Bild: dpa/Martin Schutt
Und selbst die Hamburger Polizei lacht.

Mit einem Haufen Drogen in der Gegend rumzulaufen, hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil: Falls dir danach ist, kannst du dir einfach schnell 'ne Tüte drehen. Der Nachteil: Wenn alle deine Drogen geklaut werden, kannst du eigentlich nicht wirklich zur Polizei gehen.

Genau das hat ein Mann in Hamburg offenbar gemacht. So stellt es jedenfalls die Hamburger Polizei dar.

Sie erzählt die Situation auf der Wache so:

  • Polizistin: Schönen guten Abend, was kann ich für Sie tun?
  • Besucher: Ich möchte eine Anzeige erstatten!
  • Polizistin: Dann nehmen Sie gern Platz und erzählen mir was passiert ist.
  • Besucher: Ich war vorhin am U-Bahnhof und wurde von einem Mann aus einer Personengruppe heraus angesprochen. Anschließend war mein Baggy weg.
  • Polizistin: Was war weg?
  • Besucher: Mein Baggy?
  • Polizistin: Was ist das?
  • Besucher: Na ein Beutel.
  • Polizistin: Okay, was für ein Beutel?
  • Besucher: Na so ein Beutel halt.
  • Polizistin: Gut, was war denn in dem Beutel drin?
  • Besucher: Drogen natürlich.

An dieser Stelle kann man kurz innehalten und dem Mann für seine Ehrlichkeit gratulieren. Laut Polizei soll die Polizistin nur kurz irritiert gewesen sein – und dann weiter gefragt haben:

  • Polizistin: Was genau war denn in dem Beutel?
  • Besucher: Gras.
  • Polizistin: Okay, Marihuana. Noch was?
  • Besucher: Ja, etwas Koks.
  • Polizistin: Aha. Noch mehr?
  • Besucher: Ein bisschen Ecstasy.
  • Polizistin: Alles klar. War‘s das?
  • Besucher: Nee, einige Benzos waren da auch noch drin.
  • Polizistin: Bitte was?
  • Besucher: Benzos!
  • Polizistin: Ach so, Benzodiazepine – verschreibungspflichtige Medikamente. Wie viele denn
  • Besucher: Einige.
  • Polizistin: Und noch mehr?
  • Besucher: Das war‘s.

ANZEIGENERSTATTUNG Leider ohne Foto - wir hätten den Gesichtsausdruck der Kollegin wirklich gerne bildlich...

Posted by Polizei Hamburg on Thursday, May 31, 2018


Gras, Koks, Ecstasy, Benzos – spätestens jetzt muss man konstatieren: Der Mann hat offensichtlich keine Angst vor dem Staatsanwalt. 

Oder war einfach wirklich tierisch wütend, weil man ihm seinen Drogenbeutel geklaut hat. Oder er hatte große Teile seines Drogenvorrats selbst geraucht.

Dafür spricht allerdings nicht viel. "Wenn wir Anhaltspunkte gehabt hätten, dass der Mensch völlig zugedröhnt war, hätten wir die Geschichte nicht so veröffentlicht", sagt ein Mitarbeiter des Social-Media-Teams zu bento.

Die Mitarbeiter auf der Wache hätte die Story auch "erheitert", deswegen habe das Social-Media-Team sie gepostet. Im Polizisten-Alltag gebe es immer wieder Situationen, in denen man schmunzeln müsse. "Nur erfahren viele Menschen davon leider nie", sagt der Mitarbeiter.

So lustig der Post auch ist – ganz genau hat sich die Situation so wohl nicht ereignet. "Es handelt sich um ein Gedächtnis-Protokoll der Kollegin." Inhaltlich stimme alles, nur die Formulierungen habe das Social-Media-Team angepasst.

Vielleicht findet der Mann die Geschichte ja inzwischen nicht mehr so witzig. Die Polizei sucht jetzt zwar nach dem Dieb des Drogenbeutels. Aber hat auch eine Anzeige wegen des Verdachts des Besitzes von illegalen Betäubungsmitteln erstattet.


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