"Eines von vielen Gesetzen, das ich im Oval Office gerade unterschreibe."

Seit Samstag geht nicht mehr viel in den Vereinigten Staaten: Teile der Regierung der USA sind lahmgelegt. Der Streit über Trumps Lieblingsprojekt, die Mauer an der Grenze zu Mexiko, hat zu einem "Shutdown" geführt. Rund 800.000 Staatsbeamte bleiben ausgerechnet über Weihnachten vorerst unbezahlt. Mit seiner Sturheit hat Trump den Shutdown zumindest in Kauf genommen, in Sachen Mauer möchte er nicht nachgeben.

Was passiert beim "Shutdown"?

Neun der 15 wichtigsten Behörden der USA wurden am Wochenende vor Weihnachten 2018 geschlosen. Darunter sich auch die Heimatschutzbehörde und das Innenministerium. Andere Behörden können weiter arbeiten, weil die Ausgabenverordnungen schon früher beschlossen wurden. Hunderttausende Angestellte sind betroffen, ein Teil soll zu Hause bleiben, 420.000 von ihnen, zum Beispiel die Sicherheitskontrolleure am Flughafen, müssen zwar arbeiten, wissen aber nicht, ob ihr Gehalt pünktlich auf dem Konto landet (FAZ). Ursache sind Machtproben zwischen den beiden Parteien: Sie können sich nicht auf einen Haushalt einigen, der Finanzierungsstopp wird zur Drohung. (SPIEGEL ONLINE)

Kurz vor Beginn des Shutdowns twitterte Donald Trump noch ein Foto. Er arbeite hart, wollte er damit wohl ausdrücken. Klar, schließlich machen ihn die Demokraten für den Shutdown verantwortlich, sie nennen ihn den "Trump-Shutdown". In der Situation einfach in den eigentlich geplanten Florida-Urlaub zu fliegen, ging nicht.

Also setzte Trump sich vor einen Ordner mit Papier, den Stift im Anschlag ließ er ein Foto von sich machen. "Eines von vielen Gesetzen, das ich im Oval Office gerade unterschreibe", twitterte er. Neben ihm ist ein ziemlich hoher Stapel an Ordnern zu sehen.

Das einzige Problem: Das Papier, das Trump gerade unterschreibt, scheint weiß zu sein. Jedenfalls ist auch mit viel Zoom nichts zu erkennen, kein vermeintlicher Gesetzestext weit und breit.

Natürlich blieb das nicht unbemerkt. Letzte Zweifel versuchte Chirstopher Bouzy auszuräumen, in dem er ein Negativ des Bildes twitterte, Schrift ist auch auf dem Bild nicht zu erkennen.

Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer machten sich einen Spaß draus. Ist ja auch einfach, wenn schon die nüchterne Beschreibung als Witz durchgeht.

Eine mögliche Erklärung: Trump ist einfach nur ein besonders begabter Cosplayer.

Oder Darsteller in einer Reality Show.

"Trump beim Unterschreiben einer Liste seiner Verdienste"

Einige erinnerten sich an einen ähnlichen Vorfall vor seinem Amtsantritt. Damals präsentierte Trump ebenfalls einen risiegen Stapel aus Akten. Das Ziel schon damals: zeigen, dass Trump hart arbeitet. Schon damals vermuteten viele, dass in den Ordnern nichts drin sei, alles nur für die Kameras aufgebaut wurden. Keiner der anwesenden Reporter durfte in die Ordner schauen.

Der aktuelle Shutdown ist übrigens schon der dritte in Trumps Amtszeit. Wie er aufgelöst werden kann, ist noch unklar. Eine Möglichkeit zeichnet sich bereits ab: Die Demokraten könnten einem Haushaltsentwurf zustimmen, der das Geld nicht explizit für den Bau einer Mauer einplant. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senart, Chuck Schumer, hat bereits vorgeschlagen, 1,3 Milliarden Euro insgesamt für die Grenzsicherung zu veranschlagen (FAZ).

Darauf müsste Trump sich aber erst mal einlassen. Eine Mauer wollen die Demokraten ihm mit Sicherheit nicht zugestehen, das machte Schumer am Freitag klar, als er in Richtung Trump sagte: "Sie bekommen die Mauer nicht heute, nicht nächste Woche und nicht am 3. Januar, wenn die Demokraten die Kontrolle im Abgeordnetenhaus übernehmen."



Gerechtigkeit

"AfDentskalender": Wir haben die Aktivisten getroffen, die seit Wochen die AfD trollen
Sie nennen sich das "Gespenst des Populismus".

Eine schicke Bar in Kreuzberg: dunkles Parkett, gediegenes Licht, Kirsche im Cocktailglas – hier treffe ich die, die sich das "Gespenst des Populismus" nennen.

Seit drei Wochen trollen die Aktionskünstlerinnen und -künstler die AfD und andere rechte Gruppen – mit Fake-Werbeplakaten, Lichtinstallationen und Anti-AfD-Plätzchenrezepten. "AfDentskalender" nennen sie das. (bento berichtete)