Bild: Screenshot/Instagram

Wenn es einen Ort gibt, an dem Europa noch zusammenhält, dann ist es wohl das Kuchenbuffet. Ob Regelverstöße der Ungarn, Flüchtlingsstreit mit Italien oder Brexit-Verhandlungen – bei kleinem Gebäck und Kaffee scheinen alle Sorgen kurz vergessen. So auch beim EU-Gipfel in Salzburg. 

Bilder zeigen, wie EU-Ratspräsident Donald Tusk der britischen Premierministerin Theresa May lächelnd verschiedene Süßspeisen anbietet. Darfs noch eine Sachertorte sein? 

Die EU trollt die Briten inzwischen öffentlich.

Dass solche Freundlichkeiten in Wahrheit wenig zu bedeuten haben, zeigte sich kurz nach dem Gipfel. Auf seinem Instagram-Account verbreitete Tusk das harmonische Bild selbst. Dazu die Unterschrift: "A piece of cake, perhaps? Sorry, no cherries." Auf Deutsch: "Ein Stück Kuchen, vielleicht? Sorry, keine Kirschen."

Es war ein Angriff unter der Gürtellinie. Denn "Kirschen" sind eine zentrale Metapher im Brexit-Streit mit Großbritannien.

Als "Kirschen" bezeichnen Tusk und die anderen Staats- und Regierungschefs das, was sich die Briten ihrer Meinung nach aus den EU-Regeln gerne herauspicken würden, für die Zeit nach dem Brexit: Freihandel, einfaches Reisen, Erasmus-Partys. 

"Cherry-picking" nennt man dieses Verhalten auf Englisch. 

Dass der Präsident des Europäischen Rates die britische Regierungschefin auf Instagram trollt, zeigt, wie es um die Brexit-Verhandlungen steht.

Denn abseits des Kuchenbuffets sind die Brexit-Gespräche beim EU-Gipfel in Salzburg kaum vorangekommen. 189 Tage vor dem EU-Austritt der Briten gibt es immer noch keinen gemeinsamen Deal.

Die Gründe:

  • Die Briten streiten seit Monaten untereinander, wie verhandelt werden soll. Während Hardliner in der Regierung einen noch härteren Kurs fordern, kommt Premierministerin May bei den EU-Treffen schon mit ihren "soften" Forderungen nicht durch.
  • Großbritannien sitzt bei den Verhandlungen 26 anderen Staaten und der EU-Führung gegenüber, tut aber immer noch so, als könnte es auf Augenhöhe verhandeln.
  • Die EU gibt nicht nach, weil sie einen Domino-Effekt fürchtet, sollte sie das Cherry-picking der Briten zulassen. Andere Staaten könnten dann ähnliche Forderungen aufstellen, so die Befüchtung.

Beim Treffen in Österreich beklagte May deshalb, dass viele EU-Vertreter in den britischen Medien bewusst hart auftreten würden. Dass Donald Tusk sie später auch auf Instagram trollen würde, wusste sie da vermutlich noch nicht.



Fühlen

Diese Männer in Indien halten Händchen und es ist herzerwärmend
Könnt ihr euch vorstellen, mit eurem besten Freund Händchen zu halten?

Vincent Dolman ist Fotograf. Vor vier Jahren wartete er gerade in einem Flughafen in Indien, als er einen Mann mit einem Jungen sah, der offenbar sein Sohn war. Die zwei unterhielten sich und hielten sich dabei an den Händen. Dolman knipste ein Foto von ihnen. Er fand die Situation einfach schön, vergaß das Foto auf seiner Kamera aber schnell wieder.