Als große Frau bin ich es gewohnt, Kommentare über meine Größe zu hören. Mit meinen 183 Zentimetern falle ich auf und finde mich in Situationen wieder, die die deutsche Durchschnittsfrau mit 1,64 nicht kennt.

Das Gute ist: Ich mag meinen Körper. Es gibt viele Dinge, die ich am Großsein toll finde: Meine langen Beine zum Beispiel. Und dass ich als große Frau oft ernster genommen werde als Freundinnen, die 20 Zentimeter kleiner sind.

Das Problem ist: Die Kommentare über meine Größe nerven mich trotzdem. Und immer wieder gibt es Situationen im Alltag, in denen ich an meine Größe erinnert werde.

Damit bin ich nicht alleine und habe deshalb für all die anderen großen Frauen 12 Momente aufgeschrieben, die wohl nur wir, Frauen über 1,75 Metern, kennen.

(Bild: Giphy)

1. Im Supermarkt wirst du regelmäßig gefragt, ob du an die Produkte "daaa oben" herankommst.

Außerdem braucht man deine Hilfe beim Regale-Anbringen und Glühbirnen-Auswechseln.

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2. Bei Mitfahrgelegenheiten bietet man dir direkt den Beifahrersitz an, damit du deine extrem langen Beine nicht auf die Rückbank quetschen musst.

Das ist ja wirklich nett gemeint, aber so lange der Vordermann seinen Sitz nicht rücksichtslos in deine Knie rammt, lässt es sich auch mit 1,83 recht entspannt auf der Rückbank sitzen. Problematischer wird es im Flugzeug.

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3. Im Kino oder Theater hast du immer das Gefühl, dass du dich bei der Person hinter dir entschuldigen musst. 

In gebückter Haltung schleichst du durch die Reihen, flüsterst "Tschuldigung, Sorry, Tut mir Leid" und machst dich im Sitz so klein wie möglich, weil du niemandem die Sicht versperren willst.

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4. Du wirst gefragt, wie lange du schon Basketball spielst. Der Klassiker.

"Kein Basketball? Aber dann doch bestimmt Hochsprung? Weitsprung? Volleyball? Bist du eigentlich Model? Bei deiner Größe!"

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5. In Klamottengeschäften suchst du ewig nach einer Hose, die bis über deine Knöchel reicht.

Wenn du eine findest, erzählst du direkt deinen anderen großen Freundinnen von deinem Fund. Alle hin da!

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6. Auf Gruppenfotos stehst du hinten. Immer.

Wenigstens musst du dir nicht so viele Gedanken um dein Outfit machen – man sieht ja eh nur deinen Kopf.

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7. Und auf Fotos mit kleineren Freunden machst du merkwürdige Verrenkungen, damit dein Kopf auf ihrer Höhe ist.

Irgendwie leicht die Knie beugen oder schräg ins Bild lehnen. Dabei hat Mama dich immer gewarnt: "Mach den Rücken gerade, sonst kriegst du 'nen Buckel wie ne alte Frau!"

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8. Leute gucken dir zuerst auf die Schuhe, um zu checken, ob du Absätze trägst.

Manchmal tippen sie dabei verdutzt ihre Begleitung an. Beide starren dich im Vorbeigehen an. 

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9. Auf den Spiegeln in den Wohnungen deiner Freunde siehst du nur deine Brüste.

Zum Schminken musst du dich bücken und dein komplettes Outfit – von Kopf bis Fuß – siehst du so gut wie nie. Mit zehn Metern Abstand. Vielleicht.  

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10. Du lernst jemanden sitzend kennen. Wenn ihr aufsteht, staunt er oder sie: "Boah, bist du groß!"

Was soll man darauf noch erwidern?

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11. Fragen wie "Wie ist die Luft da oben?" oder "Kannst du mir ein paar Zentimeter abgeben?" beantwortest du mit einem Fake-Lachen. Seit deiner Pubertät.

Ha! Ha! Ha! 

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12. Bei schicken Anlässen trägst du ungern hohe Schuhe.

Alle wollen wissen: "Warum? Das sieht doch bestimmt toll aus!"
Wenn du dann also doch mal hohe Schuhe trägst, sagen alle: "Krass, dass du dich das traust. Jetzt bist du ja echt riiiiiesig!"

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Today

Gibt es jetzt doch keinen Brexit?
Labour-Partei hält sich Möglichkeit für zweites Brexit-Referendum offen
Die Delegierten der britische Labour-Partei haben am Dienstag mit großer Mehrheit für die Option eines zweiten Brexit-Referendums gestimmt. Der Brexit-Experte der Partei Keir Starmer betonte in einer Rede: "Niemand schließt den Verbleib in der EU als Option aus."


Was ist passiert?

Im Rahmen des Labour-Parteitages plädierte die Mehrheit der Delegierten für die Möglichkeit, ein zweites Mal über den Brexit abzustimmen. Der Parteiführung um Jeremy Corbyn stehe einem zweiten Referendum zwar kritisch gegenüber, er versprach aber, sich dem Wunsch der Mitglieder zu beugen.

In dem Parteibeschluss, der angenommen wurde, ist zunächst festgehalten, dass die Labour-Partei dem Brexit-Vorschlag von Premierministerin Theresa May nicht zustimmen wird. 

Was bedeutet das für den Brexit?

  • Die Labour-Partei kann als größte Oppositionspartei Druck auf May ausüben. Die Premierministerin muss sich für einen endgültigen Brexit zunächst mit der Europäischen Union einigen, wie der Austritt stattfinden soll. Bisher lehnt die EU Mays Pläne aber ab. Und auch in ihrer Partei sind sie umstritten
  • Sollte sie es doch schaffen, sich mit der EU zu einigen, muss der Plan noch dem britischen Parlament vorgelegt werden. Dann müsste er mit einer Mehrheit angenommen werden. Das Problem: Mays Conservative Party hat im Parlament nur eine hauchdünne Mehrheit.
  • Durch die Entscheidung der Labour-Partei gegen die Pläne zu stimmen, reicht es schon, wenn einzelne Abgeordnete aus Mays Partei gegen die Pläne stimmen, damit sie nicht umgesetzt werden.

Als nächste Konsequenz wären Neuwahlen oder ein zweites Referendum möglich. 

Welche Möglichkeiten gibt es jetzt?

Es gibt es zwei Szenarien: 

1. Theresa May und die Europäische Union einigen sich bis zum         offiziellen Austritt am 29. März 2019 nicht auf den Ablauf und die  Rahmenbedingungen des Brexits. 

  • Brexit ohne Rahmenbedingungen (Tory Brexit) – dieses Szenario wollen alle Politiker in Großbritannien verhindern
  • Neuwahlen

2. May einigt sich mit der EU und legt ein Plan für den Brexit im britischen Parlament vor.

  • Die Mehrheit stimmt für den Entwurf – Austritt aus der EU
  • Eine Mehrheit (Labour-Partei + einzelne Abgeordnete der Conservative Party) stimmt gegen den Entwurf.
    • Dann wird es entweder Neuwahlen geben, bei denen die Labour-Partei gewinnen könnte.
    • Der Brexit wird entweder neu verhandelt, um bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.(Soft Brexit)
    • Oder die Regierungspartei lässt ein zweites Referendum abhalten, bei dem die Bevölkerung sich doch noch gegen den EU-Austritt entscheiden könnte.

Welche Reaktionen gab es auf die Entscheidung der Labour Partei?

In der internationalen Presse wurde die Abstimmung positiv aufgenommen. "Die Briten kommen zu sich", schrieb die bulgarische Tageszeitung "Duma".
Auch die spanische Zeitung "El Mundo" sieht in der Abstimmung Hoffnung darauf, dass die Briten die EU doch nicht verlassen. "Die Trennung ist nicht unumkehrbar. Die Unfähigkeit von Theresa May, mit der EU ein vernünftiges Scheidungsabkommen zu erzielen, hat die Gespräche in eine Sackgasse manövriert." Zudem bezeichnete die Zeitung den Brexit als "einer der größten politischen Fehler des Jahrhunderts."


Mit Material von dpa