Bild: Pixabay/ZurQuelle; Montage: bento
Wir haben mit ihr gesprochen.

Die schlechteste Hausarbeit des Jahres 2018 ist gefunden. Zum zweiten Mal suchte das Popmagazin "ZurQuelle" unterragende wissenschaftliche Arbeiten – und belohnt die miesesten mit Preisgeldern bis zu 500 Euro. 

Der Titel für die schlechteste Hausarbeit: Der "Vierkommanull-Award für außerordentliches akademisches Scheitern".

Der Award soll laut des Magazins das Gegengewicht zu den überzogenen Erwartungen der Gesellschaft sein. Er soll zeigen:

Schaut her, Leute. Es gibt noch Studierende, die die Selbstoptimierung nicht über das Seelenheil stellen.

Ein Jury aus "Profis" (YouTuber, Podcaster, Schauspieler) und Studierenden bewertete die Arbeiten nach Kriterien wie Dummheit, Dreistigkeit und Humor. 

Gewonnen hat Alina Gensecke von der Georg-August-Universität Göttingen für eine unterirdische Literaturanalyse – wir haben mit ihr gesprochen.

Alina studiert im siebten Semester Biologie und Englisch auf Lehramt. Die Gewinnerhausarbeit schrieb sie in einem Seminar, das den Roman "Middlemarch" von George Eliot behandelte. Der Name des Wunderwerks: "Marriage in George Elliotts Middlemarch - The individual fight for the preservation of the marriage of Casaubon, and the Dorothea poisons their relationship, and themselves."

Alina wollte sich durch die ersten 200 Seiten kämpfen – bei Seite 180 habe sie aber aufgegeben, sagt die 22-Jährige zu bento. "Es ist ein schreckliches Buch." Drei Tage vor der Abgabe bekam sie Panik. Sie hatte immer noch kein Thema. 

Dann hab ich irgendwas zusammengeschrieben. Ich kann wirklich sagen, dass das der größte Mist ist, den ich je geschrieben habe.
Alina Gensecke

Doch sie bestand. Mit einer 4,0. 

"Wie auch immer", sagt die Studentin. "Ich vermute, meine Dozentin hatte nur Angst, noch einmal so etwas lesen zu müssen."

Zusammen mit fünf Freunden habe sie später die Arbeit noch mal gelesen – sie wären aus dem Lachen nicht mehr rausgekommen. "Es wurde einstimmig beschlossen, dass ich mich damit bewerben muss", sagt Alina. 

Die 22-Jährige reichte eine korrigierte Version der Dozentin ein. Den ersten Fehler fand die schon auf der Titelseite. Das war preisverdächtig: 

Nichts signalisiert besser, dass man keinen F*** auf seine Hausarbeit in der englischen Literaturwissenschaft gibt, als schon im Titel den Namen der Autorin falsch zu schreiben.
Lukas Diestel, Juror des Vierkommanull-Awards

Vor allem das Entsetzen der Dozentin überzeugte die Jury:

An einigen Stellen scheinen der Dozentin dann einfach die Worte zu fehlen und sie beschränkt sich auf eine eindeutig verständnislose Aneinanderreihung von Satzzeichen – kann ich voll nachvollziehen!
Tonja Dingerdissen, Jurorin des Vierkommanull-Awards

Auf dem zweiten Platz landete Ivana Mitric, bei deren Hausarbeit man "von Seite zu Seite weiterhin den Verstand und das Verständnis für die Realität" verliere, schreibt Juror Tom Kraftwerk.

Den dritten Platz machte die Hausarbeit von Ciwei Cai – Stellen seien so offensichtlich plagiiert, dass man sich fragen müsse, wieso diese Person nicht auch den Kindergartenabschluss rückwirkend aberkannt bekommen habe.


Gerechtigkeit

Läge Hamburg im Jemen, wäre jedes Neugeborene der vergangenen drei Jahre tot
Was eine neue Zahl über verhungerte Kinder über die Lage im Jemen verrät.

Mindestens 84.701 Kinder werden ihren fünften Geburtstag nicht erleben. So viele sind im Jemen in den vergangenen dreieinhalb Jahren nach einer "konservativen" – also vorsichtigen – Schätzung allein am Hunger gestorben. Das hat die Organisation "Save the Children"  errechnet. (AP)