Bild: dpa
"WTF! YOU SICK BASTARD!"

Man muss nicht in Berlin wohnen, um schon mal von den legendären Partys im Berghain gehört zu haben. Und man muss auch nicht im Berghain gewesen sein, um eine Ahnung zu haben, was da abgeht.

Außer vielleicht man ist Kyle aus Texas und neu in der Stadt.

Kyle war als Tourist in Berlin und an der Hotelbar mit zwei Londonern ins Gespräch gekommen. Kurzerhand luden sie ihn auf einen Besuch ins Berghain ein. Was dann passierte, schilderte Kyle später in einer Club-Rezension auf Yelp.

Es ist die wahrscheinlich ehrlichste und lustigste Berghain-Kritik überhaupt:
"Sie haben gesagt, ich soll einen schwarzen Schal anziehen, das wäre großartig. Der Türsteher soll schwarze Sachen lieben."
"Da war diese superlange Schlage hin zu etwas, das wie ein Verwaltungsgebäude aussah, oder ein Warenhaus. Gar nicht einladend."
"Als ich mein Handy nehme, rastet einer der Londoner aus und nimmt es. 'SCHAU NICHT DRAUF! SIE LASSEN UNS NICHT REIN!'"
"An der Tür war dieser gruselig aussehende, ältere Typ mit Ohrringen, Gesichtstattoos und Spikes in der Lippe. Wohl ein Guru der Club Szene."
"Drinnen dröhnte die Musik viel zu laut. Ich konnte sie in meinem Brustkorb spüren."
"Die Londoner boten mir diese seltsamen kleinen Pillen an, ich lehnte ab. Plötzlich knutschen sie, aggressives, verstörendes Knutschen. Ich wusste nicht mal, dass die schwul waren!"
"Vielleicht war ich im schwulen Bereich? Nein, der ganze Club war der schwule Bereich! Überall roch es nach Kot und Schweiß."
"Da war der Typ, dessen Arm bis zum Ellenbogen im Arsch eines anderen steckte. Ich dachte erst, es war ein Zaubertrick! WAR ES NICHT!"
"Plötzlich kommt dieser Nazi-Typ mit einer Spritze auf mich zu. Er lacht in schlechtem Englisch: "You vant chemicals?"
"Dann ging eine Sirene an, 'Slip and Slide'-Zeit. 100 Typen masturbieren gleichzeitig. Dann kann man über den Boden schlittern. WTF!"
"Schließlich finde ich heraus, rufe dem Türsteher "SICK BASTARD" hinterher und bin weg."
"Das war mein Erlebnis im 'coolsten Club der Welt'. Ich komme nicht wieder. Niemals."
1/12

Hier kannst du die komplette Kritik (mit noch mehr Abenteuern) auf Englisch nachlesen. Ob Kyle wirklich Kyle ist und sein Besuch wirklich so schlimm war oder er sich nur einen Spaß erlaubt, bleibt dabei offen. Sonst testet Kyle auf Yelp nämlich ausschließlich Fastfood-Ketten, Erotikgeschäfte und Stripclubs in Texas.

Nachtrag: Bei dem Foto auf dem Yelp-Profil handelt es sich um den Sohn eines britischen Schauspielers, der vor einigen Jahren wegen des Besitzes von Kinderpornografie vor Gericht stand ("The Telegraph"). Zu sehen ist also nicht Kyle selbst, er will wohl lieber anonym bleiben.

Du willst trotzdem rein? Dann schau doch mal, ob du es schaffst:


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