Bild: Marianna Deinyan

Und da sind sie wieder: die Klötze, die wie eingefrorene Monster in den Himmel ragen. Immer der gleiche Anblick, wenn man die Treppenstufen von der S-Bahn-Station nach oben läuft, kurz in die Sonne blinzelt und dann nur noch Farben sieht, grau wie Asphalt.

All diese Gebäudetrakte, Flure, die Gerüche, der Kopierraum, der Pförtner: Was jetzt kommt, können nur Menschen verstehen, die an der Technischen Universität Dortmund immatrikuliert sind oder waren.

An alle anderen: Herzlich Willkommen auf dem Campus im tiefsten Pott.

Hier macht die Architektur einen durchaus motivierenden Gesamteindruck.
Bis du diese Szenerie erblickst, hast du etliche Wutanfälle hinter dir.

Du schwörst dir mehrmals pro Woche, dass du der Deutschen Bahn einen Hassbrief schreiben wirst. Dieses Mal, dieses Mal wirklich, wirst du es ihnen endlich zeigen. Du wirst ihnen schreiben, WIE UNFASSBAR UNVERSCHÄMT UNZUVERLÄSSIG DIE S1 IST.

Deine sehr negativen Gefühle übertragen sich, endlich am Campus angekommen, auf diese Schlange.
(Bild: Marianna Deinyan)

Die gesamte Studierendenschaft des Gebäudes Emil-Figge-Straße 50 möchte vor Vorlesungsbeginn einen Kaffee kaufen. Und das ist dein Problem.

Es gibt Kopierkarten und Kopierkartenaufladegeräte.

Der gefühlt einzige Münzdrucker ist besetzt oder kaputt. Dich macht das alles nur noch fertig. And why?

(Bild: Giphy)
Du hast absolut keine Ahnung, wann oder zu welchem Zweck Telefone wie diese zum Einsatz kommen könnten.
(Bild: Marianna Deinyan)

Du lässt dich allerdings so sehr von diesen Geräten ablenken, dass du in harten Lernphasen mit deiner Freundin überlegst, was passieren würde, wenn ihr einfach mal 110 wählt.

Wenn du in der Bib aufs Klo musst, wünschst du dir Schutzkleidung herbei. Und Desinfektionsspray.
(Bild: Marianna Deinyan)

Und wie zur Hölle konnte man hier nur Fliesen verlegen, die nach Kot aussehen?

Dieser Fußboden sieht hier ganz schick aus. In Wirklichkeit ist er voller Flecken, die an Cola, Kaffee und Kotze erinnern.
"An der Palmweide". Mehr muss man nicht sagen.
(Bild: Giphy)
Es ist dir irgendwie peinlich, aber dieses Gefährt brauchst du, um von A nach B zu kommen.
Wenn deine Eltern das erste Mal zu Besuch sind, dreht ihr eine Runde mit der H-Bahn. Deine Eltern feiern das ab.
Du hättest unfassbar gern Geld für ein echtes Fitnessstudio. Dann müsstest du Situationen wie diese nicht mehr ertragen.
Zu Semesterbeginn verschickst du die Datei mit deinem NRW-Ticket an all deine Freunde, die nicht studieren.

Liebe Uni, weißt du, wie viele Leute dort draußen mit dem gleichen Ticket herumdüsen, weil Schaffner nur sehr selten nach Ausweisen fragen?

Das Sonnendeck lässt dir keine andere Wahl, als dir jeden Nachmittag eine Pizza reinzuschieben.
(Bild: Giphy)

Möchtest du nach diesem Tag ernsthaft vertrocknete Rosinenbrötchen oder den immer gleichen Couscous-Salat essen? Oder schon wieder Fritten aus der Galerie?

Entweder du wohnst hier – oder du verstehst absolut nicht, wie man hier wohnen kann.

Und leider gibt es ab dem ersten Semester in Dortmund oft drei Lager – die einen leben im Wohnheim, die anderen im Kreuzviertel oder in der Nordstadt. Sich für eine der beiden anderen Varianten zu entscheiden, ist ein extrem befremdlicher Gedanke für dich.

Alle, die nicht in Dortmund wohnen, wohnen in Essen, Bochum oder Wanne-Eickel.

Alle Pendlerfreunde an einen Tisch bekommen? Wird klappen. Im Jahr 2018.

(Bild: Giphy)
Wenn im Audimax die Tafeln zum Einsatz kommen, kannst du das Mitschreiben gleich sein lassen. Es sei denn, du hast ein Fernglas.
Wann lernst du endlich, dass es vor den Aufzügen niemals so leer ist, wie auf diesem Foto?
(Bild: Marianna Deinyan)

Es ist furchtbar, die Treppen zu nehmen. Vor allem, weil du in dem Strudel der anderen Treppengänger ständig vergisst, bei deinem Stockwerk abzubiegen. UND DANN LANDEST DU SCHON WIEDER IM KELLER.

Du hast noch nie einen Hausmeister gesehen. Doch falls es ihn gibt, jagt er dir ziemliche Angst ein:
Wenn du abends aus der Bib kommst, wirst du irgendwie melancholisch.
(Bild: Marianna Deinyan)
Aber nur kurz. Denn, und das ist garantiert, die S1 hat Verspätung. 15 Minuten. Du schwörst: Du wirst der Bahn schreiben. Dieses Mal wirklich.

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