Die Veröffentlichung des ersten "Harry Potter"-Buches ist mehr als 20 Jahre her. Und selbst der letzte Film, "Die Heiligtümer des Todes 2" erschien bereits vor mehr als sieben Jahren.

Trotzdem wird das Team rund um Erfinderin Joanne K. Rowling nicht müde, die magische Welt rund um Hogwarts für Fans lebendig zu halten. Sei es mit Theaterstücken, mit der Spin-off-Reihe um Newt Scamander – oder eben mit vielen kleinen Spielchen, Kurzgeschichten von Rowling und vielen Fun Facts von der offiziellen Fan-Seite Pottermore.

Nun hat Pottermore aber einen Fun Fact geteilt, den viele Fans von Harry Potter alles andere als lustig finden – sondern einfach nur ekelhaft. Es geht um Toiletten.

Auf Twitter verkündete Pottermore wie es war, als es in Hogwarts noch keine sanitären Einrichtungen gab. Also als die Maulende Myrte noch kein Abflussrohr ihr eigen nennen konnte – und als sie weder Geist noch geboren war.

  • Das Team schreibt: "Hogwarts hatte nicht immer Toiletten. Bevor Muggel-Abflussrohre im 18. Jahrhundert installiert wurden, haben sich Hexen und Zauberer einfach erleichert, wo auch immer sie standen – und ließen die Beweise verschwinden."

Ernsthaft? Die Schülerinnen und Schüler in Hogwarts machten einfach überall hin und riefen dann einfach "Evanesco Kacke"?

Das wirft natürlich Fragen auf: 

  1. Wohin verschwindet der Mist? 
  2. Gingen sie trotzdem hinter Büsche oder machten einfach in ihre Hosen?
  3. Und was, wenn jemand den Verschwindezauber nicht so gut beherrscht?

Die Fans von Pottermore fanden auf jeden Fall, dass es eine Info zu viel war:


Gerechtigkeit

Wir feiern uns gerne für unser Engagement, doch unser Umgang mit Obdachlosen ist oft zynisch und bevormundend

Sie sitzen an Kaufhäusern, vor Bahnhöfen oder Supermärkten: Obdachlose Menschen, die im Winter Schutz suchen und um etwas Geld betteln. Jetzt, kurz nach Weihnachten, beschäftigt diese sichtbare Armut viele Menschen. Kann man dagegen nicht etwas tun? Ein bisschen Hilfe würden wir ja schon gerne anbieten. Gleichzeitig gruseln sich viele: Versaufen die das nicht einfach alles? 

Hilfe ja, aber bitte für die Dinge, die wir für richtig erachten – so denken offensichtlich viele. Das ist zynisch.

Wozu diese Haltung führen kann, hat vor wenigen Tagen die britische App "Greater Change" gezeigt. Mit ihr sollen sich Spenden an Obdachlose bargeldlos abwickeln lassen. Gleichzeitig sollen die Spenderinnen und Spender ausführlich erfahren, wofür ihr Geld genutzt wird und weshalb die empfangenden Personen es überhaupt benötigen. 

Um bei dem (bislang übrigens sehr kleinen) Projekt mitzumachen, sollen sich die Betroffenen offenbar außerdem einen Barcode um den Hals hängen oder vor den Spendenhut stellen (DLF). Eine zynische, empathielose Vorstellung. 

Mit solchen Ideen wird aus Hilfe in der Not ein Elevator-Pitch auf dem Gehweg. 

Allein das Betteln auf der Straße reicht nicht mehr aus, Hilfsbedürftige sollen jetzt auch gegenüber Fremden ihr Leben offenlegen und uns eine Geschichte erzählen, die berührt und überzeugt.

Doch "Greater Change" ist nicht das einzige Beispiel für fragwürdigen Aktionismus

Wenn es darum geht, Obdachlosen zu helfen, werden offenbar viele Menschen kreativ. 

Es gibt inzwischen zahlreiche Projekte, mit denen A- und B-Prominente, Werbeagenturen oder Vereine Obdachlosen helfen wollen. Weil sie in den meisten Fällen jedoch mit einer gut gemeinten Intention angestoßen wurden, fällt es schwer, sie öffentlich zu kritisieren. Wer will schon etwas dagegen sagen, wenn Menschen anderen helfen? Es muss ja keiner die Hilfe annehmen!

Was viele Aktionen für Obdachlose jedoch vereint: Sie wirken nur sehr lokal und auch eher in einem symbolischen Umfang. Nicht selten sind die Werbekampagnen dafür umso größer. 

Für die "Kiezmarke", mit der in Berlin seit einigen Monaten Gutscheine für "Mustafas Gemüsekebab" und unterschiedliche Burger- und Sandwichläden gekauft werden können, hat die Werbeagentur Dojo eine aufwendige Kampagne mit Stars wie Joko Winterscheid, Wilson Gonzalez Ochsenknecht oder Visa Vie entworfen.