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Wenn du nicht den Arzt, sondern das Internet um Rat fragst

Ein leichtes Kribbeln in der Nase, gerötete Augen und ein Drücken in den Nasennebenhöhlen. Klar – da bahnt sich eine Erkältung an. Sagt der Hausarzt. 

Aber wer geht schon gleich wegen einer verstopften Nase zum Hausarzt? Noch dazu mitten im Sommer?

Die Suchmaschine wird schon ein paar Tipps parat haben. Auch, wenn natürlich längst bekannt ist, dass sie keinen Experten ersetzt – doch mit meinem verschnupften Kopf und auf diesem Sofa habe ich ein bisschen Hoffnung.

Vielleicht ist ja doch ein guter alter Hausmittel-Tipp dabei? Außerdem sammelt Google verlässlich Ärzteportale und Krankenkassenberichte, bei allem, was mit Krankheiten zu tun hat. 

Los geht es. Und, oh je, schon die Sucheingabe verrät: Schnupfen ist nicht gleich Schnupfen. Sondern eine sehr schleimige, gruselige Angelegenheit.

1.

Eskalationsstufe. Nimm Taschentücher!

Ich lande als erstes auf dem Selbsthilfeportal gutefrage.netund dieser Frage:

Immer Schnupfen und Schleim im Hals?!

Eine Sängerin berichtet, wie sie chronisch erkältet sei. Sie könne sich gar nicht mehr erinnern, wann ihre Nase mal frei war. "Ich war schon bei der Hals Nasen Ohren Klink und denen ist nichts aufgefallen", schreibt sie. Nun sollen es anonyme Antwortgeber im Netz richten.

  • Erster Tipp: Wieso bist du überhaupt Sängerin?
  • Zweiter Tipp: Ist es eine Allergie?
  • Dritter Tipp: Immer ein Taschentuch dabei haben! Und Nasenduschen machen.

Ich klicke mich durch weitere Fragen und Ratgeber. Das mit der Allergie kommt oft – und klar, die gibt es ja auch. Aber wieso dann all der Schleim, nach dem alle googeln? 

nasen-ratgeber.de weiß weiter: "Fließschnupfen" zeichnet sich durch ein "wässriges Sekret" aus, "Stockschnupfen" hingegen durch eine hart verstopfte Nase. Aber was trifft auf mich zu, welchen Schnupfen habe ich? Ich formuliere allgemeiner und suche noch nach "komisches Gefühl".

2.

Eskalationsstufe: Du musst mehr trinken!

Wieder komme ich zu gutefrage.net. Dieses Mal mit der Problemstellung:

Es gibt genau eine Antwort, von Nutzer "Haenschenklein". Er glaubt nicht an eine schlimme Krankheit – sondern einfach an "Trockenheit im Mund". Das ist unbefriedigend. 

Zum Glück bietet das Frageportal gleich weitere mögliche Fragen an, die mich interessieren könnten. Darunter diese Titel: 

  • "Schleim im Mund und Rachen + oft verstopfte Nase"
  • "Nach einseitiger Mandelentzündung komische Symptome - was ist das?"
  • "seit 4 monaten hole ich täglich schleimbrocken aus dem mund?"
  • "Unangenehmes Stechen in der Nase"
  • "Was tun gegen kitzeln in der Nase das nicht weggeht?!"

Ich entscheide mich für die Schleimbrocken im Mund. Und es war ein Fehler.

3.

Eskalationsstufe: Ist das Krebs?

Eine Angelika berichtet in einem Post, ihr sei "evtl. ein krebstumor im hals geplatzt". Seitdem sei ihr Essen und Schlucken beeinträchtigt, und ihr Sprechen auch. Sie schreibt, sie sei 71 Jahre alt, aber nehme es noch mit jeder 30-Jährigen auf. Nun habe sie Schleim im Hals. 

Ich weiß nicht, ob es Angelika wirklich gibt und ob sie tatsächlich Krebs hat. Ich wünsche es ihr nicht.

Aber natürlich suche ich trotzdem weiter. Auf nasen-ratgeber.de finde ich Ausführungen über "bösartige äußere Nasentumoren". Das Medizinportal erkaeltet.info gibt ein bisschen Entwarnung: 

"Grippale Infekte können viele Ursachen haben. In seltenen Fällen sind sie Ausprägung einer schweren Erkrankung, wie eines Krebses."

Aber in der Google-Bildersuche dann der ganze Horror – von Löchern durchfressene Nasen, große schwarze Flecken am Hals. Nichts, was man sehen oder zeigen will.

Als es ganz schlimm wird, endlich ein vernünftiger Vorschlag. Eine Nutzerin empfiehlt auf gutefrage.net, besser zum Arzt zu gehen. Aber gutefrage.net selbst empfiehlt, jetzt lieber auf diese Frage zu klicken:

Großer "Knubbel" unter unterkiefer. Krebsangst

Der Nutzer hat einen "ca 1,5x1x0,5 cm großen knubbel festgestellt" und ein "durchgehendes Druckgefühl im Hals". Dann beichtet er, Google nach einer Antwort gebeten zu haben – nun sei der dabei, sich "mit den scheinbar einzig und allein vollkommen negativen krebs diagnosen googles kaputt zu machen."

Eine Nutzerin namens Gerda hat eine Antwort parat. Sie schreibt:

Hallo, hast Du schon mal Fieber gemessen?

Fieber, einfach nur gutes altes Fieber? Eigentlich ein ganz vernünftiger Vorschlag.


Today

Diese Frau wird Disneys neue Kreativchefin
Jennifer Lee hat zum Beispiel "Die Eiskönigin" gemacht.

Zeichentrickfilme wurden in der Vergangenheit meist von Männern erschaffen – das ändert sich nun, zumindest ein bisschen. Denn künftig steht an der kreativen Spitze der Walt Disney Animation Studios eine Frau. (Deadline)

Jennifer Lee ist neuer Chief Creatve Officer, also die künstlerische Leiterin der Studios.

Seit 2011 arbeitet Lee für Disney:

  • Sie hat unter anderem den Animationsfilm "Die Eiskönigin – völlig unverfroren" mitgeschrieben und die Regie dafür übernommen.
  • Der Film hat rund 1,3 Milliarden Dollar eingespielt und 2014 den Oscar für den besten Animationsfilm gewonnen.