht so dickköpfig wie Katzen." 

Bei Fotoshootings mache das aber keinen Unterschied. "Da sind alle Tiere eine Herausforderung", sagt Christe. Die Ergebnisse sind aber eben auch bei allen ziemlich lustig. 

Weitere Fotos gibt es auf Julia Christes Website und auf ihrem Instagram-Profil. Das Buch ist beim Knesebeck Verlag erschienen, du kannst es hier kaufen. Wenn du über den Link bestellst, bekommt bento eine Provision.


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