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Die lustigsten Bahn-Ansagen – Teil 6

Wer mit der Bahn fährt, muss einiges aushalten. Übellaunige Schaffner, stundenlang am Gleis warten und dann ist auch noch der Ticketautomat defekt. Immerhin sorgen die Bahn-Durchsagen dafür, dass das Ganze etwas erträglich wird.

Regelmäßig fragen wir auf bento: Welche lustigen, verrückten Geschichten sind euch in der Bahn schon passiert? Habt ihr witzige Ansagen gehört oder komische Schilder gesehen? Denkt ihr manchmal an ein besonders schönes Gespräch mit einem anderen Fahrgast zurück?

Hier ist eine Auswahl eurer Bahn-Geschichten:

Stefan

"Vor einigen Jahren fuhr ein kleiner Regionalzug im Doppelgespann stark rauchend bei den Achsen in den Bahnhof (Auersthal) ein. Eine Bremse öffnete offenbar nicht und überhitzte. Trotzdem gingen die Türen auf und wir stiegen ein. Es war Winter, es war kalt und eine Diesel-Lokomotive raucht oft mal – also waren die Argumente fürs Einsteigen durchaus gegeben.
Der Zug setzte sich für etwa 20 Meter in Bewegung. Dann die zunächst sehr ruhige Durchsage: Sehr geehrte Fahrgäste. Aufgrund eines technischen Gebrechens bitte ich Sie, ... Pause ... DER ZUG BRENNT!!!!!! Schnell alle RAUS AUS DEM ZUG!!!

Brino

"Ich fuhr Abends im Regionalzug nach Gelsenkirchen. Der Zug hatte 20 Minuten Verspätung bei der Abfahrt und hielt kurze Zeit später auf offener Strecke an. Durchsage des Lokführers: Verehrte Fahrgäste, mir geht's gut, ich trinke heißen Kaffee und wenn wir Glück haben, kommen wir auch nochmal am nächsten Bahnhof an."

Michaela

"Ich befand mich im vollbesetzten ICE von Stuttgart nach Hamburg an einem Feiertag: Sehr geehrte Damen und Herren, leider haben unsere Kollegen in Stuttgart vergessen, uns mit frischer Ware zu beliefern. Kurz: Wir haben nix in de' Schränke! Heißen Kaffee können Sie haben.“

Hannes

"Auf dem weg von Lübeck nach Kiel hatte mein Schaffner wohl einen Clown gefrühstückt. Er sagte: Der Regionalzug nach Kiel fällt leider aus...kurze Pause...haha, nur ein Scherz. Und hier noch ein Lifehack: Trinken Sie ein Bier beim Zwiebeln schneiden. Hilft nicht gegen die Tränen, schmeckt aber." 


Du hast auch eine lustige Geschichte in der Bahn erlebt? Eine lustige Ansage gehört oder eine interessante Person getroffen? Schreib uns eine E-Mail an julia.rieke@bento.de.


Christoph

"Ich befand mich im IC kurz vor Nienburg auf der Fahrt nach Bremen, der Zug stand seit 15 Minuten. Dann kam die erste Ansage des Schaffners:
Wegen eines Triebwerksschadens verzögert sich die Weiterfahrt um 20 Minuten.
Zehn Minuten später meldete er sich dann wieder: Leider haben wir bisher keine Lösung. Die Leitzentrale hat bereits Busse geordert und wir planen die Evakuierung. Der Zugführer steht aber noch auf (!) der Lok und versucht sein Bestes!
Etwa 20 Minuten später rollte die Bahn dann wieder, die Fahrt wurde mit 55 Minuten Verspätung fortgesetzt – und der Lokführer als MacGyver der Bahn gefeiert." 

Michael

"Ich bin vor ein paar Jahren von London-Paddington nach Exeter gefahren. Irgendwo an der Küste (die Bahnlinie führt dort teilweise direkt lang) stoppte der Zug und es kam die Durchsage: we have seen smoke. Einige Sekunden später sah man jemanden von der Bahn außerhalb des Zuges nach hinten laufen. Etwas später kam die nächste Durchsage: oh. It was the flush of the toilet! Danach fuhr der Zug weiter."

Yvonne

"Ich geriet mitten in den morgendlichen Berufsverkehr in der Münchner Bahn. An einigen Türen drängelten sich die Leute zum Einsteigen. Der Zugführer bat mehrmals darum, zurückzubleiben, um losfahren zu können. Als die Leute nicht reagierten, sagte er: Ja, mir ist es wurscht. I hab's net eilig. I bin nämlich scho in der Arbeit!"

Achim

Ich befand mich am Berliner Südkreuz, zu der Zeit, als die Durchsagen noch von richtigen Bahnbeamten gemacht wurden. Als sich ein junger Mann eine Zigarette ansteckte, meldete sich eine verantwortungsbewusste Beamtin durch die Lautsprecheranlage: Sehr geehrte Damen und Herren, bitten beachten Sie, dass am Bahnsteig das Rauchen nicht gestattet ist .... Det gilt ooch für Dich Freundchen, hinter der Säule da, ick seh Dir genau!

Dirk

"Es war 1994 und ich befand mich im ICE von Hannover nach Hamburg. Auf einmal meldete sich ein Bahnbeamter: Hier spricht der Zugführer. Herr XY, bitte kommen Sie in das Dienstabteil. Kurze Zeit später meldete er sich erneut: Herr XY, kommen Sie bitte in das Dienstabteil zum Zugbegleiter. Danach ergänzte er flüsternd: Es ist ein Junge. Es gab danach Beifall vom gesamten Großraumwagen. Ein schönes Erlebnis, das ich damals als werdender Vater immer wieder erzählen musste."

Tascha

"Ich war in Frankfurt, es war sechs Uhr morgens und meine S-Bahn fuhr durch einen Tunnel. Die Bahn hielt an einer Station und der Schaffner meldete sich zu Wort. Es war eine Durchsage wie in einem Fahrgeschäft auf der Kirmes: Einen wunderschönen guten Morgen meine Damen und Herren, ich hoffe Sie haben alle gut geschlafen und bereits einen Kaffee getrunken, denn unsere Fahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit, weil ein Ballon im Tunnel ist und an dem darf ich nicht vorbei fahren, der könnte 'Bumm' machen und das wär nicht gut." 


Today

Der Hambi bleibt wohl! Jedenfalls vorerst
Mindestens ein Jahr lang wird der Hambacher Forst wahrscheinlich nicht gerodet – das sind die Gründe

Der Hambacher Forst wird wohl vorerst nicht abgeholzt werden. Ein Urteil des Oberverwaltungsgericht Münster stoppte die Rodung vorerst. Es könnte die die Abholzung um mindestens ein Jahr verzögern oder ganz verhindern. Das ergaben Recherchen des SPIEGEL. RWE selbst rechnet damit, dass der Rodungstopp "möglicherweise erst Ende 2020" aufgehoben werde. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Warum die lange Verzögerung?

Laut des Eilantrages des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND), dem das Gericht am Morgen entsprochen hatte (bento), müsse zunächst geprüft werden, ob die Rodung durch den Energieversorger RWE rechtmäßig wäre. Da dies aber ein sehr komplexer Vorgang sei, müsse bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, die Rodung gestoppt werden.

Der SPIEGEL berichtet nun, dass sich die Rodung somit um mindestens ein Jahr verzögern werde. Das Magazin beruft sich dabei auf Personen, die mit dem Vorgang vertraut seien. Der Grund: Die zulässige Rodungssaison geht nur von Oktober bis März. Da der Rechtsfall sehr aufwendig sei, werde ein Urteil nicht vor Frühjahr 2019 erwartet. Dann ist die Saison aber schon vorbei. Also könnte RWE die Rodung frühestens im Oktober 2019 fortsetzen. 

Könnte der Hambacher Forst doch bestehen bleiben?

Auch das sei möglich. Laut des Eilbeschluss hat RWE nicht ausreichend belegt, dass bei einem vorläufigen Rodungsstopp die Energieversorgung des Landes NRW gefährdet wäre. 

Der BUND hat durch den Eilbeschluss nun Zeit gewonnen, um den Wald ganz zu retten. Dafür muss die Vereinigung beweisen, dass der Hambacher Forst unter die sogenannte "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie" der Europäischen Union fällt. Sollte der BUND dies beweisen, dürfte der Wald aus Naturschutzgründen gar nicht abgeholzt werden.

Unklar ist, ob die Großdemonstration am Hambacher Forst am Samstag stattfinden darf. Die Polizei  verbot diese zunächst, da die öffentliche Sicherheit nicht gewährleistet werden könne. Der Veranstalter hatte bis zu 20.000 Demonstranten erwartet.

UPDATE:

Wie das Verwaltungsgericht Aachen am Nachmittag mitteilte, darf die Demonstration am Samstag stattfinden. Trotz Sicherheitsbedenken kündigte die Polizei an, die Entscheidung zu akzeptieren.